| 21:33 Uhr

Aufstiegs-Relegation
Mölders dämpft Aufstiegshoffnung des FCS

1860-Stürmer Sascha Mölders sorgt bereits nach 48 Sekunden für die kalte Dusche und schockt den 1. FC Saarbrücken.
1860-Stürmer Sascha Mölders sorgt bereits nach 48 Sekunden für die kalte Dusche und schockt den 1. FC Saarbrücken. FOTO: Thomas Wieck
Völklingen. 1860-Stürmer trifft doppelt beim 3:2 gegen den 1. FC Saarbrücken im dramatischen Relegations-Hinspiel. Frühe Rote Karte für Behrens. Von Patric Cordier

Der Weg in die 3. Fußball-Liga ist weit geworden für den 1. FC Saarbrücken. Der Meister der Regionalliga Südwest unterlag gestern Abend dem Bayern-Meister 1860 München mit 2:3 (1:1) und muss nun am Sonntag beim Rückspiel in München mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen. „Schwer, aber es ist nicht unmöglich“, sagte FCS-Sportdirektor Marcus Mann nach der Partie, in der die Hausherren über eine Stunde in Unterzahl spielen mussten. „Uns sind zu zehnt zwei Tore gegen 1860 gelungen, warum sollte uns das zu elft nicht auch gelingen?“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner, „wir müssen weiter an uns glauben.“


Die Stimmung im Hermann-Neuberger-Stadion war herausragend. Unter den 6800 Zuschauern auf den Rängen ein ganz buntes Publikum. Ex-FCS-Präsident Horst Hinschberger mit einer Mütze, „die ich auch schon beim Aufstieg damals in Bonn an hatte“. Günter Koch, Präsident des bayerischen Fußballverbands, wurde „standesgemäß“ mit „Fußball-Mafia DFB“ begrüsst. FCS-Aufsichtsratsmitglied Aron Zimmer übertrieb dagegen die Gastfreundschaft, rannte mit einem Schal der Gäste durch den VIP-Bereich.

Und auch die Mannschaft begann mit einem Gastgeschenk. Nach 48 Sekunden waren alle Pläne über den Haufen geworfen. Nach Eckball von Philipp Steinhart war Stürmer Sascha Mölders zur Stelle und drückte den Ball zum 0:1 über die Linie. Ein Tor, das dem FCS weh, dem Spiel gut tat, war es doch der Auftakt einer atemberaubenden ersten Hälfte. 60 Sekunden nach der Führung tauchte Markus Mendler vor dem Löwentor auf, Torwart Marco Hiller reagierte großartig. Dann wieder die Löwen: Mölders spielte Kodjovi Koussou frei, Marco Kehl-Gomez grätschte in höchster Not (5.). Zwei Minuten später köpfte Sebastian Jacob, der den Vorzug vor Patrick Schmidt bekommen hatte, Richtung Winkel, doch wieder war ein Löwenverteidiger dazwischen.

Dann tat sich der FCS selbst weh. Kevin Behrens grätschte völlig übermotiviert gegen Koussou, Schiedsrichter Guido Winkmann zog sofort Rot – hart, aber vertretbar. Doch getragen von den Zuschauern behielten die Gastgeber die Spielkontrolle und belohnten sich noch vor der Pause. Nach Flanke von Sascha Wenninger ballerte Tobias Jänicke den Ball aus 15 Metern zum Ausgleich ins Netz (44.). In der Nachspielzeit köpfte Eric Weeger einen Lupfer von Jänicke gerade noch auf die Latte.

Zur Pause hatte Lottner eine taktische Idee: Fanol Perdedaj kam für Jacob, vorne agierten nun Jänicke und Mendler. Doch die Löwen interessierte das wenig – sie droschen den Ball nach vorne, wo Nico Karger gegen den schwachen Sascha Wenninger zu leicht zum Abschluss und damit zum 1:2 kam (47.). Wieder musste der FCS einem frühen Rückstand nachlaufen, schaffte dies zu zehnt aber nicht so eindrucksvoll wie im ersten Durchgang. Die Gäste waren dem 3:1 näher. Ein Kopfball von Mölders landete am Pfosten (54.), einen Aufsetzer von Markus Ziereis rettete Batz (67.).



Nach 67 Minuten brachte Lottner dann doch noch einen Stürmer. Patrick Schmidt zeigte sofort seine ganze Klasse, spielte Kapitän Felix Weber aus und schob den Ball vorbei an Hiller ins lange Ecke – das 2:2 (75.). „Wenn du in Unterzahl den Ausgleich machst, dann solltest du in der Lage sein, dieses Ergebnis über die Zeit zu bringen“, sagte Schmidt, „aber wir haben einfach nicht richtig zugepackt.“ Wieder war es Wenninger, der nur Statist war, als Ziereis Mölders’ Siegtor vorbereitete (82.). „Ein Unentschieden wäre eine Katastrophe gewesen“, sagte Löwen-Trainer Daniel Bierofka, „mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, aber Saarbrücken hat Qualität.“ Das weiß auch FCS-Vize-Präsident Dieter Ferner, der optimistisch bleibt: „Es gibt keinen Grund, enttäuscht zu sein. Wir steigen auf.“