| 20:19 Uhr

Regionalliga Südwest
Die Serie des FCS ist beendet

FCS-Mannschaftsarzt Roland Kuppig (links) steht bei Stürmer Patrick Schmidt, der sich verletzt hat und nicht mehr weiterspielen kann. Über die Schwere der Verletzung soll heute eine Untersuchung Aufschluss geben.
FCS-Mannschaftsarzt Roland Kuppig (links) steht bei Stürmer Patrick Schmidt, der sich verletzt hat und nicht mehr weiterspielen kann. Über die Schwere der Verletzung soll heute eine Untersuchung Aufschluss geben. FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. Regionalliga-Tabellenführer kassiert beim 0:1 gegen Koblenz erstmals seit 22 Spielen wieder eine Niederlage.

22 Mal in Folge blieb der 1. FC Saarbrücken in der Fußball-Regionalliga Südwest unbesiegt – Vereinsrekord. Am Samstag war es aber soweit. Die Mannschaft von Trainer Dirk Lottner unterlag mal wieder – mit 0:1 (0:0) gegen Abstigeskandidat TuS Koblenz, der sogar fast 20 Minuten in Unterzahl spielen musste. Die Reaktion der FCS-Spieler war erfrischend selbstkritisch. „Wir können jetzt dem Platz die Schuld geben. Oder den englischen Wochen. Aber das hatten die anderen Mannschaften auch“, sagte Steven Zellner, bester Saarbrücker am Samstag, „es fehlte vielleicht etwas die Konzentration. Am Ende sind wir selber schuld.“


Denn Koblenz war nicht nach Völklingen gekommen, um sich zu verstecken. Nichts zu sehen von der Kloppertruppe von Ex-Trainer Petrik Sander aus dem Hinspiel, stattdessen teilweise sehr ordentliches Kombinationsspiel nach Maßgabe des neuen Chefs Anel Dzaka. „Saarbrücken hat eine Übermannschaft“, sagte der, „wir wollten aber Dinge auch immer spielerisch lösen.“ Genau das öffnete dem FCS Räume, die er aber nicht nutzen konnte. Der letzte Ball kam nicht an, die Ballannahme mißlang oder der Angespielte war schon im Abseits. So ergab sich aus einem Eckball von Markus Mendler die größte Chance der ersten Halbzeit. Den Kopfball von Oliver Oschkenat kratzte Kevin Lahn von der Linie, Saarbrückens Fanol Perdedaj setzte den Nachschuss freistehend aus vier Metern über das Tor (32.). Perdedaj hatte eine Einladung zur Nationalmannschaft des Kosovo ausgeschlagen, um für seinen neuen Verein auflaufen zu können. Er blieb wie einige andere deutlich hinter den zuletzt gezeigten Leistungen zurück.

Der Treffer des Tages fiel knapp 25 Minuten später. Nach einem Freistoß des Ex-Saarbrückers Andreas Glockner leistete die FCS-Defensive mehr Geleitschutz als Gegenwehr. den Querpass von Marco Müller drückte schließlich Dejan Bozic über die Linie.



Lottner wechselte früh, brachte Markus Obernosterer (60. für Perdedaj), Marlon Krause (68. für Manuel Zeitz) und Christoph Fenninger (74. für Tobias Jänicke). Doch nur Krause brachte etwas mehr Agressivität in die Partie. Die anderen Wechsel verpufften – vielleicht auch, weil sowohl Obernosterer als auch Fenninger im Zentrum besser aufgehoben sind als auf den Flügeln.

Hoffnung unter den knapp 3000 Zuschauern im Hermann-Neuberger-Stadion keimte auf, als Glockner nach einer Unsportlichkeit das Feld verlassen musste (74.). Und tatsächlich erzielte der FCS noch einen Treffer. Von der Brust von TuS-Kapitän Michael Stahl prallte der Ball an den Innenpfosten. Beim Versuch, den zurückspringenden Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen, schoß Stahl den Ball an die Hand von Kevin Behrens. Der netzte dann zwar ein, SchiedsrichterMario Hildenbrand erachtete das Handspiel aber als strafwürdig. „Ich mache dem Schiedsrichter keinen Vorwurf. Es reicht halt nicht, wenn sieben oder acht Spieler ihre Tagesform nicht erreichen“, sagte Lottner, „das Gute ist: Wir haben schon am Dienstag in Stadtallendorf wieder Gelgenheit, unser richtiges Gesicht zu zeigen.“

Dann vielleicht ohne Patrick Schmidt. Der Stürmer musste mit einer Knöchelverletzung raus. „Gebrochen ist nichts“, teilte Schmidt am Samstagabend nach dem Röntgen mit. Eine MRT-Untersuchung heute soll weitere Klärung der Diagnose bringen. Ein Ausfall von Schmidt könnte den FCS mehr schmerzen als das unbekannte Gefühl der Niederlage. „Vielleicht ist es aber auch besser, das Gefühl jetzt zu haben als später“, sagte Zellner, „wichtig ist es, jetzt sofort wieder an die alte Form anzuknüpfen.“