Die Handschrift: Kreativ unleserlich

Die Handschrift : Kreativ unleserlich

Die Klage ist nicht neu, wurde aber vermutlich erst jetzt vollständig entziffert: Viele Kinder haben Defizite beim Schreiben mit der Hand. Das ist bedauerlich, da ohne eine ausgeprägte Handschrift viele spannende Berufswege verschlossen bleiben.

Wie etwa könnte ein Arzt Rezepte verschreiben, wenn seine Unterschrift perfekt zu lesen wäre? Das Enträtseln, was dort steht, lenkt nämlich nicht nur den Patienten von seiner Krankheit ab. Es kann auch mal eine wichtige Rolle in Haftungsprozessen spielen, wenn der Arzt dann behaupten kann: „Das habe ich nie verschrieben. Ist ja nicht mein Name.“ Autoren können sich mit unleserlichen Widmungen in ihren Büchern interessant machen. Das gleiche gilt für Prominente, die noch Autogrammkarten geben.

Und Angehörige mancher Berufe halten ihren Beruf auch deswegen für spannend, weil sie ihre eigenen Notizen hinterher oft nicht mehr entziffern können. So müssen sie überlegen, was sie wohl gemeint haben könnten – und die Lücken mit Kreativität füllen. Gerüchten zufolge trifft das auch auf einen Berufsstand zu, der mit „Journ“ beginnt und mit „alisten“ endet. Aber was das heißen soll, ist leider beim besten Willen nicht zu lesen.