Reus wechselt die Borussia

Reus wechselt die Borussia

Mönchengladbach. Er ist das Gesicht des Höhenflugs von Borussia Mönchengladbach. 13 Pflichtspieltore, Debüt in der Nationalelf, mit 22 Jahren Leistungsträger: Marco Reus ist für den Bundesligisten Lebensversicherung und Aufbauhelfer zugleich. Im Sommer trennen sich aber die Wege. Er wechselt für 17,5 Millionen Euro Ablöse zu Meister Borussia Dortmund

Mönchengladbach. Er ist das Gesicht des Höhenflugs von Borussia Mönchengladbach. 13 Pflichtspieltore, Debüt in der Nationalelf, mit 22 Jahren Leistungsträger: Marco Reus ist für den Bundesligisten Lebensversicherung und Aufbauhelfer zugleich. Im Sommer trennen sich aber die Wege. Er wechselt für 17,5 Millionen Euro Ablöse zu Meister Borussia Dortmund. Mit Reus wird auch Roman Neustädter gehen. Der 23-Jährige Abwehrspieler, dessen Vertrag ausläuft, wechselt wohl zu Bayer Leverkusen.Wer ist dieser 1,81 Meter große Dribbelkünstler Reus, der auf dem Platz durch Taten und abseits des Rasens durch Gelassenheit besticht?

Große Worte - nicht sein Ding, auch wenn er allen Grund dazu hätte. Zurückhaltend, fast schüchtern wägt er ab, was er sagt. Dafür sorgen sein Umfeld und seine Herkunft. Der Ruhrpott ist seine Heimat. Geboren ist er in Dortmund. Der Hochgeschwindigkeitsfußballer mit der Woody-Woodpecker-Frisur begann seine Karriere dort, wohin er nach der Saison zurückkehrt. Bei Borussia Dortmund.

Doch: Der BVB befand Reus 2006 für zu schmächtig. "Ich habe in Dortmund nicht gespielt und hatte den Traum, Fußball-Profi zu werden. Da musste eine Veränderung her", erzählt Reus. Und lässt sich trotz des damals vernichtenden Urteils kein böses Wort entlocken. Genugtuung, dass ihm doch der Durchbruch gelang, verspüre er nicht. "Es ist wichtig, dass man sich weiter entwickeln will", erklärt Reus, der zum damaligen Regionalligisten RW Ahlen ging. Mit 19 Jahren schaffte er dort den Durchbruch. Es dauerte nicht lange, bis er Begehrlichkeiten weckte. 2009 ging er nach Gladbach.

Am Niederrhein, wo er sich wohlfühlt, blühte der schmächtige Wirbelwind auf. "Es ist familiär hier. Man versteht sich auch mit Leuten, die hier arbeiten, sehr gut. Es ist ein schönes Gefühl, zum Training zu kommen. Das sind Zeichen dafür, dass es hier stimmt", sagt Reus. Für ihn stimmte es so sehr, dass er im Abstiegskampf im vergangenen Jahr, als die Borussia als Tabellenletzter am Tiefpunkt war, seinen Vertrag bis 2015 verlängerte. "Ich habe an die Mannschaft geglaubt. Ich habe die Entscheidung gefällt, weil ich davon überzeugt war, hier etwas aufzubauen", sagt Reus, dessen Aufstieg in der Nationalelf holprig verlief. Im Mai 2010 stand er vor dem Debüt. Der ersten Absage folgten vier weitere, so dass er erst im Oktober für Deutschland auflief.

Was Gladbach angeht, hat der Spieler der Hinrunde Wort gehalten. Vom Fast-Absteiger zur Überraschungself der Hinrunde, nicht zuletzt dank Reus träumt die Borussia seit Ewigkeiten vom Europacup. Seit Wochen brodelte auch die Gerüchteküche. Bayern München, FC Arsenal, Real Madrid haben Interesse bekundet. Abgelenkt hat es den bodenständigen Offensivmann nie. "Ich kann das ausblenden. Ich will mit der Mannschaft Spaß haben, dafür spiele ich Fußball", sagt Reus.

Aber auch, um Titel zu gewinnen. Auf dem Platz folgt er seinen Instinkten, seine Karriere hat Reus durchgeplant. In seinen bei Gladbach verlängerten Vertrag ließ er eine Ausstiegsklausel einbauen, für 17,5 Millionen Euro kann er gehen. Die hat er gezogen - und in Dortmund einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Dort wirbelt er kommende Saison mit Mario Götze. Der BVB erklärte gestern, dass der von halb Europa gejagte 19-Jährige mindestens bis 2013 bleiben werde. dapd