„Ich war noch nicht so reif, wie ich es selbst gedacht hatte“

„Ich war noch nicht so reif, wie ich es selbst gedacht hatte“

Florian Ballas hat den 1. FC Saarbrücken in der B-Jugend verlassen, um ein Jahr später vom 1. FC Nürnberg zurückzukommen. Er ging erneut nach Nürnberg – und kam jetzt über Hannover 96 erneut zurück zum FCS.

Zwei Schritte vor, einer zurück - so kann man die junge Karriere des Fußball-Profis Florian Ballas auch beschreiben. Nach der B-Jugend wechselte der Neuzugang des Drittligisten 1. FC Saarbrücken vom FCS zum 1. FC Nürnberg. "Fußballerisch gab es nichts auszusetzen", erinnert sich Ballas, "aber ich war wohl noch nicht so weit, hatte Heimweh. Ich war noch nicht so reif, wie ich es selbst gedacht hatte".

Ballas kehrte nach einem Jahr in sein gewohntes Umfeld zurück. "Wir sind dann mit dem FCS aufgestiegen", erzählt der Abwehrspieler und nennt bekannte Mitspieler: "Philipp Hoffmann, Jaron Schäfer und Artur Schneider. Aber Nürnberg hat mir die Tür offen gehalten, wenn die Leistung stimmt." Und so ging es dann von Saarbrücken wieder zum FCN - und von der Nürnberger Regionalliga-Mannschaft vor dieser Saison weiter zum Bundesligisten Hannover 96. "Ich hatte Angebote aus der 2. Liga und eben von Hannover", sagt Ballas: "Mir war es wichtig, den nächsten Schritt zu machen auf dem Weg zu meinem Ziel Bundesliga."

Auf seinen ersten Einsatz im Fußball-Oberhaus muss der 21-Jährige noch warten. Auch ein Grund, warum er sich für eine Ausleihe an seinen Heimatverein entschieden hat. "Unter Trainer Mirko Slomka habe ich in der Vorbereitung alle Spiele gemacht - dann habe ich mich verletzt und die Chance war weg", erklärt Ballas: "Im Winter kam dann die Anfrage des FCS." Beim Drittligisten war alles unterschrieben, aber der neue 96-Trainer Tayfun Korkut wollte Ballas erst selbst gesehen haben. "Er hat mir gesagt, dass ich viel Potenzial und durchaus eine Chance habe", erzählt Ballas, "aber es sei besser, viel Spielpraxis zu bekommen und dann im Sommer neu anzugreifen". Dass es auch bei diesem Wechsel hin und her ging, dass er letztendlich mit Hannover 96 in die Türkei flog, um dann aber in das Mannschaftshotel des FCS in Belek abzubiegen - all das passt irgendwie zur Karriere des 21-Jährigen.

Etwas mehr als ein Woche gehört Ballas nun aber fest zum Kader von FCS-Trainer Milan Sasic. Am Freitag war er noch einmal in Hannover, ein paar Sachen und sein Auto abholen, am Sonntag steht beim FSV Mainz das letzte Testspiel für Saarbrücken vor dem Restrundenstart an. Anstoß ist um 14 Uhr Stadion Bruchweg. "Wir haben im Trainingslager viel gearbeitet. Es ging auch darum zu sehen, wer auf dem Feld am besten miteinander harmoniert", lässt der Neue die letzten Tage Revue passieren, "beim 2:0-Erfolg gegen den Karlsruher SC haben wir gezeigt, dass wir eine richtig gute Truppe haben - auch spielerisch". Dass es im Abstiegskampf aber nicht immer nur mit spielerischen Mitteln gehen wird, ist allen bewusst. "Wir haben viele Neue. Alle sind gute Fußballer und alle wissen, welche Aufgabe hier vor uns liegt", sagt Ballas, der es nach vier Jahren alleine wohnen genießt, ins "Hotel Mama" zurückzukehren, "allein schon für die Fans wollen wir die Klasse halten. An etwas anderes will ich nicht denken".

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Auf einen BlickBeim 1. FC Saarbrücken gab es am Freitag (noch) keine weiteren Wechsel. Der Verein dementierte zwar das Interesse an Patrick Schmidt (Schalke 04 II) und Kevin Pezzoni (Erzgebirge Aue) nicht, meldete aber auch keine Verpflichtung. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen", sagte Pressesprecher Christoph Heiser auch zu den Abwanderungsgerüchten um die Offensivspieler Thomas Rathgeber, Maurice Deville und Jaron Schäfer. Er teilte aber mit, dass Markus Hayer und Philipp Kreuels noch nicht zur Mannschaft stoßen können. Hayer sei nach seinem zweiten Kreuzbandriss weiter in der Reha, Kreuels noch immer krankgeschrieben (Schilddrüsen-Probleme). cor