Heiß, heißer, Zweibrücken!

Es muss regnen. Sofort. Und zwar reichlich. So lässt sich der Wunsch von Bauernsprecher Uwe Bißbort zusammenfassen. Er klagt, 2015 sei „das schlimmste Jahr seit Jahrzehnten“. Der Deutsche Wetterdienst sieht Zweibrücken und die Region in einem extremen Schwitzkasten: Nirgendwo sonst sei es heuer heißer als hier. Am Wochenende soll es zumindest etwas kühler werden.

Das derzeitige Wetter ist eine feine Sache. Wenn man Urlaub hat. Und die Füße ins Wasser strecken kann - während ein kühles Getränk den Durst löscht. Wer das Pech hat, jetzt arbeiten zu müssen, dürfte angesichts der Saunatemperaturen weniger begeistert sein. Und wer das Pech hat, seinen Lebensunterhalt mit der Landwirtschaft zu bestreiten, ist noch viel mehr zu bedauern. Hier kommen zu den Schweißausbrüchen noch Sorgenfalten hinzu.

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach fasst den Extrem-Sommer nüchtern in Zahlen zusammen: In unserer Region sei in der Sommersaison (die am 1. Juni beginnt und noch bis 31. August läuft) eine Durchschnittstemperatur von 18,9 Grad gemessen worden. Klingt nicht sehr viel - ist es aber. "Üblich ist für die Region eine Durchschnittstemperatur von 15,6 Grad", erklärt Uwe Kirsche, Pressesprecher des DWD auf Anfrage. Unsere Region weist in diesem Sommer also eine Durchschnittstemperatur auf, die um 3,3 Grad höher ist als sonst üblich - für einen Meteorologen ist das ein extremer Ausreißer.

Kirsche merkt an: "Ihre Region ist in diesem Sommer bislang die wärmste in ganz Rheinland-Pfalz!" In Zweibrücken selbst hat der DWD keine Wetterstation, die nächstgelegene ist in Pirmasens, die ermittelten Durchschnittstemperaturen dürften sich aber nicht nennenswert unterscheiden. Dagegen könnte es beim Niederschlag etwas größere Unterschiede geben: In Pirmasens maßen die Wetterfrösche einen Niederschlag von 84 Litern pro Quadratmeter - drastisch zu wenig, wie Kirsche betont. "Normal sind für die Region durchschnittlich 231 Liter pro Quadratmeter." Viel zu wenig Regen also in der Region Zweibrücken und Zweibrücken Land. Das ist es denn auch, was den Landwirt Uwe Bißbort umtreibt. Bißbort, Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Südwestpfalz, sagt: "Beim Grünland ist es dramatisch." Grünland, dazu zählen die Wiesen, ein wichtiger Nahrungslieferant für die Tiere. "Beim ersten Schnitt hatten wir nur 80 Prozent der sonst üblichen Menge, beim zweiten Schnitt sogar nur 20 Prozent - das ist heftig. Es ist zu befürchten, dass wir dieses Jahr keinen dritten oder vierten Schnitt beim Grünland machen können - in guten Jahren ist das üblich." Das daraus resultierende Problem: "Beim Futter für die Tiere droht eine Unterversorgung." Zwar will der Landwirte-Sprecher nicht nur klagen. Die Getreide- und Rapsernte, die bereits abgeschlossen sei, habe einigermaßen vernünftige Erträge gebracht. "Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", bilanziert Bißbort. Doch bei der anstehenden Maisernte seien "Ertragsausfälle von 50 Prozent zu befürchten." Dass es einfach nicht regnen mag, sorgt den Landwirt. "Es blitzt ab und zu mal, es fallen ein paar Tropfen - aber es regnet nicht richtig." Der Sommer sei extrem: "Es ist das schlimmste Jahr seit Jahrzehnten", klagt er. "Mein dringender Wunsch ist, dass es sofort regnet. Und zwar ordentlich!"

Ob sein Wunsch erfüllt wird? Am Wochenende soll es in der Region etwas kühler werden. Vielleicht kommen auch ein paar Tröpfchen runter . . .

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