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Immer mehr Menschen erstellen Listen mithilfe von Apps.

Der digitale Inneneinrichter : Per Software zum neuen Mobiliar

Mit Stift und Zeichenbrett planen die Wenigsten heutzutage ihre Inneneinrichtung. In den Appstores von Apple und Google gibt es digitale Helfer, die den Hausbesitzer bei der Gestaltung der eigenen vier Wände unterstützen sollen.

Die Corona-Pandemie hat die Sicht auf das eigene Zuhause verändert. So hat das altbackene Regal im Kinderzimmer bislang niemanden gestört. Seit der Raum aber übergangsweise zum Arbeitszimmer umfunktioniert wurde und das Möbelstück bei jeder digitaler Konferenz im Hintergrund zu sehen war, sehen viele Hausbesitzer Handlungsbedarf und machen sich auf die Suche nach neuen Einrichtungsstücken.

Wer sich nicht zutraut, sein Zuhause auf eigene Faust umzugestalten, muss nicht gleich einen teuren Innenarchitekten beauftragten, sondern kann sich von Apps digitale Unterstützung holen und so vielleicht den ein oder anderen Schatz finden.

Die SZ-Internetredaktion hat eine Auswahl kostenloser Anwendungen zusammengestellt. Alle Programm stehen sowohl für das Betriebssystem iOS als auch für Android in den Appstores zur Verfügung.

Mit einem Schlagwort erhalten Nutzer bei Pinterest viele Inspirationsmöglichkeiten. Foto: Becker

Pinterest: Pinwand voller Inspiration

Pinterest hilft nach, wenn es gerade an eigenen Ideen mangelt. Die Applikation, deren Name sich aus den englischen Worten „Pin“ und „Interest“ zusammensetzt und übersetzt so viel wie Interessen zum Anheften bedeutet, funktioniert folgendermaßen: Jeder Nutzer stellt sich eigene Online-Pinnwände mit Bildern und Videos aus dem Netz zusammen, die thematisch untergliedert sind und mit anderen Nutzern geteilt werden können. Sucht ein neuer User beispielsweise nach dem Begriff „Regal“, bekommt er etliche Bilder mit verschiedenen Regalen angezeigt, hinter denen sich ein Link versteckt, der etwa zur Webseite des Anbieters führt. Die Bilder, die dem eigenen Geschmack entsprechen, können an die eigene digitale Wand gepinnt werden und am Ende hat man ein sogenanntes Moodboard – eine Collage, die bei der Visualisierung des Umgestaltungsprojekts hilft.

Bei Houzz bieten auch Fachleute Laien ihre Hilfe bei der Inneneinrichtung an . Foto: Becker

Houzz: Hilfe auch vom Fachmann

Inspiration liefert auch die App Houzz: Bei einem Klick auf die Kategorie „Fotos“ öffnen sich über 20 Millionen Bilder von Wohnungen und Häusern, die unter anderem nach der Art des Raums, der Höhe des zur Verfügung stehenden Budgets oder dem favorisierten Stil gefiltert werden können. Zusätzlich führt die Anwendung eine große Auswahl an Produkten zum Thema Einrichtung. Gefällt einem potentiellen Käufer eines davon, muss er nur auf den Button „Zum Shop“ klicken und schon landet er auf dem Online-Shop des jeweiligen Verkäufers. Und wer nicht nur neue Möbelstücke, sondern beispielsweise auch eine neue Küche einbauen möchte oder sogar das Bad komplett erneuern will, findet unter dem Reiter „Experten“ eine Auswahl an professionellen Küchen- und Badplanern, die dem Nutzer bei der Umsetzung mit Rat und Tat zur Seite stehen

Room Planer veranschaulicht die Ideen des Hobby-Einrichters in einer 3D-Darstellung. Foto: Becker

Room Planner: Planung in 3D

Dank 3D-Virtual-Reality erhalten Nutzer von Room Planner ein realistisches Bild davon, wie ihre Räume nach der Umgestaltung aussehen werden. Dazu können die genauen Raummaße angegeben sowie Fenster und Türen eingefügt werden und anschließend Möbel aus dem Katalog des schwedischen Einrichtungshaus Ikea in dem virtuellen Raum platziert werden. Nach eigenen Angaben wird die App aber nicht von dem weltweit bekannten Unternehmen unterstützt oder gesponsert. Die ausgewählten Möbelstücke lassen sicher innerhalb des Raums verschieben und sogar die Farbe der Wände kann den eigenen Vorstellungen nach abgeändert werden. Allerdings sind nicht alle Funktionen der Anwendung in der kostenfreien Version enthalten und die Pro-Version ist mit 14,99 Euro monatlich, beziehungsweise 75,99 Euro im Jahres-Abo nicht günstig.

In der Gratisversion bietet die Software Roomle 3D allerhand Einrichtungsmöglichkeiten. Foto: Becker

Roomle 3D: Virtuelle Planung

Ähnlich wie der Room Planner funktioniert auch die App Roomle 3D & AR Raumplaner. Ein Upgrade der Freeware auf die Plus-Version kostet bei dieser Anwendung aber nur 6,99 Euro für drei Monate beziehungsweise 19,99 Euro im Jahres-Abo. Die kostenpflichtige Variante ist werbefrei und ermöglicht vollen Zugriff auf den 3D-Katalog und die sogenannte Augmented Reality – eine Darstellungsart, bei der auf dem Bildschirm die reale Welt um virtuelle Aspekte erweitert wird. Aber auch wer kein Geld für die App ausgeben möchte, kann einige hilfreiche Funktionen nutzen: User haben Zugriff auf eine große Produktauswahl verschiedener weltweit bekannter Marken, die in den virtuellen Raum eingefügt werden können, sie können ihre Lieblingsprodukte abspeichern und sogar den Raum, der eingerichtet werden soll, per Handykamera einscannen.

Magicplan ist ein Maßband für die Hosentasche. Der Nutzer kann problemlos Räume ausmessen. Foto: Becker

magicplan: Maße ohne Aufwand

Auch mit der Applikation magicplan können Räume ohne viel Aufwand per Kamera vermessen werden – Türen, Fenster und Steckdosen erkennt das Programm automatisch. Wer mehr als zwei Projekte erstellen oder in Teams zusammenarbeiten möchte, muss allerdings auch hier zum Geldbeutel greifen: 9,99 Euro kostet das Monats-Abo und 99,99 Euro der Jahresvertrag. Die App eignet sich auch für Personen, die beruflich in dem Gebiet tätig sind, wie beispielsweise Umzugsunternehmer und Architekten. Denn mit der App lässt sich nicht nur Zeit und damit Geld beim Ausmessen von Wohnungen und Häusern sparen, sie erstellt auch Kostenvoranschläge sowie strukturierte Berichte mit Fotos und Notizen. Für diese professionelle Version muss dann aber mit 899,99 Euro im Jahr nochmal deutlich mehr Geld auf den Tisch geblättert werden.