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Bei der Vernissage anlässlich des Weltgebetstages zeigte Granete Ngirandi ihre Werke

Vernissage mit Granete Ngirandi in der Karlskirche : Bunte Impressionen aus Simbabwe

Die aus Afrika stammende Künstlerin Granete Ngirandi zeigt ihre Werke zum Weltgebetstag in der Karlskirche.

„Eine Kunst-Ausstellung zum Weltgebetstag ist eine Neuheit. Wir hatten das große Glück, von Granete Ngirandi und ihrer wundervollen Kunst zu erfahren und sie hier für diese Ausstellung zu gewinnen“, eröffnete Cordula von Waldow, eine der Organisatorinnen der Ausstellung „Steh auf und geh“ in der Karlskirche die Vernissage. Anlässlich des Weltgebetstages zeigt die in Simbabwe geborene Künstlerin ihre Werke.

Die Veranstalterinnen des Weltgebetstages in Zweibrücken wollten neue Wege beschreiten und den besonderen Tag der Einkehr, der jedes Jahr an die Frauen verschiedener Länder erinnert, bekannter machen. Das ist ihnen mit der Ausstellung gut gelungen – die Karlskirche erlebte am Abend der Ausstellungseröffnung einen Besucheransturm.

Sabine Grützner von der evangelischen Erwachsenenbildung erinnerte an die gelebte Ökumene des Weltgebetstages. Seit mehr als 100 Jahren wird er, angelehnt an den Internationalen Frauentag am 8. März, an jedem ersten Freitag im März gefeiert – zeitgleich in mehr als 120 Ländern rund um den Globus.

„Die Stärkung der Frauen und der weiblichen Urkraft – und damit einhergehend unweigerlich auch die Stärkung der Männer ist ein Thema, das in allen Ländern dieser Erde bis zum heutigen Tage eine bedeutende Rolle spielt – von der sogenannten 3. Welt bis in unsere westliche Zivilisation“, bemerkte Cordula von Waldow. Sie dankte allen beteiligten Frauen, die viel Energie und Herzblut in die Veranstaltung gesteckt haben. So entschlossen sich die Teilnehmerinnen des Wiesbacher Frauenfrühstücks spontan, ihre seit 15 Jahren angesparte Geldreserve dem Weltgebetstag zu übergeben. Rita Clemens überreichte die Spende von 300 Euro an die Verantwortlichen.

Der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf erinnerte in seinem Grußwort an die Beziehungen, die Europa seit langer Zeit zum afrikanischen Kontinent hat. Beim Thema Entwicklungshilfe hätte die eurozentrierte Sicht ausgedient. Heute käme es vielmehr darauf an, die gesellschaftliche Entwicklung im Lande selbst zu untersuchen, statt europäische Konzepte auf Afrika anzuwenden. Nicht zuletzt müssten Frauen Bildungschancen erhalten und ihre Rolle in der Gesellschaft müsse gestärkt werden.

Auch die hauptamtliche Beigeordnete Christina Rauch sprach in ihrem Grußwort über die Gleichstellung der Frau. Rauch ist die erste Frau im Zweibrücker Stadtvorstand und sie findet es wichtig, die Gleichstellung weiter voranzutreiben, um gemeinsam Herausforderungen anzunehmen.

Bärbel Grub-Hapke führte die Besucher schließlich in die Kunst von Granete Ngirandi ein. Die Malerin und Grafikerin wurde in Chirumanzu geboren und wuchs in einer traditionellen Großfamilie auf. Seit 1998 lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Deutschland. Thema ihrer Bilder und Grafiken ist das traditionelle Leben in Afrika. Ausgestellt sind Darstellungen der Riten und Traditionen ihrer afrikanischen Heimat, die über Jahrhunderte das soziale wie kulturelle Erbe des Zusammenlebens ausdrücken. Zum Beispiel eine Regenzeremonie um das kostbare Wasser zu beschwören, das Brauen eines speziellen Bieres zu Ehren der Vorfahren sowie die energiegeladene Darstellung des Medizinmannes.

Besonders angetan war Bärbel Grub-Hapke von den Druckgrafiken der Künstlerin, die in einem langwierigen Prozess aus verschiedenen Materialien komponiert und dann in limitierter Auflage gedruckt werden. Der Materialdruck „Know your Game“ wurde von Granete Ngirandi für die australische Anti-AIDS Kampagne entwickelt und zwei Jahre lang an vielen Orten in Australien ausgestellt.

„Die Bilder leben von einer durchkomponierten Farbigkeit. Gesichter werden nur angedeutet, man kann in ihnen nicht lesen. Die Körperhaltung ist stolz“, erklärte Bärbel Grub-Hapke. „Granete Ngirandi gewährt uns Einblicke in eine farbenfrohe Kultur ihrer afrikanischen Heimat.“

Dass zu dieser Kultur auch eine temperamentvolle Musik gehört, bewiesen Michael und Gabi Wack. Ihre mitreißenden Trommelrhythmen brachten das Publikum in kürzester Zeit zum Mitklatschen.

Im Anschluss an die Eröffnungsreden konnten sich die Besucher an einem mit viel Liebe zubereiteten Büfett stärken und bei einem Glas Wein oder Wasser die interessanten Bilder von Granete Ngirandi noch einmal genau ansehen.

Am Freitag, 6. März, findet um 18 Uhr in der Karlskirche der Gottesdienst zum Weltgebetstag statt. Musikalisch begleitet wird er vom Ensemble Navitus. Im Anschluss steht ein gemütliches Zusammensein auf dem Programm. Die Ausstellung ist an den beiden kommenden Sonntagen in der Zeit von 10.30 bis 12.30 und von 15 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.