Bei Anruf Zombie

In der Stephen-King-Verfilmung „Puls“ lässt Handyimpuls Menschen wahnsinnig werden. Die Starbesetzung tut dem Film gut.

Handys sind in den Augen vieler Zeitgenossen heutzutage eine Plage für die Gesellschaft. Man ist von ihnen abhängig, sitzt sogar neben dem Partner und unterhält sich nicht, sondern jeder surft für sich im Internet. Stephan King hat das Handy in seinem Roman "Puls" (im Original "Cell") schon 2006 als Horrorobjekt ersonnen. Besagtes Werk ist jetzt als Verfilmung fürs Heimkino erschienen.

Erstaunlich für dieses B-Horror-Movie ist, dass mit John Cusack und Samuel L. Jackson gleich zwei hoch dekorierte Hollywoodmimen dabei sind. Auch wenn die beiden im Überlebenskampf auch ob der leidlich knappen 98 Minuten Filmlänge zu wenig von ihrer Klasse demonstrieren können, wertet ihre Präsenz den Streifen auf, den Regisseur Tod Williams (Paranormal Activity 2) atmosphärisch ordentlich gestaltet. Musik und die Optik tragen ihren Teil dazu bei, ebenso das verblüffende Ende, das sich vom Buch sehr unterscheidet.

In "Puls" bedarf es nicht wie in "The Walking Dead" eines Virus', um die Zivilisation zu vernichten, sondern eines auf die Smartphones gesendeten Impulses. Schon flippen alle, die gerade telefoniert oder Musik gehört haben, aus, kriegen Schaum vorm Mund, schnappen sich Beile oder Küchenmesser oder gehen mit den Zähnen auf ihre Mitmenschen los. In all dem Chaos hat Comiczeichner Clay Riddell (Cusack) Glück, dass sein Akku am Bostoner Flughafen gerade leer wurde und er "nur" Zeuge des Chaos wird. Riddell, der ruppige U-Bahn-Fahrer Tom McCourt (Jackson) und die junge Alice retten sich zunächst in ein Hotel und machen sich dann auf die Suche nach Riddells Familie. Gejagt von den mörderischen Horden, wird ihr Weg durch die kalten Wälder Neuenglands zu einem blutigen Überlebenskampf - denn die Handyzombies entwickeln eine Art Schwarmmentalität und erzeugen den gefährlichen Impuls bald auch mit ihrer Stimme.

Ein Minuspunkt: Woher der Impuls kommt, bleibt unklar. Damit bleibt der Film vager als etwa "Rhea M - Es begann ohne Warnung" aus dem Jahre 1986, in dem Stephen King als Regisseur seines Werkes "Trucks" einen Meteor ersann, der das aggressive Eigenleben von Autos und Lastern auslöst. Nebst deren Lust, Menschen zu killen. Es mag gerade diese Ungewissheit sein, die manchen am Ende etwas zu ratlos zurücklässt.

Erschienen bei Concorde Entertainment als DVD und Bluray, 98 Minuten.