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"Jeder Handgriff an der Pumpe muss sitzen"

"Jeder Handgriff an der Pumpe muss sitzen"

Theley. Die THW-Helfer des Ortsvereins Theley werden im Ernstfall kurzfristig alarmiert und zu einem großen Schadensereignis gerufen. Mit der Schmutzwasserpumpe Hannibal müssen die Einsatzkräfte binnen zwölf Stunden abmarschbereit sein.Seit Ende 2009 ist Theley in die HCP-Komponente für Hochwasserhilfe im Rahmen des europäischen Gemeinschaftsverfahren eingebunden

Theley. Die THW-Helfer des Ortsvereins Theley werden im Ernstfall kurzfristig alarmiert und zu einem großen Schadensereignis gerufen. Mit der Schmutzwasserpumpe Hannibal müssen die Einsatzkräfte binnen zwölf Stunden abmarschbereit sein.Seit Ende 2009 ist Theley in die HCP-Komponente für Hochwasserhilfe im Rahmen des europäischen Gemeinschaftsverfahren eingebunden. Zur Optimierung des Zusammenspiels der verschiedenen Einheiten führt der Länderverband vier Mal pro Jahr eine groß angelegte Modulübung durch. "Dadurch lernen sich die Einsatzkräfte besser kennen", stellt der stellvertretende Ortsbeauftragte des THW Theley, Stefan Scherer, einen wichtigen Aspekt für den Ernstfall in den Vordergrund. 15 THW-Helfer bilden im Katastrophenfall ein Modul (Team). Um die regionalen Unterschiede in puncto Technik und Handhabung auf einen gemeinsamen Ausbildungsstand zu bringen, werden die 31 auslandserfahrenen Pumpenspezialisten an drei verschiedenen Schmutzwasserpumpen intensiv geschult. Markus Müller vom Ortsverein Theley erklärt die Basiswerte und Eigenschaften der zwölf Jahre alten Schmutzwasserpumpe Hannibal, die mechanisch betrieben wird. "Sie hat schon 852 Betriebsstunden auf dem Buckel", informiert er. Ein paar Meter weiter heult der Motor der Pumpe des THW Friedrichsthal. "Das ist eine moderne elektronische Pumpe", erläutert Scherer dazu. Im Ernstfall müsse jeder Handgriff an den Pumpen sitzen. Deshalb erwähnen die Stationsleiter jede noch so winzige Kleinigkeit während ihrer Ausführungen bei der Pumpenkunde. Im praktischen Übungsteil wird die Wasserversorgung über eine längere Wegstrecke und das Zusammenspiel der drei Pumpen geprobt. "So in etwa wie bei einer Bekämpfung eines Waldbrands, oder während eines Hochwassereinsatzes", gewährt Scherer einen Einblick in die angenommene Einsatzlage.Optimale VorbereitungUm die Führungskräfte auf einen weltweiten Einsatz optimal vorzubereiten, findet die Kommunikation in englischer Sprache statt. Zur Mitarbeit in der Einsatzleitung ist die Freiwillige Feuerwehr Berschweiler angerückt. "Es liegt uns sehr viel daran andere lokale Hilfsorganisationen in eine solche Übung mit einzubeziehen", so Scherer. Der Aufbau, Betrieb und Abbau der Förderstrecke und der Pumpen funktioniert unkompliziert, reibungslos und schnell. "Das Fein-Tuning der Einsatzkräfte an den drei Pumpen als kompakte Einheit hat gestimmt", resümiert der Sachbearbeiter für Einsatz und operative Dienste, Gerrit Meenen, von der THW-Geschäftsstelle in Gießen. In den Bereichen "Sicheres Arbeiten am Wasser" und "Wassergefahren", schulten Lars Kühn und Michael Wacket von der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft OV-Schaumberger Land.

Auf einen BlickAn der Hoch-Kapazität-Pumpen-Modulübung nahmen THW-Einsatzkräfte von folgenden Ortsverbänden teil: Theley, Friedrichsthal, Betzdorf, Wetzlar, Alsfeld, Seligenstadt, Schwalmstadt, Ludwigshafen und Korbach. Die Leistungsfähigkeit dieser nach EU-Standards entwickelten Module wurde bereits bei der Hochwasserübung FloodEx 2009 in den Niederlanden präsentiert. Zu dieser staatenübergreifenden Übung entsandte das THW erstmals vier HCP-Teams. frf