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Bruchschäden sind ein großes Problem

Smartphones im Test : Smartphones gehen schnell zu Bruch

Die Stiftung Warentest hat 24 Smartphones getestet. Sie kritisiert vor allem die Empfindlichkeit der neuen Geräte.

Fast jeder Deutsche hat eins, manche von uns sogar gleich mehrere. Viele geben Unsummen dafür aus und möchten immer das neueste Modell haben, andere behalten ihr Gerät lang. Die Rede ist von Smartphones. Die Entwicklungen in diesem riesigen Markt waren in den vergangenen Jahren rasant. Doch muss es immer das neueste Topmodell sein, oder reicht ein preiswertes Gerät aus? Die Stiftung Warentest hat 24 aktuelle Modelle getestet, von teuer bis billig. Die jetzt vorgestellten Modelle seien alle im März 2020 gekauft worden. Sie reichten vom teuren faltbaren Samsung Galaxy Fold 5G für 2100 Euro bis zum günstigen Huawei Y6s für 144 Euro. Deutliche Unterschiede gibt es laut Stiftung Warentest vor allem bei der Qualität der Kameras und den Akkulaufzeiten. Erschreckende Ergebnisse hätten vor allem die mechanischen Tests ergeben. Etliche Handys, vor allem die von Samsung, seien beim Falltest gesplittert,  das getestete Fairphone sei im Regentest gescheitert. Wasser drang ein. Neben Display, Kamera und Akkulaufzeit flossen außerdem in die Bewertung noch die Grundfunktionen wie Sprach- und Empfangsqualität und Ortung, sowie die Handhabung mit ein.

Klarer Testsieger ist laut Untersuchung das teure Samsung Galaxy S20 5G für 1000 Euro. Es zeichne sich vor allem durch eine sehr gute Kamera und ein gutes, stabiles Display aus. Das beste Handy unter der 400-Euro-Grenze sei ebenfalls ein Gerät der Marke Samsung, das Galaxy A51 für 340 Euro. Unter den noch günstigeren sei das Motorola One Macro mit gutem Akku Testsieger geworden. Es kostet 178 Euro. Unter den faltbaren Smartphones habe das LG G8X ThinQ Dual Screen mit seinem stabilen Doppelbildschirm die Nase vorn. Es kostet 745 Euro.

Die faltbaren Smartphones haben laut Stiftung Warentest eine große Schwäche: Sie sind besonders stoßempfindlich. Die beiden Falter von Samsung, mit fast 1400 und 2100 Euro die teuersten Kandidaten im Feld, zeigten mehrere Schwächen. Beide seien im Falltest, der in einer Trommel bis zu hundert Stürze aus Tischhöhe simuliere, zu Bruch gegangen. Beide hätten zudem sehr kratzempfindliche Oberflächen. Das Galaxy Z Flip habe zudem nur einen schwachen Akku.

Im Falltest seien gleich mehrere Kandidaten durchgefallen. Neben dem Google Pixel 4 und dem Xiaomi Mi Note 10 Pro seien fünf weitere Samsung-Geräte gesplittert. Darunter das Galaxy Note 10 Lite sowie die beiden größeren und teureren Modelle aus der S20-Serie, das S20+ (1090 Euro) und das S20 Ultra (1340 Euro). Deutlich besser abgeschnitten hat das Dritte im Bunde, das S20 (1000 Euro). Es schaffe es dank gutem Display und guter Kamera zum Testsieger.

In Smartphones werden heute meist mehrere Kameras verbaut. Das bringt aber nicht unbedingt bessere Bilder. So könne beispielsweise die Vierfachkamera des Huawei Nova 5T sowie die Dreifachoptik des Motorola One Macro nicht mit den Doppelkameras der aktuellen Pixel-Handys von Google mithalten. Einzig die Vierfachkamera des Galaxy S20 Ultra liefere beeindruckende Ergebnisse.

Das  Motorola One Macro liefert bei der Kamera keine guten Werte, doch überzeugt es durch einen sehr leistungsfähigen Akku, so das Ergebnis der Untersuchung.  Auch Handys mit wechselbaren Akkus waren im Test, zum einen das robuste Outdoor-Handy Xcover 4s von Samsung und das Fairphone 3. Das Fairphone sei allerdings am Regentest gescheitert. Bereits nach einem kurzen Regenschauer sei das Handy defekt gewesen.

Erstmals beim Test dabei seien zudem Smartphones gewesen, die schon für die neue und effizientere Mobilfunk-Technik 5G gerüstet seien. Darunter das Samsung Galaxy S20 und S20+. Beide Modelle seien ohne 5G-Technik etwas günstiger zu haben. Da 5G vielerorts noch nicht verfügbar ist, stelle sich die Frage, für wen sich diese Technik überhaupt lohne.

Das Testergebnis der faltbaren Handys fällt durchwachsen aus. Am besten schneide noch das LG G8X ThinQ Dual Screen für 745 Euro ab. An sich sei es ein relativ normales Smartphone, werde aber mit einer Hülle ausgeliefert, in die ein zweiter Bildschirm integriert ist. Diese Doppeldisplay-Lösung sei vor allem nützlich, um zwei Apps gleichzeitig anzuzeigen. Im Test habe sich diese Variante deutlich stabiler als die faltbaren Bildschirme gezeigt. 

Teuer und empfindlich, so laute das Urteil für das Samsung Galaxy Fold 5G für 2100 Euro. Zwar könne es mit einer guten Kamera überzeugen, aber es sei mechanisch nicht besonders stabil. Zudem sei die Oberfläche des Displays äußerst kratzempfindlich.

Auch das Galaxy Z Flip für 1380 Euro weise erhebliche Mängel auf. Im Falltest sei es zu größeren Schäden gekommen. Auch sei das Display nicht stabil und kratzempfindlich. Die Besonderheit dieses Modells: Es lasse sich nicht seitlich wie ein Buch, sondern wie ein klassisches Klapphandy öffnen.