Ärger um fehlende Bluttests

Dubai. Der Schwimm-Weltverband Fina sorgt wieder einmal für Kopfschütteln im Kampf gegen Doping. Angeführt von Paul Biedermann kritisierten die deutschen Schwimmer fehlende Bluttests bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft in Dubai. "Es ist immer dasselbe, was soll das? Wir verstehen nicht, warum die Fina das macht

 Markus Deibler wirkt ratlos: Er schwamm mit der Staffel deutschen Rekord - für eine WM-Medaille reichte das nicht. Foto: dpa

Markus Deibler wirkt ratlos: Er schwamm mit der Staffel deutschen Rekord - für eine WM-Medaille reichte das nicht. Foto: dpa

Dubai. Der Schwimm-Weltverband Fina sorgt wieder einmal für Kopfschütteln im Kampf gegen Doping. Angeführt von Paul Biedermann kritisierten die deutschen Schwimmer fehlende Bluttests bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft in Dubai. "Es ist immer dasselbe, was soll das? Wir verstehen nicht, warum die Fina das macht. Wir sind nur die Doofen, die es abbekommen und erklären sollen", sagte Biedermann gestern. "Ich durchschaue die Fina gar nicht und finde es schade, dass es so ist", pflichtete ihm seine Freundin Britta Steffen bei. Zuvor hatte die Fina bekannt gegeben, erst bei der Langbahn-Weltmeisterschaft 2011 in Shanghai Bluttests durchzuführen. Zuletzt hatte sie bei der WM 2005 bei Dopingtests auch Blutproben genommen.

Unterstützung erhielten die Athleten von der Präsidentin des Deutschen Schwimmverbandes (DSV). Christa Thiel erwartet vom Weltverband bis 2011 die Durchführung von Bluttests. "Wir sollten uns daran halten, was bei Top-Veranstaltungen als Rahmenbedingung im Kampf gegen Doping angesehen wird", sagte die Rechtsanwältin, die auch Vorsitzende des Fina-Disziplinargerichts ist. Die Vize-Präsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes verwies darauf, dass der europäische Verband LEN bei der Kurzbahn-Europameisterschaft im vergangenen November in Eindhoven in Zusammenarbeit mit der niederländischen Anti-Doping-Agentur Bluttests durchführen ließ. Die LEN hatte auf Grund mangelnder Bluttest bei der Langbahn-Europameisterschaft im vergangenen August ebenfalls Kritik einstecken müssen. "Wir haben unverzüglich reagiert", sagte Thiel, die auch Schatzmeisterin des europäischen Verbands ist.

Die Fina hingegen wehrt sich nicht gegen die Kritik an fehlenden Blut- und Trainingskontrollen. Fina-Generaldirektor Cornel Marculescu betonte, viele verbotene Substanzen wie Epo seien im Urin der Sportler besser nachweisbar. Dabei ist der Wille der Schwimmer zum Aderlass groß, auch um dem Doping-Dauerverdacht zu begegnen. "Mein Blut können sie haben", sagte US-Topschwimmer Ryan Lochte, und der Berliner Benjamin Starke forderte sogar, alle Finalteilnehmer zu Bluttests zu verpflichten. dpa

Auf einen Blick

Auch die 4 x 200 Meter-Freistil-Staffel hat bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft in Dubai die erste deutsche Medaille verpasst. Paul Biedermann, Markus Deibler, Stefan Herbst und Benjamin Starke schwammen deutschen Rekord (6:54,12 Minuten) - das reichte nicht. Den Titel holte Russland (6:49,04/Weltrekord) vor den USA und Frankreich. Dorothea Brandt aus Berlin wurde Fünfte über 50 Meter Brust (30,19 Sekunden). Es gewann Rebecca Soni (USA/29,83) vor Zhao Jin (China) und Leiston Pickett (Australien). dpa