So wird der Digitalpakt im Landkreis St. Wendel umgesetzt

Digitalpakt im St. Wendeler Land : Landkreis organisiert den Digitalpakt

Drei Millionen Euro stehen zur Verfügung, um Schulen mit schnellem Internet und mobilen Endgeräten auszustatten.

Die St. Wendeler Dr.-Walter-Bruch-Schule ist so weit. Mit ihr wird der Landkreis St. Wendel wohl in die Umsetzung des Digitalpaktes starten. Denn die Schule hat ihr Medienkonzept bereits erstellt. Das ist Grundvoraussetzung, dass überhaupt Bundesmittel aus dem Digitalpakt fließen können. Die Schulen müssen darlegen, wie sie digitale Infrastruktur und Endgeräte pädagogisch nutzen wollen. Knapp drei Millionen Euro hat der Landkreis zur Verfügung, um allein die weiterführenden Schulen in den nächsten fünf Jahren auszustatten.

Für die Grundschulen sind die Gemeinden verantwortlich. Aber der Kreis hat sich bereit erklärt, die technischen und planerischen Dinge für die die Gemeinden zu übernehmen. Einfach, weil er mehr Erfahrung und mehr Personal hat. Vier Mitarbeiter werden sich künftig um die IT beim Landkreis kümmern. Denn zwei Fachkräfte werden zum neuen Jahr zusätzlich eingestellt; einen bezahlt der Landkreis, einen die Gemeinden, erklärt Dirk Kiefer, der Chef des St. Wendeler Schulverwaltungsamtes. Alle Gemeinden machen mit; lediglich die Stadt St. Wendel wolle sich selbst um ihre Angelegenheiten kümmern. Um die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, stand das Thema Digitalpakt schon auf der Tagesordnung mehrerer Gemeinderäte, unter anderem haben Freisen, Marpingen und Nohfelden zugestimmt.

Kiefer geht davon aus, dass nun nach und nach die Konzepte der Schulen fertig sein werden. Anfang des Jahres will er die ersten Förderanträge an das Bildungsministerium in Saarbrücken stellen. Ist das Geld bewilligt, geht es ans Bestellen. Dabei haben die Schulen Mitspracherecht. Sie sagen, wo ihre Schwerpunkte liegen, was sie für den Unterricht benötigen. Das können schnelles Internet oder W-Lan sein. Aber auch mobile Endgeräte wie Tablets – für die Schüler, aber auch für die Lehrer. „Es gibt Schulen, die achten darauf, dass erst einmal die Lehrer digital unterwegs sind“, so Kiefer. Auch digitale Tafeln oder Beamer könnten angeschafft werden. Egal, was genau es ist. Wichtig sei, dass auch der Umgang mit den jeweiligen digitalen Helfern geschult werde. „Es nutzt nichts, wenn jetzt plötzlich ein Smartboard da ist, und niemand kann es bedienen.“

Und was bringt der Digitalpakt den Schülern? Kiefer denkt, dass vor allem die Motivation gestärkt werde. Er nennt ein Beispiel: „Wenn Viertklässler im Sachunterricht beispielsweise das Thema Grand Canyon behandeln, dann ist ein VR-Flug (Virtual Reality, Anm. d. Red.) über den Grand Canyon bestimmt beeindruckender und leichter zu Verstehen als ein Blick ins Buch.“