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THW-Übung: THW-Pumptrupp übte den Ernstfall

THW-Übung : THW-Pumptrupp übte den Ernstfall

Lampukistan, ein fiktives Land, wird von schlimmen Waldbränden heimgesucht – und benötigt internationale Hilfe. Die kam aus Theley.

Die angenommene Lage ist dramatisch: Riesige Feuer fressen sich durch die Wälder Lampukistans. Alleine sind die verheerenden Waldbrände von den Lampukistanern nicht in den Griff zu bekommen, internationale Hilfe muss her. Deutschland lässt sich nicht lange bitten und schickt Experten-Trupps in das kleine Land. Das ist die angenommene Lange, die jüngst einer Übung des sogenannten HCP-Moduls HERPSL (Hessen Rheinland-Pfalz Saarland) in Lambertheim zugrunde lag. Teil des Moduls sind Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) aus Theley.

Zur Ausrüstung eines HCP-Moduls gehören nach THW-Angaben Hochleistungs-Wasserpumpen mit einer Leistung von bis zu 15 000 Litern pro Minute. Und Helfer, die diese bedienen können.

Weil die fiktiven Waldbrände so stark wüten, werden gleich zwei HCP-Module benötigt. Aus diesem Grund wird das komplette HERPSL-Modul alarmiert. Das bedeutet, dass auch die auf Reserve gehaltenen Pumpen zur Übung mitgebracht werden. Treffpunkt ist der Bereitstellungsraum des THW-Ortsverbands Frankfurt.

Alarmiert werden die Helfer des Theleyer THW um 12 Uhr, gegen 18 Uhr steht die komplette Ausstattung samt Personal – insgesamt 36 Helfer, darunter 8 Theleyer – in Frankfurt auf dem Hof. Dort werden sie zunächst eingewiesen und mit der Lage vertraut gemacht. Dann werden Helfer und Material in zwei Gruppen ein- beziehungsweise aufgeteilt, ehe es schließlich getrennt gen Lampertheim geht, wo sich das fiktive Land befindet.

Bei der Einreise nach Lampukistan werden die Ladepapiere, das Material sowie die Papiere der Helfer wie bei einem richtigen Grenzübertritt überprüft. Am Einsatzort angekommen, werden die beiden Module zunächst zusammengeführt, dann ein Basislager eingerichtet. Das Camp besteht aus mehreren Schlaf- und einem Aufenthaltszelt. Nach einem ersten Briefing durch die Teamleader ist der erste Tag gegen 3 Uhr in der Nacht zu Ende.

Am darauffolgenden Morgen erörtern die Teamleiter der Lage mit den internationalen Partnern. Der genaue Einsatzauftrag wird besprochen, während die Einsatzleiter die Lage und den möglichen Einsatzort erkunden. Schließlich der Auftrag für die THW-ler: Baut mit den zwei Modulen eine Löschwasserversorgung von etwa 3,2 Kilometer Länge mit zwei Entnahmestellen auf. Insgesamt müssen mindestens 4000 Liter Wasser pro Minute aus den Endstücken strömen können.
Gesagt, getan: Mittels einer DIA-Pumpe (Motor-Kreiselpumpe, die bis zu 15 000 Liter in der Minute pumpen kann, wird dem Rhein Wasser entnommen und in den kilometerlangen Schlauch eingespeist. Während der Aufbauarbeiten unterbrechen immer wieder fiktive Zwischenfälle die Übung. Beispielsweise bedrohen die Flammen auch das THW-Camp, weshalb auch dort die Feuerwehr anrücken muss.

Am dritten Tag ist die Übung schließlich beendet und gegen 15 Uhr treffen die acht Helfer aus Theley, die an der Übung teilgenommen haben, samt Material wieder in der Unterkunft in Theley ein. Nachdem das Material verstaut und somit die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt ist, dürfen die Helfer Feierabend machen.