"Joko" ist wieder da

Saarlouis. Der Applaus und der anderweitig ausgedrückte Zuspruch des Saarlouiser Publikums wurde am vergangenen Samstag spürbar lauter, als Michael Port, der Hallensprecher des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis, nach langer Zeit wieder sagen konnte: "Wir begrüßen mit der Nummer 77 unseren Monsieur Jonathan Julvécourt

Saarlouis. Der Applaus und der anderweitig ausgedrückte Zuspruch des Saarlouiser Publikums wurde am vergangenen Samstag spürbar lauter, als Michael Port, der Hallensprecher des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis, nach langer Zeit wieder sagen konnte: "Wir begrüßen mit der Nummer 77 unseren Monsieur Jonathan Julvécourt." Der Rückraumspieler wurde nach einer Knie-Operation von den Fans offensichtlich sehr vermisst. Entsprechend herzlich empfingen sie ihn zurück auf der Platte.

Morgen steht Julvécourt wieder auf dem Spielberichtsbogen. Dann wird ihn der Hallensprecher der TSG Friesenheim dem Publikum vorstellen. Anwurf in der Friedrich-Ebert-Halle ist um 19 Uhr.

"Ich habe mich über den tollen Empfang, den mir das Publikum bereitet hat, sehr gefreut", sagt Julvécourt nicht ohne Stolz: "Dafür sage ich ihnen ein großes Dankeschön!" Es war die 27. Minute, als die 1350 Zuschauer in der Saarlouiser Stadtgartenhalle dem Franzosen erneut zujubelten. "Joko" bekam den Ball in guter Wurfposition, schaute kurz, stieg hoch und vollstreckte zum 12:15. Nach einer anschließenden Aufholjagd drehten die Gastgeber das Spiel und siegten mit 38:35 gegen den HC Empor Rostock. "Ich war einfach nur sehr froh, nach sieben Monaten endlich wieder zur Mannschaft zurückzukommen", sagt der Linkshänder über seinen kurzen, aber wichtigen Auftritt.

Vor einem Jahr klagte der 26-Jährige über Probleme im Knie, die sich später als Kreuzbandriss herausstellten. Nach gründlichen Untersuchungen entschied sich die medizinische Abteilung gemeinsam mit "Joko" dafür, die Verletzung konservativ zu behandeln und nicht zu operieren. Nach anhaltenden Problemen wurde diese Entscheidung revidiert. Julvécourt wurde mit Blick auf die aktuelle Spielzeit im Frühjahr 2012 doch operiert. Nach monatelanger Reha ist er nun wieder da. "Überhaupt wieder vor Publikum zu spielen, das war einfach toll. Ich war zwar ein bisschen nervös, aber insgesamt hatte ich ein gutes Gefühl", sagt er und ergänzt zuversichtlich: "Ich hatte keine Schmerzen, meine Stabilität habe ich auch wiedergefunden. Ich hoffe, bald wieder bei 100 Prozent zu sein."

Das hofft auch sein Trainer Goran Suton, der erst nach dem Jahreswechsel wieder voll auf Julvécourt setzen wird: "Für zwei, drei kurze Einsätze von jeweils drei, vier Minuten ist er jetzt schon eine große Hilfe. Das ist er aber noch nicht für 60 Minuten." Vor kurzem fiel mit Steffen Fischer ein weiterer Linkshänder wegen einer Schulterverletzung aus, mittlerweile kann Suton erstmals auf beide zurückgreifen. Er sagt: "Die Stärken von Joko liegen ganz klar in seinen Distanzwürfen und den allgemein unberechenbaren Abschlüssen, die gegen jeden Gegner ein überraschendes Moment sind." Vielleicht auch morgen in Friesenheim - auch, wenn ihn dort "nur" die etwa 60 mitreisenden Saarlouiser Fans euphorisch empfangen werden.