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Fußball-Bundesliga
Kleines Geld und bekannte Gesichter

Frankfurt. Die Fußball-Bundesligisten halten sich auf dem Transfermarkt in diesem Winter merklich zurück.

Zurück in die Zukunft für kleines Geld: Bei ihrer winterlichen Einkaufstour verzichten die Fußball-Bundesligisten bislang auf überteuerte Verpflichtungen, dafür stehen altbekannte Gesichter hoch im Kurs. Ob sich die Strategie bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar ändern wird, hängt wohl auch vom Start in die Rückrunde ab.


Unwahrscheinlich ist, dass Rekordmeister Bayern München nochmals nachlegen wird. Der Liga-Krösus lotste Nationalspieler Sandro Wagner für 13 Millionen Euro von 1899 Hoffenheim in die alte Heimat zurück und fand damit die einzig wirklich gesuchte Verstärkung: einen Ersatz für Robert Lewandowski. „Sandro hat sich klasse entwickelt. Ich denke, dass er uns helfen kann“, lobte Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach den ersten Eindrücken im Trainingslager. Das absolvierten die Bayern in Katar – aber auch unter der Sonne Spaniens oder im kalten Deutschland trainierten bei den Einheiten zahlreicher anderer Vereine einige Rückkehrer.

So gelang dem VfB Stuttgart mit der Verpflichtung von Mario Gomez, Wagners ärgstem Rivalen für ein Ticket für die Weltmeisterschafts-Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli), die wohl spektakulärste Rückholaktion in diesem Winter. 3,5 Millionen Euro kostete die Schwaben das. Und sie hoffen, dass es sich zeitnah auszahlen wird. Gomez soll den Tabellen-14. „entscheidend besser machen“, sagte Sportvorstand Michael Reschke, und der zweitschwächsten Offensive der Liga mit seiner Klasse mehr Torgefahr verleihen. Das Fernziel ist dabei natürlich der Klassenverbleib.



Doch dieses Ziel haben auch die anderen Clubs, die auf dem Transfermarkt ähnlich agierten. So verspricht sich der Tabellen-15. FSV Mainz neben mehr Aggressivität durch Routinier Nigel de Jong (ablösefrei) vor allem von An­thony Ujah (3,8 Millionen Euro) einiges. „Anthony bietet für den Kader einen echten Mehrwert, er hat seine Qualitäten auf Bundesliga-Niveau bereits nachgewiesen“, sagte FSV-Sportvorstand Rouven Schröder. Das galt allerdings nicht für Ujahs erste Saison (2011/2012) in Mainz, in der er lediglich zwei Mal traf. Erfolgreicher war der Nigerianer da schon in den drei Jahren beim 1. FC Köln (34 Tore), der seinerseits mit Simon Terodde (3,0 Millionen Euro) vom VfB Stuttgart einen Rückkehrer als Hoffnungsträger präsentierte.

Überhaupt zeichnete sich bislang ab, dass die wenigen einkaufsfreudigen Vereine auf neue Angreifer setzen. Der SC Freiburg sicherte sich deshalb die Dienste von Lucas Höler (1,1 Millionen Euro), Schalke 04 holte U21-Nationalspieler Cedric Teuchert (eine Million Euro) und für die nächste Saison den ablösefreien Torjäger Mark Uth von 1899 Hoffenheim (siehe Meldung oben).

Im Vergleich zu internationalen Größen, die mitunter auch mal 160 Millionen Euro oder mehr für einen einzigen Offensivspieler ausgeben (wie gerade der FC Barcelona für Philippe Coutinho), sind das alles Peanuts. Und auch vom Rekord im vergangenen Winter, als die Fußball-Bundesligisten mehr als 100 Millionen Euro investierten, sind die Vereine noch weit entfernt. Und es ist unwahrscheinlich, dass sich das in den kommenden Wochen ändern wird.