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| 21:11 Uhr

Wintersport
Zwischen Formsuche und Zuversicht

Ruhpolding. Einen Monat vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Südkorea machen sich im deutschen Lager zunehmend Sorgen breit.

Biathlon-Königin Laura Dahlmeier fehlt die Gold-Form noch, die Alpin-Asse schwächeln ohne ihre verletzten Stars, und auch die erfolgsverwöhnten Nordischen Kombinierer zweifeln. Einen Monat vor dem Beginn der Winterspiele in Pyeongchang gibt es in der deutschen Olympia-Mannschaft einige Sorgenfälle. Doch nach seinem zweiten Platz bei der Vierschanzentournee freut sich nicht nur Skispringer Andreas Wellinger auf den Winter-Höhepunkt. Die Rodler und Bobfahrer dürfen in Südkorea auf viel Edelmetall hoffen, auch Claudia Pechstein im Eisschnelllauf oder die Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot rechnen sich gute Chancen aus.

„Wird schon werden“, sagt Dahlmeier, die mit fünf WM-Titeln im Vorjahr zu Deutschlands größter Gold-Hoffnung aufstieg, vor dem heute beginnenden Weltcup in Ruhpolding. Zwei Erkältungen warfen die 24 Jahre alte Gesamtweltcupsiegerin zurück, insgesamt konnten die im vergangenen Jahr so starken Biathleten zuletzt nicht immer voll überzeugen. Auch die Weltmeister Simon Schempp und Erik Lesser fehlten vergangene Woche beim Heim-Weltcup in Oberhof und haben noch Arbeit vor sich. Für Hektik sorgt das aber nicht. „Wer jetzt in Höchstform ist, da bin ich mir nicht sicher, ob das in fünf Wochen auch noch so ist“, sagt Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig und beruhigte: „Wir sind im Soll bei unserem Fahrplan.“

Das können nicht alle behaupten. Nach den Kreuzbandrissen von Felix Neureuther und Stefan Luitz sowie der anhaltenden Schwächephase von Fritz Dopfer ist Viktoria Rebensburg die einzige Alpin-Fahrerin mit realistischen Medaillen-Chancen. Dabei war der Saisonstart so verheißungsvoll. Und die Olympiasiegerin von 2010 ist obendrein gesundheitlich angeschlagen, sie ist erkältet und merkt die vielen Rennen. „Wir müssen jetzt schauen, wie wir den Januar gestalten, man muss eine smarte Planung machen. Vicky muss sich wohl fühlen. Wenn alles passt, dann ist sie top“, sagt Damen-Bundestrainer Jürgen Graller.

Auch die Skispringer plagen Rückschläge. Nach seinem schweren Sturz bei der Tournee in Innsbruck will Richard Freitag schnell wieder fit werden. Gemeinsam mit Andreas Wellinger soll dann Überflieger Kamil Stoch aus Polen attackiert und im Optimalfall der Olympiasieg mit der Mannschaft wiederholt werden. „Wenn wir Richard schnell zurückkriegen, ist mir vor den nächsten Ereignissen nicht bange“, sagt Bundestrainer Werner Schuster. Freitag wird wohl zu Olympia wieder fit sein (siehe Text unten). Dass mit Severin Freund der einstige Vorflieger in Südkorea verletzt fehlen wird, gerät fast schon in Vergessenheit. „Das Team funktioniert“, sagt Schuster.

19 Medaillen, davon acht goldene, haben die deutschen Wintersportler vor vier Jahren in Sotschi gewonnen. Dieses damals ziemlich ernüchternde Ergebnis soll vom 9. bis 25. Februar am besten übertroffen werden. An ein Medaillenplus in Pyeongchang glauben allerdings laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Deutsche Presse-Agentur nur 18 Prozent der Deutschen.

Die deutsche Sportspitze setzt bei den Plänen für einen olympischen Aufschwung fast schon traditionell auf Edelmetall im Eiskanal. Auch 2018 sind die Rodler und Bobfahrer auf Kurs. Am vergangenen Wochenende gab es bei den Rodlern um Doppel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger zwei Dreifach-Erfolge am Königssee. Einzig der dreimalige Gold-Gewinner Felix Loch patzte und konnte auf seiner Heimbahn nicht gewinnen. Die Bob-Piloten um den viermaligen Weltmeister Francesco Friedrich klagen trotz vielversprechenden Siegen in diesem Winter allerdings noch über Materialprobleme.

Die erfolgsverwöhnten Nordischen Kombinierer wurden vom starken Saisonstart der Norweger etwas verunsichert. Doch vor allem Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek und der fünfmalige Gesamtweltcupsieger Eric Frenzel sollten im Februar trotzdem jederzeit in den Medaillenkampf eingreifen können. „Das werden aber keine Selbstläufer. Nach dem Siegeszug in der vorigen Saison haben die anderen Nationen aufgeholt. Unser Anspruch bleibt: In jeder Disziplin eine Medaille“, sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Während sich den Langläufern trotz guter Ergebnisse bei der Tour de Ski wenige Medaillen-Chancen bieten, reist Eisschnellläuferin Claudia Pechstein mit Zuversicht zu ihren siebten Winterspielen. Im Lager der Kufenflitzer überzeugte die 45-Jährige aus Berlin genauso wie Patrick Beckert bereits mit Weltcup-Podestplätzen. Auch die Paarlauf-WM-Zweiten Savchenko und Massot sind für ihr Projekt Olympia-Gold im Plan. „Die Truppe da vorn ist ziemlich groß, aber als Vize-Weltmeister darf man träumen“, sagt Trainer Alexander König.

(dpa)