1. Saarland

Unter Bekannten: Alain Lance zu Gast in der Villa Europa

Unter Bekannten: Alain Lance zu Gast in der Villa Europa

Saarbrücken. "Sprache ist nichts Spontanes. Und jede Sprache ist einem fremd, selbst die eigene." Der das sagt, weiß, wovon er redet: Alain Lance, geboren 1939 bei Rouen, ist nicht nur Autor von Gedicht- und Prosabänden sowie Herausgeber diverser Anthologien in Deutschland und Frankreich, sondern auch Übersetzer

Saarbrücken. "Sprache ist nichts Spontanes. Und jede Sprache ist einem fremd, selbst die eigene." Der das sagt, weiß, wovon er redet: Alain Lance, geboren 1939 bei Rouen, ist nicht nur Autor von Gedicht- und Prosabänden sowie Herausgeber diverser Anthologien in Deutschland und Frankreich, sondern auch Übersetzer. "Ich hatte die Chance, Freunde zu übersetzen beziehungsweise Autoren, die Freunde geworden sind", erzählt Lance. Zu den deutschen Schriftstellern, die er, oft in Kooperation mit seiner Frau Renate Lance-Otterbein, ins Französische übertrug, zählen etwa die (DDR-)Autoren Ingo Schulze, Franz Fühmann, Volker Braun und Christa Wolf - Lance ist ein Kenner der ost-westdeutschen Verhältnisse, hatte er doch Anfang der 60er Jahre Germanistik in Leipzig studiert.Dieser Tage stattete Lance, von 1995 bis 2004 Direktor des Pariser "Maison des écrivains", dem Institut Français in der Villa Europa einen Besuch ab: ein Heimspiel für den Franzosen, der sich als früherer Leiter der beiden Frankreichinstitute Frankfurt und Saarbrücken (1985-1994) intensiv um den deutsch-französischen Austausch bemühte. Die amtierende Saarbrücker Instituts-Chefin Valérie Deshoulières hatte in den Büchern ihres Gastes sorgfältig Stellen angekreuzt, über die sie mit ihm auf freundschaftliche Weise plauderte. Im Wesentlichen betraf das die beiden Prosa-Bände "Bref du vingtième" (2004) und vor allem "Longtemps l'Allemagne" (Deutschland - lange Zeit, 2007), worin Lance in zeitlich markierten Abschnitten Eindrücke, Erfahrungen und Begegnungen in präzisem bis anekdotenhaftem Ton schildert. Fremd im Eigenen? Warum dann überhaupt Übersetzerarbeit leisten? Weil das Fremde die Chance biete, das Eigene zu erkennen. kek