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Zwei Posten, vier Kandidaten Hager: "Mein Wunsch ist ein Jugend- leistungszentrum" Mariotto: "Für mich ist es einfach die Liebe zum Verein"Prophet: "Für mich ist der Aufsichtsrat ein Kontroll-Organ" Petry: "FCS ist ein wichtiger kommunaler Standortfaktor"

Zwei Posten, vier Kandidaten Hager: "Mein Wunsch ist ein Jugend- leistungszentrum" Mariotto: "Für mich ist es einfach die Liebe zum Verein"Prophet: "Für mich ist der Aufsichtsrat ein Kontroll-Organ" Petry: "FCS ist ein wichtiger kommunaler Standortfaktor"

Saarbrücken. Am Montag, 21. November, um 19 Uhr findet in der Kongresshalle in Saarbrücken die Mitgliederversammlung des 1. FC Saarbrücken statt. Neben den Tätigkeitsberichten stehen die Verabschiedung einer überarbeiteten Satzung und die Wahl von zwei weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrats auf der Tagesordnung

Saarbrücken. Am Montag, 21. November, um 19 Uhr findet in der Kongresshalle in Saarbrücken die Mitgliederversammlung des 1. FC Saarbrücken statt. Neben den Tätigkeitsberichten stehen die Verabschiedung einer überarbeiteten Satzung und die Wahl von zwei weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrats auf der Tagesordnung. "Auf dem Wahlzettel werden die Herren Daniel Hager, Leo Petry, Claudio Mariotto und Dirk-Sören Prophet stehen", sagt Werner Cartarius, der Vorsitzende des Ehrenrats: "Alle erfüllen die Voraussetzungen, sind Mitglied und haben ihren Beitrag bezahlt."Der Unternehmer Daniel Hager von der Hager-Gruppe und der frühere VSE-Vorstand Leo Petry sind Wunschkandidaten des Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhardt Klimmt: "Um den Verein weiter zu stärken, habe ich den Ehrenrat gebeten, die beiden zur Wahl vorzuschlagen. Petry schließt die Lücke zur Energiewirtschaft, die durch das Ausscheiden von Gerd Zibell (Evonic, Anmerkung der Redaktion) aus dem Aufsichtsrat entstanden ist. Mit Daniel Hager rückt eines der erfolgreichsten Unternehmen des Saarlandes noch dichter an den Verein."

Die Bewerbungen von Mariotto und Prophet sieht Klimmt kritisch, aber wohlwollend: "Wenn es im Verein läuft, muss man den Leuten nicht nachlaufen, um den Aufsichtsrat zu besetzen. Wenn der Ehrenrat weitere Bewerber vorschlägt, muss die Versammlung entscheiden. Auf jeden Fall ist es schön, dass das Interesse am Verein und die Bereitschaft zur Mitarbeit gewachsen ist."

Während Mariotto wohl eher als Einzelkandidat gilt, wird der frühere Fanbeauftragte Prophet von Teilen der Anhängerschaft unterstützt werden. "Ein Ziel unserer Satzung ist, ein Mitglied im Aufsichtsrat zu haben", sagt Thomas Helfen vom Fan-Ausschuss des 1. FC Saarbrücken: "Dirk-Sören hat in Fankreisen einen guten Namen und sicher auch die Fähigkeit. Wir werden seine Kandidatur unterstützen."

Es könnte ein langer Abend werden, auch, weil die Satzung in fast 60 Punkten überarbeitet und verändert wurde. "Wir sind damit dem Wunsch der letzten Mitgliederversammlung nachgekommen. Das Meiste sind redaktionelle Veränderungen und keine großartigen Veränderungen der Vereinsstruktur", erklärt Klimmt. Das sieht FCS-Mitglied Tobias Wittstatt anders: "Uns stört unter anderem die Änderung des Paragrafen 14. Hier soll verankert werden, dass der Ehrenrat unanfechtbar über die Kandidaten zum Aufsichtsrat entscheiden kann. Möchte also der Ehrenrat einen Kandidaten nicht zulassen, kann daran nichts geändert werden. Da der Ehrenrat den Aufsichtsrat vorschlägt, dieser wiederum das Präsidium bestellt und das Präsidium den Ehrenrat vorschlägt, schließt sich der Kreis. Der Möglichkeit des Machtmissbrauchs ist somit also Tür und Tor geöffnet."

Klimmt kann diese Aufregung nicht nachvollziehen, schließlich habe der Ehrenrat bereits in der aktuellen Satzung das Vorschlagsrecht.

saarbruecker-zeitung.de/fcs

Kandidat für den Aufsichtsrat: Daniel Hager, geboren 1971, ist seit 2008 Vorstandsvorsitzender der Blieskasteler Hager-Gruppe. Das Unternehmen unterstützt seit 2010 die Jugendabteilung des 1. FC Saarbrücken. Damals war Hager im Umfeld des Vereins schon als potenzieller neuer Hauptsponsor gehandelt worden. "Mein Wunsch ist ein Jugendleistungszentrum in Saarbrücken. Es würde den Verein und die Region nach vorne bringen", erklärt Hager, der bei seinem Engagement "Herzblut und Sachverstand" einbringen möchte: "Der Verein strukturiert sich weiter professionell, dabei möchte ich helfen. Und auch die Kontakte in die regionale Wirtschaft müssen weiter ausgebaut werden." cor

Kandidat für den Aufsichtsrat: Claudio Mariotto, geboren 1954, ist Bauingenieur im luxemburgischen Staatsdienst. Im Fanmagazin Leuchtturm und auf der Internet-Plattform www.ludwigspark.de ist der Frauenfußball-Anhänger seit einiger Zeit als Kolumnist und Beitragsschreiber bekannt. "Für mich ist es einfach die Liebe zum Verein, die mich zur Kandidatur bewogen hat", sagt Mariotto, "viele Leute sagen, man müsse etwas tun, machen dann aber nichts. Ich stelle mich zur Verfügung". Über seine Ziele im Aufsichtsrat will der Luxemburger noch nichts verraten: "Im Aufsichtsrat trägt man eine besondere Verantwortung. Man kann nur mit überzeugenden Argumenten Dinge ändern." cor

Kandidat für den Aufsichtsrat: Leo Petry, geboren 1948, ist studierter Diplom-Kaufmann. Bis zum Sommer diesen Jahres saß der in Gerlfangen lebende Petry im Vorstand der Vereinigten Saar-Elektrizitäts-AG (VSE). Der SPD-Politiker gehörte von 1980 bis 1992 dem saarländischen Landtag an. "Der FCS ist ein wichtiger kommunaler Standortfaktor", sagt der Dozent an der saarländischen Hochschule für Technik und Wissenschaft, dem wegen seiner beruflichen und politischen Tätigkeit gute Kontakte in die Wirtschaft zugeschrieben werden: "Ich verfolge die Spiele des FCS seit meinem sechsten Lebensjahr. Ich möchte mithelfen, dass die ökonomische Grundlage des Vereins verbessert wird." cor

Kandidat für den Aufsichtsrat: Dirk-Sören Prophet, geboren 1973, ist Diplom-Kaufmann und arbeitet in der Innenrevision einer europäischen Bank in Luxemburg. "Ich wurde von mehreren Leuten aus der Fanszene darauf angesprochen", erzählt der Merziger, der schon ehrenamtlich als Fanbeauftragter beim FCS tätig war, "mich hat diese Aufgabe schon immer interessiert". Bei einer Wahl würde er seinen Stammplatz in der "Virage est" nur gelegentlich mit der Haupttribüne tauschen. "Für mich ist der Aufsichtsrat ein Kontroll-Organ für Vorstand und Geschäftsführung. Seine Arbeit ist streng geheim. Klar ist: Mit den Fingern schnippen und alles ändern kann nicht funktionieren und ist nicht sinnvoll", sagt er. cor

Am Rande

Die Stadt Saarbrücken hat für kommende Woche drei Unternehmen eingeladen, die Erfahrung in Planung, Bau und Betrieb von Fußball-Stadien haben. Die Gespräche mit den Unternehmen dienen laut Stadtpressestelle dazu, dass sie eine Grundlage bekommt, wie es in Sachen geplanter Umbau des Ludwigspark-Stadions weitergehen soll. Seit März steht fest, dass das Land sich mit 17 Millionen und die Stadt mit elf Millionen Euro an dem Umbau beteiligen will. Der 1. FC Saarbrücken soll Stadion-Mieter bleiben. mak