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Mit den Menschen etwas bewegen

Neunkirchen. Eigentlich ist Jana Borowansky schon mitten im Geschehen, obwohl sie erst am 1. April ihre Stelle als Integrationsbeauftragte der Stadt Neunkirchen angetreten hat. Sie hat sich für eine Wohnung in der Bachstraße entschieden und fühlt sich äußerst wohl. "Wenn man Neubürger ist, sollte man mittendrin sein", sagt die 29-Jährige mit einem offenen Lächeln Von SZ-Redakteurin Heike Jungmann

Neunkirchen. Eigentlich ist Jana Borowansky schon mitten im Geschehen, obwohl sie erst am 1. April ihre Stelle als Integrationsbeauftragte der Stadt Neunkirchen angetreten hat. Sie hat sich für eine Wohnung in der Bachstraße entschieden und fühlt sich äußerst wohl. "Wenn man Neubürger ist, sollte man mittendrin sein", sagt die 29-Jährige mit einem offenen Lächeln. Quasi an der Haustür kann sie schon Kontakte knüpfen. Und wenn sie mit dem Fahrrad hoch zu ihrem Arbeitsplatz ins Rathaus fährt, wird sie von Autofahrern oder Fußgängern zwar manchmal bestaunt. Aber immer freundlich begrüßt, versichert sie.Jana Borowansky will dem Integrationskonzept Leben einhauchen, das ihre Vorgängerin Dominique Gillebeert erarbeitet hat, das diese aber aus familiären Gründen nicht mehr selbst in Angriff nehmen konnte. "Wir lassen ihr natürlich eine gewisse Eingewöhnungszeit", versichert der Amtsleiter für Soziale Dienste, Gerhard Müller. Zunächst müsse sie die Verwaltung und das soziale Netzwerk kennenlernen. Aber auch die Stadt Neunkirchen selbst, denn das Saarland ist buchstäblich Neuland für die junge Niedersächsin, die im November 2008 in Münster ihr Studium in Ethnologie, Islamwissenschaft und Soziologie abgeschlossen hat. Die Stadt habe sich für die Bewerberin aus dem hohen Norden entschieden, weil sie von der Ausbildung her den Vorstellungen am nächsten gekommen sei, so Müller im SZ-Gespräch. Jana Borowansky berichtet, dass sie sich während ihres Studiums intensiv mit dem Thema Integration auseinandergesetzt habe. Für sie sei von Anfang an klar gewesen, dass sie später nicht an der Uni arbeiten wolle. "Ich will mit Menschen zusammen etwas bewegen." Dabei liegt ihr nach eigenen Worten nicht nur die Integration der Migranten, sondern auch die interkulturelle Bildungsarbeit am Herzen. Das Verständnis für den Anderen wecken, ob das nun Türken, Italiener, Russen oder Deutsche sind. "Wir müssen alle aufeinander zugehen", das weiß auch Gerhard Müller. Integration sei keine Einbahnstraße. Wichtige Voraussetzung für dieses Aufeinanderzugehen ist die Verständigung. Ganz oben auf dem Handlungskonzept steht deshalb, die Sprachkompetenz der Migranten zu testen und zu fördern. Ein solcher Test - gesponsert vom Neunkircher Rotaryclub - findet bereits in der Vorschule statt. Auch soll Integrationshilfe wie etwa der Dolmetscherpool wieder stärker präsent gemacht werden.Sie sei offen für alle, verspricht die neue Integrationsbeauftragte. Jeder, der eine Frage habe oder sich selbst engagieren möchte, sei willkommen. Ihr oberstes Prinzip bei ihrer neuen Arbeit: "Ich möchte schauen, was wollen die Menschen. Ich will nicht über sie bestimmen, sondern offen sein für das, was sie brauchen."Erreichbar ist Jana Borowansky im Rathaus unter Telefon (06821) 2 02 41 8. "Ich will offen sein für alles."Jana Borowansky



HintergrundDas Integrationskonzept von Neunkirchen steht unter dem Motto "Miteinander Tag für Tag" und soll den dauerhaften Prozess der Einbindung von Zuwanderern in der Gesellschaft fördern. Das Konzept wurde von der vorherigen Integrationsbeauftragten Dominique Gillebeert, die aus privaten Gründen ihre Stellung aufgegeben hat, federführend gestaltet. red