Dänemark liegt „The Rock“ zu Füßen

Dänemark liegt „The Rock“ zu Füßen

Mikkel Hansen ist der bestimmende Spieler von EM-Gastgeber Dänemark, er soll die Mannschaft zum Titel führen. Wo immer der Rückraum-Spieler von Paris Saint-Germain auftaucht, fangen junge Mädchen an zu schreien.

Wenn Mikkel Hansen in diesen Tagen einen Raum betritt, wird es laut. Alleine das Erscheinen des Rückraum-Spielers löst bei seinen weiblichen Fans schon Begeisterungsschreie aus. Dänemarks Teenies jubeln ihrem Helden zu, wie man es sonst nur bei Popstars wie Justin Bieber kennt. Aber auch weniger hormongesteuerte Handball-Liebhaber verehren "The Rock".

Mischung aus Rockstar und Borg

"Mikkel ist gut, auch wenn er schlecht ist", sagt Nationaltrainer Ulrik Wilbek über seinen Star. Hansen soll Dänemark bei der Europameisterschaft im eigenen Land erneut zum Titel werfen. Der Rummel rund um den 1,96 Meter großen und knapp 100 Kilogramm schweren Koloss ist groß. Und wird nur noch von den Erwartungen übertroffen. Einzig der Triumph im Finale am 26. Januar zählt. Alles andere wäre eine Enttäuschung. Und dieser Hansen, der mit seiner langen Zottelmähne und seinem geliebten Stirnband aussieht wie eine Mischung aus Rockstar und Schweden Tennis-Legende Björn Borg, trägt die Hoffnungen der Nation fast alleine auf seinen kräftigen Schultern. Das Land erwartet von Hansen, dass er der Anführer ist, dass er die kniffligen Situationen löst. Und Mikkel Hansen liefert.

Der Mann von Paris Saint-Germain ist "Topscorer" des Turniers: 17 Tore, 23 Vorlagen. Mit drei Siegen in Serie ist Gold-Favorit Dänemark locker in die Zwischenrunde spaziert. Trotzdem warnt Hansen vor den kommenden Aufgaben. "Wir müssen noch einen Gang hochschalten. Wir hatten Phasen, in denen wir unkonzentriert waren", sagt der Hoffnungsträger, dessen Vater Flemming bei Olympia 1984 in Los Angeles für Dänemark spielte: "Das ist nicht gut genug, das wird in den nächsten wichtigen Spielen nicht reichen."

"Gleichgewicht finden"

An diesem Samstag kommt es zum Duell mit Weltmeister Spanien (20.30 Uhr). Es ist der erste richtig harte Gegner für Dänemark. Und eine echte Prüfung für Hansen. Der Welthandballer von 2011 wirkt auf dem Feld oft unbeteiligt, schlurft über den Platz wie ein Kreisklasse-Spieler. Doch Hansen kann aus dem Stand explodieren, hat Kraft, ist schnell, trickreich - eben ein kompletter Handballer. Nur mit einem starken Hansen kann Dänemark gegen Spanien bestehen und am Ende den ersehnten Titel holen.

"Wir dürfen nicht an Vergeltung und Rache denken", sagt Hansen vor dem Duell. Spanien hatte Dänemark vor einem Jahr im Finale der Weltmeisterschaft vorgeführt (19:35). Das darf sich nicht wiederholen. "Wir müssen das richtige Gleichgewicht finden", sagt Hansen cool. Und mit wir meint er sich selber.

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