1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

3. Handball-Liga Süd: Langsam müssen wieder Punkte aufs Konto

3. Handball-Liga Süd : Langsam müssen wieder Punkte aufs Konto

Um die Lage im Tabellenkeller nicht noch brenzliger werden zu lassen, dürfen sich die Drittliga-Handballer der VTZ Saarpfalz am Sonntag beim unmittelbaren Konkurrenten TV Willstätt keine Niederlage erlauben. Einen positiven Schub könnte den Zweibrückern die Vertragsverlängerung von Top-Torschütze Tom Paetow geben.

Ein wegweisendes Wochenende steht an: Die Drittliga-Handballer der VTZ Saarpfalz gastieren am Sonntag (17 Uhr) beim punktgleichen Tabellennachbarn aus Willstätt. Für beide Mannschaften wird langsam aber sicher die Luft dünner, Siege müssen her. Doch es gab unter der Woche auch gute Nachrichten. Inmitten der Vorbereitung auf die Partie beim TV Willstätt ist es den Verantwortlichen der VTZ gelungen, eine der wichtigsten personelle Weiche für die Zukunft zu stellen. Top-Torschütze Tom Paetow hat seinen Vertrag um zwei weitere Jahre bei den Rosenstädtern, unabhängig von Ligazugehörigkeit, verlängert.

„Ich fühle mich sehr wohl und das Gesamtpaket passt einfach“, sagt Paetow. Mit seiner eigenen Vertragsverlängerung will er auch etwas für die Außendarstellung machen. „Ich will damit auch ein Zeichen an die jüngeren Spieler und eventuelle Neuzugänge setzen, dass hier auch in Zukunft eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf dem Feld stehen wird, in der es sich lohnt, zu spielen.“ Paetow wechselte vor dieser Runde von Zweitligaabsteiger und Ligakonkurrent HG Saarlouis zur VTZ mit dem Ziel, mehr Verantwortung zu übernehmen und den nächsten Schritt zu machen. Bereits nach den ersten Spielen sah man, dass das ihm keine leeren Aussagen, sondern ein vielmehr ein Versprechen war.

Sobald er das Feld betritt, wird Paetow zum Dreh- und Angelpunkt im Zweibrücker Spiel und weiß nicht nur als Torschütze zu glänzen. Trotz seines jungen Alters strahlt er viel Ruhe aus und lenkt geschickt die Angriffe seiner Mannschaft, auch wenn ihm nicht immer alles gelingen will. „Mein größtes Defizit liegt sicherlich im Abwehrspiel, aber auch vorne habe ich im Laufe einer Partie noch zu viele Phasen, in denen ich schlechte Entscheidungen treffe. Wenn man mehr Verantwortung hat, hat man automatisch auch mehr Entscheidungen zu treffen und somit können auch mehr Fehler passieren. Diese Zahl gilt es zu minimieren“, erklärt der manchmal verschlossen wirkende Rückraumspieler.

Am Sonntag treffen Paetow und seine Jungs auf den TV Willstätt. Im Hinspiel lieferten die Saarpfälzer die wohl schlechteste Leistung der bisherigen Runde und verloren zuhause vollkommen zurecht mit 26:28. Im Spiel zweier schwacher Mannschaften waren die Willstätter etwas cleverer und nutzten geschickt ihre körperlichen Vorteile aus. Gegen die großgewachsene 6:0-Deckung fanden die Zweibrücker zu selten die richtigen Mittel und ließen sich immer wieder zu unvorbereiteten Würfen hinreißen, die leichte Beute für Gunther Zölle im Gehäuse des TVW waren. Auch in der Abwehr zeigten sich die Zweibrücker im Hinspiel zu harmlos und waren in der Summe zu leicht zu überwinden.

Doch seitdem hat sich beim TV Willstätt einiges getan. Kurz nach dem Erfolg in Zweibrücken hat man sich etwas überraschend von Trainer Marcus Simowski getrennt. Fortan übernahm der sportliche Leiter Rudi Fritsch das Kommando, ohne dass es jedoch wirklich besser wurde. Zum Ende des Jahres konnte dann mit Marco Schiemann ein neuer Trainer verpflichtet werden, der seit Januar das Ruder übernommen hat. Auch am Kader wurde notgedrungen Hand angelegt. Schwere und langfristige Ausfälle müssen aufgefangen werden. Mit Christopher Räpple und Marius Oßwald wurde zwei neue Spieler verpflichtet für die Mission Klassenverbleib. Bester Werfer des Aufsteigers ist aktuell Daniel Schliedermann mit 77 Toren.

„Es ist schwer zu sagen, ob und wenn ja was sich in deren Spiel verändert hat, denn sie haben einen neuen Trainer und neue Spieler. Außerdem haben sie bislang auch noch kein Spiel in diesem Jahr bestritten. Fakt ist aber, dass eine körperlich präsente Mannschaft auf uns wartet, mit guten Individualisten in ihren Reihen. Ich erwarte dennoch eine Partie auf Augenhöhe. Wenn wir alles reinwerfen, was wir haben und einen kühlen Kopf bewahren, bin mir sicher, dass wir etwas Zählbares mitnehmen können“, zeigt sich Paetow optimistisch.