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Fußball: Die Zwangspause als Chance begreifen

Fußball : Die Zwangspause als Chance begreifen

Bernd Beres ist im Amt des Kreisschiedsrichter-Obmanns bestätigt worden. Der Vorsitzende des Fußball-Bezirksligisten FV Fischbach hat mit seinem Club in der Corona-Krise schon gehandelt, bevor Behörden und Verbände reagiert haben.

„Die Situation ist für uns alle neu“, sagt Bernd Beres mit Blick auf die Corona-Krise und deren Folgen. Der Fischbacher schiebt nach: „Vielleicht ist sie aber auch eine Chance, innezuhalten und darüber nachzudenken, was war und wie es danach weitergehen soll.“ Beres ist seit mehr als 30 Jahren im Vorstand des Bezirksligisten FV Fischbach tätig. Er ist zudem Schiedsrichter und gerade erst im Amt des Schiedsrichter-Obmanns des Südsaar-Kreises des Saarländischen Fußball-Verbandes bestätigt worden (siehe Infokasten). „Wir haben in der vergangenen Woche schon gehandelt, bevor Behörden und Verband reagiert haben. Als zwei unserer aktiven Mitglieder nach der Rückkehr aus einem Urlaub in Quarantäne mussten, haben wir sofort das Training für alle Mannschaften eingestellt. Natürlich ist uns das als Vorstand nicht leicht gefallen, aber die Entscheidung war einstimmig. Die Gesundheit aller geht vor“, berichtet der Vorsitzende des Bezirksligisten Und dafür sind die Fischbacher noch einen Schritt weiter gegangen: Der Kunstrasenplatz ist abgesperrt. „Die Schulen sind ja derzeit geschlossen und es wäre ja sicher kein Problem, wenn nur zwei oder drei Kinder dann hier spielen würden. Aber es ist nicht auszuschließen, dass viel mehr Kinder kommen, sich dann größere Gruppen bilden. Damit wäre die Grundidee der Schulschließung ja wieder ausgehebelt.“

Für den Kunstrasenplatz muss der FV Fischbach monatlich einen Kredit bedienen. Auch die sonstigen Fixkosten laufen weiter. „Wir konnten in den letzten Jahren finanzielle Rücklagen aufbauen, die es uns erlauben würden, bis zum Jahresende zu überstehen“, sagt Beres: „Das ist dann wiederum der Vorteil, wenn man nicht so hoch spielt. Wir haben keine Vertragsspieler wie andere Vereine.“ Das traditionelle Sportfest des FV Fischbach, das im Juni stattfinden sollte und mit dem der Verein für gewöhnlich einen großen Teil seines Jahresetats abdeckt, ist abgesagt. „Es passt einfach nicht, aktuell irgendwelche Feste zu planen“, erklärt Beres. Sich für die Zukunft Gedanken machen schon. „Vielleicht beginnt bei Vereinen in höheren Ligen und mit höherem Finanzbedarf nun auch ein Umdenken. Ich glaube nicht, dass wir die bisherige Geldspirale so weiterdrehen können.“

Bernd Beres Foto: Stolz. Foto: Alexander Stolz

Die Gewaltspirale gegenüber Schiedsrichtern war ein Thema des Schiedsrichter-Kreistages, der in der vergangenen Woche in der Quierschieder „Q.lisse“ stattgefunden hat. „Wir Schiedsrichter haben jetzt direkte Ansprechpartner, können Geschehnisse sofort auch an die Polizei weitergeben“, sagt Beres, der darin aber nicht die grundlegende Lösung des Problems sieht. „Wir müssen mehr miteinander sprechen. Schiedsrichter, Spieler und Vereine sitzen doch letztlich in einem Boot. Ich finde, Meckern ist ja in Ordnung. Aber bei Schmähungen, Beleidigungen oder Gewalt ist Schluss.“ Nur einer Gruppe den schwarzen Peter zuzuspielen, hält der erfahrene Funktionär für falsch: „Auch wir als Schiedsrichter machen Fehler und müssen offen sein für Kritik. Der Dialog mit den Vereinen muss intensiv geführt werden.“