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| 21:11 Uhr

SV Elversberg
Ein 20-Jähriger, der sieben Sprachen spricht

Elversberg. Elversbergs Neuzugang Aldin Skenderovic hat in der Luxemburger Nationalelf schon gegen Stars wie Pogba oder Griezmann gespielt. Heiko Lehmann

Die SV Elversberg hat gestern ihren ersten und auch wohl einzigen Wintertransfer bekannt gegeben. Wie die Saarbrücker Zeitung bereits am Montag berichtete wechselt Aldin Skenderovic mit sofortiger Wirkung vom luxemburgischen Erstligisten Union Titus Petingen zum Fußball-Regionalligisten. Zum Wochenbeginn war der 20-Jährige bereits beim Laktattest der SVE in Saarbrücken. Und gestern trainierte der defensive Mittelfeldspieler zum ersten Mal mit der Mannschaft.

„Ich glaube, das ist eine gute Truppe. Es hat direkt viel Spaß gemacht. Und ich wurde herzlich aufgenommen“, sagt Skenderovic. Er wurde in Luxemburg geboren, seine Eltern stammen aber aus Montenegro. „Ich bin Luxemburger. Das Land hat mir und meiner Familie so viel gegeben, dass ich mich auch ohne groß zu überlegen für die luxemburgische Nationalmannschaft entschieden habe. Und nicht für die montenegrinische“, erzählt der 20-Jährige. Bislang war er bei all seinen Stationen Stammspieler: in der Jugend des FC Differdingen, in den U-Nationalmannschaften, in der ersten Liga beim FC Differdingen und bei Union Titus Petingen sowie im Nationalteam des Großherzogtums.

In Elversberg warten auf Skenderovic im zentral-defensiven Mittelfeld mit Leandro Grech, Gaëtan Krebs, Bryan Gaul, Fatih Köksal und Aleksandar Stevanovic gleich fünf starke Konkurrenten, die teilweise Zweitliga-Erfahrung haben. „Ich weiß, dass das alles sehr schwer für mich wird. Aber ich habe mich jetzt nach der Schule für eine Profikarriere entschieden, und die SV Elversberg ist meine erste Station“, sagt Skenderovic.

Verständigungsprobleme wird der robuste, ballsichere und mit viel Übersicht ausgestattete Mittelfeldspieler bei der SVE wohl keine haben. Deutsch, Luxemburgisch, Französisch, Englisch, Montenegrinisch, Serbisch und Portugiesisch beherrscht der 20-Jährige perfekt. SVE-Trainer Karsten Neitzel beobachtete Skenderovic im vergangenen Jahr bei den Länderspielen gegen Weißrussland (1:0-Sieg) und gegen Frankreich (0:0).

„Aldin hat im Prinzip alles, was man braucht. Und er ist noch jung und kann sich entwickeln. Aber wir sollten mal noch den Ball flach halten. Noch hat er für uns in der Regionalliga nicht gespielt“, lobt und bremst Neitzel gleichzeitig.

Für den Neuzugang selbst war vor allem das WM-Qualifikationsspiel im vergangenen September gegen Frankreich einer der Höhepunkte in seiner bisherigen Laufbahn. „Das war der Wahnsinn. Ich habe gegen Griezmann und Pogba gespielt und hatte nach zehn Minuten schon das Gefühl, ich bekomme Krämpfe. Aber irgendwie haben wir alle daran geglaubt, dass wir dieses Spiel an diesem Tag nicht gegen den großen Favoriten verlieren werden. Und es hat funktioniert“, blickt der 20-Jährige zurück. In Toulouse holten die Luxemburger ein sensationelles 0:0 und ließen damit Fußball-Europa aufhorchen.

Jetzt liegt der Start in die Karriere als Fußballprofi vor Skenderovic. Mit der ersten eigenen Wohnung weg von zu Hause und mit der Hoffnung, dass die SVE vielleicht doch noch das Ziel Relegationsplatz schafft. „Gegen Frankreich waren wir auch der große Außenseiter, und kaum einer hat an uns geglaubt. Aber wir haben an uns geglaubt. Und wir haben es geschafft“, erinnert sich Skenderovic. Den ersten Auftritt im SVE-Dress hat der Luxemburger am kommenden Samstag, 14.30 Uhr, beim Testspiel in Herxheim gegen den baden-württembergischen Oberligisten 1. CfR Pforzheim.