Die Heimat ruft: Naldo will sofort weg

Die Heimat ruft: Naldo will sofort weg

Bremen. Als Werder Bremen gestern ins türkische Belek ins Trainingslager startete, war Abwehrchef Naldo mit dabei. Doch der Brasilianer will weg, nach mehr als sechseinhalb Jahren Fußball-Bundesliga zurück in die Heimat zum SC Internacional Porto Alegre wechseln. Und das am liebsten sofort

Bremen. Als Werder Bremen gestern ins türkische Belek ins Trainingslager startete, war Abwehrchef Naldo mit dabei. Doch der Brasilianer will weg, nach mehr als sechseinhalb Jahren Fußball-Bundesliga zurück in die Heimat zum SC Internacional Porto Alegre wechseln. Und das am liebsten sofort. Der Topclub hat es eilig, will den 29-Jährigen bei der Ende des Monats beginnenden "Copa Libertadores" einsetzen, der südamerikanischen Champions League. "Wir haben uns getroffen", bestätigte Alegre-Manager Fernando. "Grundsätzlich ist kein Spieler unverkäuflich", sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs: "Es gehört zu unseren Aufgaben, jedes Angebot, das uns vorliegt, intensiver zu prüfen. Das ist bei Naldo nicht der Fall, weil es kein Angebot gibt."Nach Per Mertesacker, der zu Saisonbeginn für elf Millionen Euro zum englischen Topclub FC Arsenal ging, würde Bremen in Naldo wieder einen Abwehrchef verlieren. Ihm ist es Ernst mit einem sofortigen Wechsel. "Wenn es ein gutes Angebot gibt, dann sollte es gehen", sagte er. Im Sommer war Naldo nach 15-monatiger Verletzungspause in den Kader zurückgekehrt. Woche für Woche überzeugt er mit besten Zweikampf-Werten in einer Abwehr, die höchsten Ansprüchen nicht genügt. Das ist das Dilemma. Denn Naldo will zurück in die Nationalelf, will 2014 im eigenen Land Weltmeister werden. Bei Werder sieht er nur geringe Chancen, sich in den Fokus zu spielen - zumal die Bremer nicht im Europacup spielen. Außerdem scheinen Naldo, seine Frau und die beiden Kinder - gerade jetzt in der Winterzeit - Heimweh zu haben. "Brasilien ist mein Land. Und ich wäre ganz nah an meiner Stadt", sagte Naldo.

Bis 2013 steht der Abwehrspieler unter Vertrag bei Werder. Ob der Club bei einer Ablösesumme wie bei Mertesacker schwach werden könnte, bleibt abzuwarten. Dass in Brasilien im Vorfeld der Weltmeisterschaft besondere Summen aufgerufen werden, weiß Allofs: "Momentan ist dort viel Geld im Umlauf, für Spieler und Gehälter."

Ganz so überraschend, wie es jetzt scheint, kamen die Wechselabsichten übrigens nicht. "Naldo ist im Dezember zu mir gekommen und hat mir gesagt, dass bald ein Angebot für ihn eingehen werde", erklärte Allofs. Er habe ihm aber gesagt, "dass wir nicht daran interessiert sind, ihn abzugeben". Überdies steht Allofs Aussage: "Im Winter steht kein Spieler zum Verkauf." dapd