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Zwei Vereine, ein Problem

 Im Stadion an der Kaiserlinde sind seit Juni 2013 Bagger am Werk. Es wird ausgebaut und soll bis zu 15 000 Zuschauern Platz bieten. Hinter dem Gästeblock (unser Foto) soll der Wald gerodet werden. Auf dem Gelände sind 750 Parkplätze geplant. Foto: Marcus Kalmes
Im Stadion an der Kaiserlinde sind seit Juni 2013 Bagger am Werk. Es wird ausgebaut und soll bis zu 15 000 Zuschauern Platz bieten. Hinter dem Gästeblock (unser Foto) soll der Wald gerodet werden. Auf dem Gelände sind 750 Parkplätze geplant. Foto: Marcus Kalmes FOTO: Marcus Kalmes
Elversberg. Die SV Elversberg baut ihr Stadion zweitliga-tauglich aus. Die Haupttribüne ist fast fertig. Nicht einmal begonnen hat der Bau von Parkplätzen. Es gibt Beanstandungen unter anderem den Arten- und Schallschutz betreffend. Marcus Kalmes

Am 28. Februar findet zum Aufgalopp nach der Winterpause das Topspiel der Fußball-Regionalliga zwischen dem Tabellendritten SV Elversberg und dem Tabellenzweiten 1. FC Saarbrücken statt. Knapp ein Jahr zuvor lockte das Saarderby, damals in der 3. Liga, 8200 Zuschauer in das Stadion an der Kaiserlinde. Die Elversberger Arena war am 25. Januar 2014 ausverkauft. Rund um das Stadion herrschte auf Grund des großen Zuschauerandrangs und des geringen Angebots an Parkmöglichkeiten Ausnahmezustand. Das wird sich am 28. Februar wiederholen - und womöglich in der kommenden Saison an fast jedem Spieltag.

Die SV Elversberg baut ihr Stadion aus. Die Haupttribüne wird bald fertig sein (wir berichteten). Doch der Bau von Parkplätzen entlang der Landstraße 112 in Richtung Friedrichsthal zwischen Stadion und Abfahrt der Autobahn 8 könnte auf sich warten lassen. Dies würde die SVE und den FCS betreffen. Die Saarbrücker wollen sich während des nach der Saison beginnenden Umbaus des Ludwigspark-Stadions in der Elversberger Arena einmieten. Das bedeutet: Jede Woche ein Spiel an der Kaiserlinde.

Der FCS hat in dieser Saison einen Zuschauerschnitt von 4869, die SVE von 997. "Es gibt ein gutes Miteinander mit FCS-Präsident Hartmut Ostermann . Die Gespräche sind am Laufen", bestätigt Swen Hoffmann das Saarbrücker Interesse, sich ins Elversberger Stadion einzumieten. Der SVE-Geschäftsführer sagt: "Es gibt keine Disharmonie zwischen den Clubs. Vielmehr steht Hartmut Ostermann als Unterstützer zur Verfügung, um die Parkplatzproblematik zu lösen. Wir behindern uns nicht, sondern unterstützen uns gegenseitig."

"Argus Concept - Gesellschaft für Lebensraumentwicklung" hatte im Auftrag der SVE sowie der Gemeinde Spiesen-Elversberg die Planungsunterlagen für den Bebauungsplan und den Flächennutzungsplan-Teiländerung "Sportpark Kaiserlinde" bearbeitet. Darin ist für 750 Parkplätze ein Gelände vorgesehen, das größtenteils Landschaftsschutzgebiet ist (wir berichteten). Der Bebauungsplan kann vor der Ausgliederung nicht in Kraft treten.

Nach SZ-Informationen ist ein Antrag auf Ausgliederung des Geländes aus dem Landschaftsschutz beim zuständigen saarländischen Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz (MUV) noch nicht eingegangen. Wie es heißt, habe es Beratungsgespräche mit den Wirtschafts- und Umwelt-Staatssekretären gegeben. Einige Termine seien aber auch geplatzt. Immer noch würden Unterlagen fehlen. In einigen Wochen soll es ein weiteres Gespräch auf Staatssekretärs-Ebene geben. Und: Sowohl Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) als auch MUV stellen in Bezug auf eingereichte Unterlagen Nachforderungen. Es gibt Beanstandungen betreffend Arten-, Schallschutz und Standardanforderungen. Zudem seien notwendige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen "noch nicht konkret geplant und verortet".

Nach SZ-Informationen beanstandet das MUV in Abstimmung mit dem LUV "eine Vervollständigung der Gutachten und der Biotoptypenerfassung". Und: "Aussagekräftige Unterlagen zum Arten- und Biotopschutz und zum Landschaftsbild" seien zur Beurteilung "der Auswirkungen der Planung auf das Landschaftsschutzgebiet erforderlich". Im Detail geht es unter anderem um Vögel. Eine so genannte avifaunistische Einschätzung "beinhaltet keine Bestandserfassung". Sollten Vogelarten und Population erneut erfasst werden müssen, könnte alleine dies bis Oktober dauern.

Ein weiteres Problem: Weil auch Konzerte und andere Veranstaltungen darin geplant sind, soll nach SZ-Informationen die Elversberger Arena in Bezug auf den Schallschutz nicht als Stadion, sondern im Nachhinein als Freizeit-Park klassifiziert werden. Dementsprechend höher wären Anforderungen den Schallschutz für Anwohner betreffend.

Kai-Uwe Frantz, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Stadion Kaiserlinde, hält manches von all dem für "kleinkariert". Er sagte kürzlich, einige Dinge müssten aber "neu bewertet" werden und einige seien "rechtlich abzuklären".


Zum Thema:

Fußball-Regionalligist SV Elversberg testet derzeit den vereinslosen Linksaußen Aykut Öztürk. Der 27-Jährige war bis Sommer 2014 beim türkischen Superligisten Sivasspor unter Vertrag und spielte vorher für den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt. Öztürk soll am Samstag, 14 Uhr, im Test beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern zum Einsatz kommen.Ebenfalls ein Thema ist der 23-jährige Mittelfeldspieler Jan Nagel vom Nordost-Regionalligisten Germania Halberstadt, dem ehemaligen Verein von SVE-Trainer Willi Kronhardt. "Beide gehören zu einem großen Kreis von Spielern, die für uns interessant sein könnten. Es gab aber noch keine Vertragsgespräche", sagt SVE-Sportdirektor Roland Seitz. leh