FCS-Frauen sind ganz vorne, meiden aber Thema Aufstieg

Souveräner Spitzenreiter der 2. Liga : FCS-Frauen wollen nicht über Aufstieg reden

Nach fünf Spieltagen in der 2. Liga ist klar: Die Chance ist riesengroß, der Vorsprung schon beachtlich.

Es sind erst fünf von 26 Spielen absolviert, aber es ist bereits jetzt zu erkennen, dass die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken eine Riesenchance haben, acht Jahre nach dem Abstieg wieder in die Frauen-Bundesliga zurückzukehren. Das Team von Trainer Taifour Diane führt die neue eingleisige 2. Liga mit 13 Punkten an, ist als einziges Team noch unbesiegt. Und: Der FCS hat vor dem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr, Kieselhumes) gegen den 1. FFC Frankfurt II schon vier Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz.

Die ersten Zwei steigen am Saison­ende auf. Und hinter dem FCS ist die Situation ähnlich kurios wie zuletzt in der 2. Liga Süd. Auf den Plätzen zwei bis vier liegen ausnahmslos zweite Mannschaften von Bundesligisten, die nicht aufstiegsberechtigt sind (FC Bayern II, Turbine Potsdam II, 1899 Hoffenheim II). Erst dahinter folgt der 1. FC Köln (drei Punkte hinter dem FCS), der Stand jetzt aIs Tabellenfünfter mitaufsteigen würde. Sechster ist eine weitere zweite Mannschaft (VfL Wolfsburg II), erst danach – in der zweiten Tabellenhälfte (!) – kommen die Vereine, die dem FCS den Aufstieg streitig machen könnten: der SV Meppen auf Platz sieben und der BV Cloppenburg auf Rang acht (beide vier Zähler zurück). Und gegen beide hat der FCS bereits gewonnen, jeweils 3:1.

Und obwohl die Chance zum Greifen nah ist, will der Frauen-Abteilungsleiter des FCS, Winfried Klein, vom möglichen Aufstieg nichts wissen. „Wir widmen uns nur dem Alltagsgeschäft“, sagt Klein: „Auch im Vorjahr standen wir zu dem Zeitpunkt vorne. Dann gab es zwei Verletzte – und das Thema war gegessen.“ Damals hatten sich die Offensivspielerinnen Chiara Klein und Tesa McKibben schwer verletzt, vor allem der Ausfall von Klein warf die Mannschaft aus der Bahn.

Doch diesmal scheint der FCS mit Verletzungsproblemen besser umgehen zu können. Das zwischenzeitliche Fehlen von Neuzugang Chiara Loos, die Klein nach deren Kreuzbandriss ersetzt, oder Kapitänin Lena Ripperger wurde problemlos aufgefangen. Auch Trainer Diane will über die Aufstiegs-Chance nicht reden. Er sieht aktuell nur „eine Momentaufnahme“. Nicht die Tabelle sei wichtig, sondern das nächste Spiel.

Das Duell mit Frankfurt II wird für Neuzugang Julia Matuschewski eine besondere Partie. Die 21-Jährige hatte vom zehnten Lebensjahr an bis zum Sommer für die Hessen gespielt. Anders als in Meppen, wo sie erst zur Pause rein kam und mit zwei Toren und einer Vorlage auftrumpfte, dürfte die zuletzt angeschlagene Matuschewski gegen Frankfurt wieder in der Startelf stehen. „Ihr geht es noch mal besser. Sie wird gegen ihren Ex-Club hochmotiviert sein. Wir möchten an unsere guten Leistungen anknüpfen“, sagt Diane.

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