Löw blickt freudig auf 2011

Göteborg. Das Länderspieljahr war noch nicht abgepfiffen, da richtete Joachim Löw den Blick nach vorne

 Joachim Löw hat gut lachen: Das Länderspiel-Jahr ging gestern Abend mit der Partie in Schweden zu Ende. Der Bundestrainer sagt stolz: "Wir stehen glänzend da." Foto: dpa

Joachim Löw hat gut lachen: Das Länderspiel-Jahr ging gestern Abend mit der Partie in Schweden zu Ende. Der Bundestrainer sagt stolz: "Wir stehen glänzend da." Foto: dpa

Göteborg. Das Länderspieljahr war noch nicht abgepfiffen, da richtete Joachim Löw den Blick nach vorne. "Unser Ziel ist, im nächsten Jahr die Europameisterschafts-Qualifikation frühzeitig klar zu machen", verkündete der Bundestrainer in Göteborg vor dem letzten Spiel der deutschen Nationalelf im Weltmeisterschafts-Jahr gestern Abend gegen Schweden (Ergebnis stand bei Redaktionsschluss nicht fest). 2010 war ein aufregendes Jahr mit Umwälzungen, die ein spannendes 2011 versprechen. Was passiert mit Michael Ballack? Welche Jungstars schaffen den Sprung? Wer wagt nach Mesut Özil und Sami Khedira den Wechsel ins Ausland zu einem Spitzenclub wie Real Madrid?

"Wir stehen glänzend da", bilanzierte Löw "am Ende einer langen und erfolgreichen Saison", die auch ihn in Atem hielt. Anfang des Jahres platzte unter Misstönen seine dann erst nach der WM vollzogene Vertragsverlängerung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis 2012. Dann fiel Kapitän Ballack für die WM aus, bei der Löw mit seiner unerfahrenen Mannschaft auch ohne Titel auftrumpfte. "Wir haben Maßstäbe gesetzt", schwärmte Löw.

"Das Jahr war sehr erfolgreich, gekrönt durch eine sehr gute WM. Wichtiger als der Erfolg war, ein Turnier zu spielen, in dem man die Leute zu Hause begeistert hat", sagte Bastian Schweinsteiger. Neben Philipp Lahm und Thomas Müller, Özil, Khedira und Manuel Neuer zählte Schweinsteiger zu den großen Gewinnern 2010.

Wie schnelllebig das Geschäft geworden ist, dokumentiert 2010. Beim Auftaktspiel gegen Argentinien (0:1) war Ballack Kapitän. René Adler wurde zur Nummer eins für die WM ausgerufen. Und Argentiniens Trainer Diego Maradona hielt den Debütanten Müller für einen Balljungen. Was folgte: Ballack und Adler verpassten verletzt die WM, während Müller in Südafrika Torschützenkönig wurde. Denn Löw machte aus der Not eine Tugend, sein Wagnis mit dem zweitjüngsten deutschen WM-Kader wurde belohnt. Die Bundesliga zieht mit beim Jugendkurs. "Junge Spieler bekommen in ihren Vereinen die Möglichkeit, regelmäßig zu spielen. Da hat sich ein Wandel in den Vereinen vollzogen", stellte Löw fest. "Erfahrung spielt eine untergeordnete Rolle. Es ist eine Frage der fußballerischen Fähigkeiten", lautet seine Philosophie.

Nach Schweden nahm Löw Mario Götze, 18, Marcel Schmelzer, 22, Mats Hummels, 21, Kevin Großkreutz, 22, Lewis Holtby, 20, und André Schürrle, 20, mit. "Wir haben in punkto Nachwuchsarbeit anderen Nationen eine Menge voraus", sagte Schweinsteiger: "Es wird für den Bundestrainer immer schwieriger, die Spieler auszuwählen." Die WM war Initialzündung. "Bei dem Ereignis haben viele gesehen, dass auch diese jungen Spieler wie Müller, Holger Badstuber oder Özil schon mit 20 oder 21 Jahren Topleistungen bringen können", bemerkte Löw. dpa

Auf einen Blick

Voraussichtliche Aufstellungen:

Schweden: Isaksson (PSV Eindhoven/29 Jahre/79 Länderspiele) - Lustig (Rosenborg Trondheim/23/11), Granqvist (FC Groningen/25/8), Majstorovic (Celtic Glasgow/33/38), Safari (FC Basel/25/19) - Wernbloom (AZ Alkmaar/24/11), Svensson (IF Elfsborg/34/110) - Larsson (Birmingham City25/26), Toivonen (PSV Eindhoven/24/11), Källström (Olympique Lyon/28/77) - Berg (PSV Eindhoven/24/17).

Deutschland: Adler (Bayer Leverkusen/25/9) - Boateng (Manchester City/22/11), Mertesacker (Werder Bremen/26/73), Hummels (Borussia Dortmund/21/1), Schmelzer (Borussia Dortmund/22/0) - Khedira (Real Madrid/23/16), Schweinsteiger (Bayern München/26/83) - Marin (Werder Bremen/21/15), Kroos (Bayern München/20/12), Großkreutz (Borussia Dortmund/22/1) - Gomez (Bayern München/25/40).

Schiedsrichter: Carlos Verlasco Caballo (Spanien). dpa