| 15:31 Uhr

1. FC Saarbrücken
Unterschiedliche Halbzeiten, aber ein verdienter Sieg

FCS-Spieler Tobias Jänicke beglückwünscht Torschütze Fanol Perdedaj zu seinem Tor, das Alexandre Mendy (links) mit vorbereitet hatte.
FCS-Spieler Tobias Jänicke beglückwünscht Torschütze Fanol Perdedaj zu seinem Tor, das Alexandre Mendy (links) mit vorbereitet hatte. FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken gewinnt 1:0 gegen Stadtallendorf. Wieder trifft Fanol Perdedaj. Von Patric Cordier

Auf den Tag genau acht Jahre nach dem 7:0 bei Carl-Zeiss Jena, dem noch immer höchsten Sieg in der Drittliga-Geschichte, gelang dem 1. FC Saarbrücken der erste Heimsieg in der Regionalliga-Saison 2018/19. Der FCS gewann im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion vor 3147 Zuschauern gegen Eintracht Stadtallendorf mit 1:0 (1:0). Von den Helden von Jena sind heute noch Manuel Zeitz als Kapitän und Sportdirektor Marcus Mann für die Saarländer aktiv. „Der Erfolg gegen Stadtallendorf ist insgesamt verdient, aber wir hätten es uns deutlich einfacher machen können“, sagte Mann nach dem Spiel, „erst können wir schon früher in Führung gehen und dann mit einem zweiten Treffer alles klarmachen.“


Nach 15 Minuten des Abtastens nahmen die Hausherren das Heft in die Hand. Nach schöner Vorarbeit von Mario Müller ging ein Volleyschuss von Tobias Jänicke am Tor vorbei. Marco Holz setzte nach und holte einen Eckball heraus, den Fanol Perdedaj über das Tor köpfte. Dann war Marcel Carl Wegbereiter. Der Stürmer lief viel für die Mannschaft, kam selbst aber selten in Abschlussposition. Seine Flanke von der Grundlinie strich über die Haarspitzen von Perdedaj (21.). Im dritten Anlauf passte alles zusammen: Alexandre Mendys Pass kam im richtigen Tempo. Holz‘ ausgezeichnete Schusstechnik machte es möglich, den Ball aus vollem Lauf vors Tor zu bringen. Der nur 1,71 Meter große Perdedaj köpfte druckvoll ein – das 1:0 (31.). „Ich habe Sprungkraft, und Timing habe ich auch“, freute sich der Mann der wichtigen Tore – Perdedaj hatte schon gegen den SC Freiburg II den 1:0-Siegtreffer erzielt.

Fünf Minuten später hätte das 2:0 fallen müssen. Nach der ersten Ecke der Gäste überbrückten Markus Mendler und Müller in drei Zügen das gesamte Spielfeld, doch der mitgelaufene Holz traf den Ball nicht voll, verfehlte das Tor um Zentimeter. „Es war in der ersten Halbzeit eine absolute Top-Leistung“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner, „umso unerklärlicher, warum wir ohne Not den Gegner wieder aufbauen. Solange es nur 1:0 steht, kann immer was passieren. Ich weiß nicht, ob es Nachlässigkeit war, ob es Arroganz war oder eine gewisse Müdigkeit im Kopf, aber es waren zwei ganz unterschiedliche Halbzeiten.“



Stadtallendorf durfte mitspielen, kam zu einigen Freistoßsituationen in der Nähe des Strafraums, deren Ausführung aber harmlos blieb. Nur einmal wurde es gefährlich. Ceyhun Dinler spielte Jänicke aus und stand frei vor FCS-Schlussmann Daniel Batz, doch Zeitz und Benjamin Kessel warfen sich gemeinsam in den Schuss (80.). Draußen Informierte sich Bernhard Trares, Trainer von FCS-Konkurrent Waldhof Mannheim, auffällig intensiv über Markus Obernosterer. Der war nach einer Stunde eingewechselt worden und traf in der Nachspielzeit nur den Pfosten. Da war Stadtallendorf nur noch zu zehnt. Dinler hatte wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen. Nach dem Schlusspfiff gab es noch Rot für Gäste-Kapitän Kevin Vidakovics. Er soll Schiedsrichter David Scheuermann den Vogel gezeigt haben. „Ob man das nach dem Spiel noch sehen muss, lasse ich mal dahingestellt“, sagte Gästetrainer Dragan Sicaja, „aber deswegen haben wir nicht verloren.“ Der FCS hat nun etwas Zeit zur Regeneration, erst am Mittwoch, 22. August, steht beim TSV Steinbach ein echter Härtetest an.