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Handball
Die Personalplanung ist fast abgeschlossen

 Peter Walz wird die HG Saarlouis weiter als Kapitän anführen.
Peter Walz wird die HG Saarlouis weiter als Kapitän anführen. FOTO: Andreas Schlichter
SAARLOUIS. Die HG Saarlouis will sich in der 3. Liga Süd wieder weiter nach oben orientieren. Von David Benedyczuk

Die erste Saison der HG Saarlouis nach dem Abstieg aus der 2. Handball-Bundesliga geht langsam zu Ende. Nach einer wechselhaften Spielzeit kam das neue Team von Trainer Philipp Kessler zuletzt in Fahrt und liegt nach fünf Siegen in Folge als Siebter (26:20 Punkte) auf Kurs, den im ersten Drittliga-Jahr anvisierten vorderen Mittelfeldplatz zu erreichen. Auch die Personalplanung brachte unlängst mehrere Erfolge mit sich.


Nach den Torhütern Patrick Schulz und Darius Jonczyk gaben auch die Brüder Lars und Peter Walz ihre Zusage und verlängerten jeweils bis 2021. „Unser Kapitän Peter Walz ist nicht nur einer der besten Kreisläufer der Liga, sondern ein Vorkämpfer im Team und wie sein Bruder jemand, der immer gewinnen will“, sagt Kessler. Für Walz war es das „beste Gesamtpaket“, das trotz anderer Offerten für Saarlouis sprach: Die Vereinbarkeit von Handball und der Arbeit als Polizist, die Teamchemie, die sportlichen Bedingungen und nicht zuletzt „die besten Fans der Liga“ – sein Verbleib hat viele Gründe. Der 24-Jährige hält auch die Rückkehr in höhere Gefilde perspektivisch für möglich: „Über kurz oder lang sehe ich die HG wieder in der 2. Liga – das möchte ich mir nicht entgehen lassen und meinen Beitrag dazu leisten.“

„Peter ist zweifellos die Identifikationsfigur der HGS“, sagt Vereinschef Richard Jungmann, „er versteht es, mit seiner kämpferischen Art die Zuschauer jedes Mal aufs Neue zu begeistern.“ Bruder Lars, der im Sommer 2018 von der HSG Völklingen kam, sieht Kessler „als absoluten Gewinn“. Die vorzeitige Verlängerung um ein weiteres Jahr soll dem 21-jährigen Linksaußen nach seinem Kreuzbandriss den beschwerlichen Weg zurück erleichtern.



Anfang der Woche vermeldete Saarlouis den zweiten Neuzugang für die neue Saison: Vom Luxemburger Club HB Dudelange kommt Tommy Wirtz. Der 26-jährige Linksaußen stand schon im Vorjahr auf dem Wunschzettel. Nach Abschluss seines Studiums sehe er sich nun bereit, im Ausland den nächsten Schritt zu wagen, sagt der 1,90 Meter große Nationalspieler. Kessler schätzt besonders Wirtz’ Vielseitigkeit: „Er hat viel Spielverständnis und kann daher auch Rückraum Mitte spielen. Alleine seine Flexibilität macht ihn zur Top-Verstärkung“, sagt der Trainer.

Im Januar hatte die HG bereits die Rückkehr von Wladislaw Kurotschkin von der VTZ Saarpfalz eingetütet. Der 23-jährige Kreisläufer erweitere einerseits die Planspiele am Kreis und ein mögliches Zurückziehen von Kapitän Walz in den Rückraum, so Kessler. Zudem sieht er Kurotschkin als wichtige Verstärkung für die Abwehr. „Die Kaderplanung ist damit nahezu abgeschlossen“, sagt der HG-Trainer. Vom aktuellen Kader besitzen Ivo Kucharik, Josip Grbavac, Niclas Louis, Philipp Leist, Dominik Rifel, Max Hartz, Gilles Thierry und Julian Kreis gültige Kontrakte. Wackelkandidaten sind der Lette Toms Lielais und Linksaußen Pascal Noll, deren Verträge auslaufen.

„Der Kader wird nächste Saison stärker sein. Ob es direkt für ganz oben reicht, kann ich nicht sagen. Da bleiben wir lieber bescheiden“, sagt Kessler: „Wenn die spielerische Entwicklung stimmt, werden wir uns automatisch nach oben orientieren.“ Wie es derzeit der Fall ist. Ob die Siegesserie an diesem Samstag beim heimstarken Tabellennachbarn TSB Heilbronn-Horkheim (20 Uhr) anhält, erscheint jedoch fraglich, nachdem es mit dem Kroaten Grbavac (Knieblessur) den nächsten Ausfall zu beklagen gibt.