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Fifa trifft Entscheidungen
Mega-WM ist auf den Weg gebracht

Miami. Fußball-WM 2022 vermutlich schon mit 48 Ländern. Club-WM ersetzt Confed Cup. sid

Nach dreieinhalb Stunden im Businessbereich des Ritz-Carlton-Hotels konnte Gianni Infantino den Gang zur Pressekonferenz mit einem Siegerlächeln antreten. Gegen den Widerstand aus Europa hat das von dem Schweizer geführte Council des Fußball-Weltverbands Fifa die Reform der Club-WM beschlossen. Zudem wurde die Aufstockung der WM 2022 in Katar, ebenso eines der Lieblingsprojekte Infantinos, auf den Weg gebracht.


„Sie sehen einen glücklichen Präsidenten“, sagte Infantino, der sich „nicht im Krieg“ mit der Uefa sieht: „Ich bin immer glücklich, aber heute besonders. Nicht für mich, sondern für den Weltfußball. Wir haben einige wichtige Beschlüsse gefasst.“ Das Council, in dem auch DFB-Präsident Reinhard Grindel sitzt, traf am Freitag in Miami die Grundsatzentscheidung für die „Mega“-Endrunde in dreieinhalb Jahren. Wird ein passender Co-Gastgeber in der momentan krisengeschüttelten Region gefunden, soll der Fifa-Kongress im Juni die Aufstockung absegnen.

Als Ausrichter einiger der dann 80 WM-Spiele kommen geografisch vor allem Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate infrage, die sich mit Katar aber in einer Art kaltem Krieg befinden. Neutrale Partner wären Kuwait und Oman. „Wir kennen die Situation in der Golfregion“, sagte Infantino: „Aber wir sind in der glücklichen Position, uns mit Fußball zu beschäftigen.“ Die WM 2022 wird vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022 gespielt, daran müsste sich auch nichts ändern. Ursprünglich sollte erst die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit 48 statt 32 Mannschaften ausgerichtet werden.



Die europäische Sicht auf die Reform der Club-WM war knegativ – doch die sieben Uefa-Delegierten waren bei der Entscheidung im 31-köpfigen Council zahlenmäßig deutlich unterlegen. Das Turnier soll vom 17. Juni bis zum 4. Juli 2021 gespielt und alle vier Jahre ausgetragen werden. Der Ausrichter steht noch nicht fest, der Confed Cup wird dafür gestrichen. Die Uefa wird acht Spitzenklubs entsenden. Aus Deutschland dürfte Bayern München die besten Chancen auf eine Einladung haben.