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Frauenfußball
Aufstiegs-Chance trotz Sieglos-Serie

 Taifour Diane verzweifelte zuletzt an der Seitenlinie.
Taifour Diane verzweifelte zuletzt an der Seitenlinie. FOTO: Andreas Schlichter
SAARBRÜCKEN. Die Frauen des FCS empfangen den SV Meppen zu einem Spitzenspiel, das eigentlich gar keines ist. Von David Benedyczuk

Sieglos in diesem Jahr, übergreifend sogar seit sechs Partien. Und überhaupt nur zwei Siege aus den letzten zwölf Spielen: Normalerweise winkt im Fußball bei so einer Bilanz der Abstiegskampf. Der Zug nach oben müsste längst abgefahren sein. Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken dürfen vor den restlichen neun Partien in der 2. Bundesliga trotzdem weiter auf den Aufstieg hoffen.


Die Konstellation sieht so aus, dass zwei zweite Mannschaften der 2. Liga den Stempel aufdrücken: Der VfL Wolfsburg II und der FC Bayern II galoppieren vorneweg. Dahinter folgt mit der TSG Hoffenheim II ein drittes nicht aufstiegsberechtigtes Team, sodass aktuell der SV Meppen als Vierter auf dem ersten von zwei Aufstiegsplätzen rangiert. Die Emsländer gastieren an diesem Sonntag um 11 Uhr auf dem Saarbrücker Kieselhumes – für den auf Platz sechs abgestürzten FCS wäre es ein perfekter Zeitpunkt, um sich mit einem Erfolgserlebnis zurückzumelden.

„Moral und Kampfgeist stimmen, nur die Ergebnisse nicht. Nur zwei Punkte aus vier Spielen sind für unsere Ansprüche zu wenig“, sagt Trainer Taifour Diane zur tristen Ausbeute in 2019, durch die der FCS erstmals aus den Aufstiegsrängen rutschte. Bei zwei Punkten hinter Meppen und einem hinter dem USV Jena hat der FCS dennoch weiter alle Chancen. „Wir müssen zusehen, dass wir noch mal die Kurve kriegen“, sagt Diane.



Neben Punkten kamen ihm zuletzt in schöner Regelmäßigkeit Spielerinnen abhanden: Vor dem jüngsten 1:3 beim FSV Gütersloh musste er sein Team erneut auf drei Positionen umbauen. Torjägerin Jacqueline de Backer klagt weiter über Knieprobleme, bei Verteidigerin Emma Dörr zwickt die Kniekehle. Zudem wurde Flügelspielerin Tamara Tröster nicht berücksichtigt. Das sei eine „interne Sache“, zu der er sich nicht äußern werde, sagt Diane.

Während de Backer für Meppen auf der Kippe steht, dürfte Larissa Theil trotz ihrer nur kurzen Rückkehr in Gütersloh wieder bereitstehen. Die Verteidigerin spielte fast zwei Jahre nach ihrer letzten Zweitligapartie nur 15 Minuten, ehe sie angeschlagen wieder runter musste. Von den Langzeitverletzten könnte neben Chiara Klein, die nach ihrem Kreuzbandriss Ende März zurückerwartet wird, auch Marie Steimer (Fußbruch) laut Diane zumindest zeitnah wieder mitwirken.

Trotz der Misere möchte der FCS-Trainer nicht jammern, die volle Konzentration gilt dem wichtigen Heimspiel gegen Meppen. Die Gäste sind in diesem Jahr noch unbesiegt, gewannen vier von fünf Partien. Achten muss der FCS speziell auf Jalila Dalaf. Die Angreiferin ist mit zehn Treffern drittbeste Zweitliga-Torjägerin hinter der Saarbrückerin Julia Matuschewski (14) und Karoline Kohr vom 1. FC Köln (11).

Im Hinspiel traf Dalaf zu Meppens Pausenführung, ehe de Backer und Matuschewski die Wende herbeiführten. Seinerzeit war es tatsächlich ein Spitzenspiel, denn der FCS reiste als Tabellenführer zum Ligadritten. Danach lief es immer dürftiger – eine Entwicklung, von der auch der 1. FC Köln ein Lied singen kann. Die Domstädter waren ein Mitfavorit auf den Aufstieg, sind inzwischen aber nur noch Siebter, punktgleich mit dem FCS. Ohne Torjägerin Kohr, die eine Knieverletzung erlitt, lief dort zuletzt ebenfalls wenig zusammen. Das sollte sich schnell ändern – damit das direkte Duell zwischen Köln und Saarbrücken am vorletzten Spieltag bei aktuell sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone nicht plötzlich noch in ganz anderer Hinsicht relevant wird.