Erfolgreich durchs Zins-Tief

Trotz der europäischen Niedrigzins-Politik ist die Zahl der Kundeneinlagen 2014 bei der Sparkasse Südwestpfalz gestiegen. Negativzinsen schließt Vorstandschef Rolf E. Klein im Prinzip auch künftig aus – im Gegensatz zu „Verwahrgebühren“.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Südwestpfalz, Rolf E. Klein, ist zufrieden mit dem Ergebnis des Geschäftsjahrs 2014. Dabei stelle die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank die Sparkasse vor große Herausforderungen. "Was EZB-Chef Mario Draghi und seine Mitarbeiter da fabrizieren, bereitet uns Zahnschmerzen", sagte Klein gestern bei der Bilanzpressekonferenz der Sparkasse. Negativzinsen schloss Klein "im Prinzip aus". Allerdings nannte er die Möglichkeit von "Verwahrgebühren".

Trotz der Niedrigzinsphase seien die Kundeneinlagen im vergangenen Jahr gestiegen. Im Jahresdurchschnitt lag die Kundeneinlage bei 1577 Millionen Euro . 2013 bei 1525 Millionen Euro . Dabei legte Klein wert auf die Feststellung, dass bei der Sparkasse Südwestpfalz die Kredite durch die Einlagen gedeckt werden. Bei den Einlagen sei die Bereitschaft der Kunden nach längeren Laufzeiten zu erkennen. "Wir verstehen uns als Kreditgeber für die regionale Wirtschaft", sagte Klein. So sind im vergangenen Jahr die Kredite für die Unternehmen um 23 Millionen auf 570 Millionen gestiegen. Auch die Kredite für die Privatpersonen sind auf 573 Millionen Euro angewachsen. Ein "Wermutstropfen" seien die Kredite der öffentliche Haushalt: Diese sind um 50 Millionen auf 153 Millionen Euro gesunken. Der Bilanzgewinn bewegt sich nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden auf dem Vorjahresniveau von 6,841 Millionen Euro (plus 0,1 Prozent). Aufgrund der Ertragslage kann die Sparkasse das Eigenkapital wieder stärken. Darüber hinaus erhalten die beiden Träger der Sparkasse Südwestpfalz, die Stadt Zweibrücken und der Landkreis Südwestpfalz, wieder 400 000 Euro (Stadt) beziehungsweise zwei Millionen Euro (Kreis). Dazu kämen noch 2,7 Millionen Gewerbesteuern in die kommunalen Kassen. Klein erwähnte, mit den Spenden und Stiftungen in Höhe von rund 600 000 Euro oder den Informationsveranstaltungen sei die Sparkasse mehr als eine Geldinstitution in der Region. Im Geschäftsjahr 2014 waren 540 Mitarbeiter (darunter 18 Auszubildende beschäftigt, davon 358 in Vollzeit. Den Rückgang um 16 gegenüber 2013 begründete Klein mit der natürlichen Fluktuation. Im vergangenen Jahr wurden fünf neue Mitarbeiter im Marktbereich eingestellt.

Bei dem Pressegespräch wies Klein darauf hin, dass das Internet für die Sparkasse immer wichtiger werde. Auch das Kunden-Servicecenter mit 16 Sparkassenmitarbeitern erhalte täglich durchschnittlich 600 Anrufe, um Fragen nach dem Konto, den Karten, nach Online-Banking oder allgemeinem Service zu beantworten. Auf der anderen Seite nutzten die Kunden immer weniger die Zweigstellen. "Das Thema werden wir im Auge behalten", sagte Klein. Damit wolle er aber keine Aussage zu eventuellen Filialschließungen treffen.