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Mehr Favorit geht nicht

Mehr Favorit geht nicht

Wer soll ihn schlagen? Novak Djokovic geht als haushoher Favorit in die heute beginnenden Australian Open. Der Serbe will an seine Super-Saison 2015 anknüpfen, vermeidet es aber im Vorfeld, über historische Erfolge zu sprechen.

Er beschert Boris Becker "ungeahnte Glücksmomente". Doch kurz vor Beginn der Australian Open dachte er erst einmal an sich selbst. Genüsslich packte Titelverteidiger Novak Djokovic bei einer Pressekonferenz im Melbourne Park eine dicke Praline aus und verschlang das Teil mit zwei Bissen. "Ist das guuuut - herrlich", sagte der Serbe schmunzelnd. Djokovic nahm sich die Zeit, vor den Journalisten über die Faszination von Süßigkeiten zu sinnieren. Derweil stellte sich der Rest der Tennis-Welt vor Beginn des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres nur eine Frage: Wer kann die Nummer eins der Welt stoppen?

"Eigentlich hätte es Novak verdient, dass momentan hinter seinem Namen ein Sternchen steht, weil er extrem gut spielt", sagte Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer aus der Schweiz. Erst vor gut einer Woche hatte Djokovic im Finale von Doha French-Open-Rekordsieger Rafael Nadal beim 6:1 und 6:2 regelrecht demontiert. Der Spanier hatte danach gesagt, er habe zuvor "noch niemanden auf diesem perfekten Level Tennis spielen sehen".

Kein Wunder, dass Becker von seinem 28-jährigen Schützling schwärmte: "Es ist eine wunderbare Reise mit ihm. Ich erlebe ungeahnte Glücksmomente." Vor zwei Jahren waren die Australian Open die erste Bewährungsprobe des Duos Djokovic und Becker. 24 Monate später dominiert der fünfmalige Melbourne-Gewinner die Szene wie nicht allzu viele vor ihm. Djokovic holte 2015 drei der vier Grand-Slam-Titel und leistete sich in 88 Spielen nur sechs Niederlagen. "Das war zweifelsohne die beste Saison meiner Karriere. Ich habe jeden Moment auf dem Spielfeld genossen, es war wunderbar", berichtete der Serbe.

Nicht wenige Experten trauen Djokovic in diesem Jahr den Gewinn des "Golden Slam" zu - die Kombination aus vier Grand-Slam-Triumphen und der olympischen Einzel-Goldmedaille. Der French-Open-Sieg fehlt ihm bislang in seinem Potpourri. Djokovic vermeidet die Formulierung konkreter Ziele: "Ich will versuchen, das gewonnene Selbstvertrauen in diese Saison zu transportieren."

Mit Federer wird sich Djokovic in den kommenden Monaten auch einen Zweikampf abseits des Spielfeldes liefern. Einer der beiden Stars wird wohl der erste "100-Millionen-Dollar-Mann" im Tennis. Federer hat bislang 97,34 Millionen Dollar verdient, Djokovic strich 94,25 Millionen Dollar ein. Bei den Australian Open kann allerdings noch keiner von beiden die Preisgeld-Schallmauer durchbrechen. Der Sieger in Melbourne kassiert 2,33 Millionen Dollar .