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Britische Partnerstadt im BlickBekommt Zweibrücken britische Partnerstadt?

Britische Partnerstadt im BlickBekommt Zweibrücken britische Partnerstadt?

50 Jahre Städtepartnerschaft Boulogne-sur-Mer/Zweibrücken. Wie hat sich diese Freundschaft entwickelt?Hingrez-Céréda: Gleich nach dem Krieg war es der entschlossene Wille unserer Vorgänger, regelmäßige Begegnungen zwischen den Einwohnern unserer beiden Städte zu organisieren, damit die Bürger sich kennenlernen und untereinander Freundschaften schließen konnten

50 Jahre Städtepartnerschaft Boulogne-sur-Mer/Zweibrücken. Wie hat sich diese Freundschaft entwickelt?Hingrez-Céréda: Gleich nach dem Krieg war es der entschlossene Wille unserer Vorgänger, regelmäßige Begegnungen zwischen den Einwohnern unserer beiden Städte zu organisieren, damit die Bürger sich kennenlernen und untereinander Freundschaften schließen konnten. Auf diese Weise haben sich Schüler im Laufe von Austauschmaßnahmen kennengelernt. Das Konzept war so erfolgreich, dass zur Durchführung der Pfingstbegegnung Sonderzüge bereitgestellt werden mussten. Das Ziel dieses nunmehr traditionellen Treffens ist es, Sport- und Kulturvereine zusammenzubringen. In der jüngsten Vergangenheit haben Jugendliche von den städtischen Jugendeinrichtungen gemeinsam an Projekten gearbeitet: zum Beispiel bei der Gestaltung öffentlicher Räume oder beim Musizieren anlässlich größerer Veranstaltungen.

Was unterscheidet die Städtepartnerschaft mit Zweibrücken von anderen Städtepartnerschaften, die Sie kennen? Was ist das Besondere an dieser Partnerschaft?

Hingrez-Céréda: Obwohl diese Partnerschaft schon seit 50 Jahren besteht, ist sie immer noch so dynamisch und stark wie am Anfang. Der Ausdruck der Freundschaft zwischen Zweibrückern und Boulognern war schon immer so spontan, dass der offizielle Rahmen oft überflüssig ist. Ob die Teilnehmer sich im Vorfeld schon kennen oder nicht: Bei jedem Treffen entsteht eine wirklich spürbare Wärme. Das Herz Europas, das sind wir!

Während der Partnerschafts-Jubiläumsfeier an Pfingsten stand auch ein gemeinsamer Besuch von Boulognes britischer Partnerstadt Folkestone auf dem Programm. Könnten Sie sich auch eine Dreier-Partnerschaft Boulogne-Folkestone-Zweibrücken vorstellen?

Hingrez-Céréda: Es läuft doch schon: In der Tat wurde im Juli 2008 eine erste Aus-tauschmaßnahme mit Jugendlichen aus Boulogne, Folkestone und Zweibrücken erfolgreich durchgeführt. Diese Erfahrung sowie die günstige geographische Lage unserer Stadt bilden die Grundlage zukünftiger Projekte, die in Zusammenarbeit mit unserer Schwesterstadt Folkestone entwickelt werden sollen.

Vor einiger Zeit haben Boulogne und Zweibrücken bei ihrer Städtepartnerschaft einen neuen Weg eingeschlagen. So gibt es mittlerweile rund ums Jahr mehr Partnerschaftstreffen als zuvor. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Hingrez-Céréda: Das Wort "Schlussfolgerung" beinhaltet die Wurzel "Schluss". Das gefällt mir nicht so sehr, denn es ist noch lange kein Ende in Sicht. Wir stehen erst am Anfang unseres Vorhabens: Zahlreiche Ideen wollen noch umgesetzt werden. Als Einwohnerin einer Hafenstadt würde ich unsere Partnerschaft mit einem großen Segelschiff vergleichen: Das Schiff stand auf der Reede vor dem Hafen, bedurfte aber neuem Wind und einer neuen Richtung, um fort zu fahren. Langsam, aber sicher fahren wir wieder los. Das haben wir der Effizienz unserer jeweiligen Teams zu verdanken. Wir haben alte Projekte wieder aufgenommen - die Begegnungen finden öfter statt. Wir laden uns auch außerhalb der festen Termine gegenseitig ein, beispielsweise anlässlich wichtiger Veranstaltungen. Die Lust, mehr daraus zu machen, war bei der diesjährigen Pfingstbegegnung spürbar. Bürger und Vereinsmitglieder, die bisher an der Partnerschaft nicht beteiligt waren, haben nun Lust, beim nächsten Mal dabei zu sein beziehungsweise Partnervereine zu finden. Im übrigen steht unsere Partnerschaft im Zeichen der Jugend. Stellen Sie sich vor: Wir haben sogar einen Austausch zwischen einem Kindergarten und einer "école maternelle" auf den Weg gebracht. Die Art und Weise, wie wir an die Sachen herangehen, scheint mir die richtige zu sein. Die Grundlagen sind geschaffen, um weitere Projekte zu entwickeln. Und was die Zukunft angeht, bin ich mir sicher, dass ich mit der grenzenlosen Kreativität unserer Mitbürger rechnen kann.