Glosse : Krieg der Sternchen

Die deutsche Sprache ist wohl leider keine Premiumsprache. Denn andere werden mit mehr Sternen ausgezeichnet. Oder zumindest mit mehr Sternchen.

In Deutschland gibt es höchstens ein Sternchen als Fußnote – das allerdings verliert an Bedeutung, da selbst Kanzlerkandidaten nicht immer gern zitieren und Quellen angeben. Es ist als Sternchen also quasi schnuppe und damit als Sternchenschnuppe verglüht.

Als Star ein Sternchen ist dagegen das umstrittene Gendersternchen, das Worte von seiner Endung wie ein Beil trennt. Wie dadurch Gleichberechtigung erreicht werden soll, steht zwar in den Sternchen. Aber Aufmerksamkeit ist ihm gewiss.

Noch mehr Sterne hat allerdings die englische Sprache, wird bei „What the f***“ doch viel ausgelassen – und der Leser kann es gedanklich ergänzen. Wenn die Deutschen damit mithalten wollen, müssen sie im Krieg der Sternchen aufrüsten. Allerdings könnten ihnen die langen Worte einen Strich durch die Sternchenrechnung machen. Denn bei K************** kommt so schnell niemand auf das böse K-Wort „Kanzlerkandidat“.