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So sieht der neue Drei-Kapellen-Wanderweg Bergweiler aus

Eröffnung : So sieht der neue Kapellen-Wanderweg aus

Bürgermeister und Ortsvorsteher haben die Strecke vorgestellt. Die Wanderer passieren dabei drei historisch bedeutsame Orte.

Seit dem 14. Dezember gibt es im Landkreis St. Wendel einen neuen beschilderten Wanderweg. Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) und Wolfgang Recktenwald, Ortsvorsteher von Bergweiler, haben diesen kürzlich bei einer Info-Veranstaltung vorgestellt. Wegen der stürmischen Wetterlage musste eine ursprünglich für diesen Tag ebenfalls geplante Wanderung jedoch verschoben werden.

In einer Präsentation erläuterte der Ortsvorsteher den wanderfreudigen Besuchern jedoch die Etappen der etwa sieben Kilometer langen Tour, die rund um den Schaumbergort Bergweiler führt. „Wir hatten schon vor etwa fünf Jahren im Ortsrat die Idee, unsere Kapellen mit einem Wanderweg zu verbinden, hatten uns dann aber zunächst auf andere Projekte zur Gestaltung unserer Dorfmitte konzentriert“, sagte Recktenwald. Nach dem Vorbild des 2018 eröffneten Wortsegelwanderweges rund um Sotzweiler wurde nun der neue Wanderweg rund um das „Drei-Kapellen-Dorf Bergweiler in der saarländischen Schweiz“ konzipiert. Das Besondere der Route ist, dass drei historisch bedeutsame Kapellen passiert werden, deren Entstehungen vom 13. bis ins frühe 18. Jahrhundert reichen.

Start des Wanderweges ist der Kommunikationsplatz in der Dorfmitte von Bergweiler mit der St. Erasmus-Kapelle. Die unter Denkmalschutz stehende Kapelle wurde 1784 zu Ehren des Märtyrers Erasmus errichtet, in der Hoffnung auf Schutz vor Nöten und Plagen. Denn die Bevölkerung von Bergweiler war Mitte des 18. Jahrhunderts durch Krieg und Pest bis auf eine Frau ausgestorben. Im Innenraum der Kapelle erwartet den Wanderer eine plastische Teilnachbildung des berühmten in Colmar stehenden Isenheimer Altars. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Wallfahrten zur Kapelle organisiert. Seit 2018 befindet sich die Kapelle im Eigentum der Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey. „Die Erasmus-Kapelle trägt wesentlich dazu bei, dass unsere Dorfmitte zu den Schönsten der Gemeinde zählt“, befand der Ortsvorsteher.

Zweite Kapellen-Station der Wanderrunde ist das sogenannte Heiligenhäuschen. Die kleine Waldkapelle liegt im Himmelwald und soll 1720 von einem französischen Offizier aus Dankbarkeit für seine Genesung errichtet worden sein. Dem vor der Kapelle sprudelnden Quellwasser wird eine besonders positive Wirkung nachgesagt. „Die Kapelle wird heute noch von vielen Gläubigen zum Gebet besucht und viele vertrauen auf die heilende Wirkung des Wassers“, erläuterte Recktenwald die Bedeutung der Kapelle.

Dritte Station auf der Wanderrunde ist die Blasiuskapelle auf dem Blasiusberg bei Bergweiler. Bereits im 13. Jahrhundert soll an dieser Stelle ein Gotteshäuschen gestanden haben. Die jetzige Kapelle stammt aus dem Jahr 1718 und ist seither das historische Kleinod des Ortes. Wolfgang Recktenwald: „In Zeiten der französischen Revolution suchte ein Benediktinerbruder Zuflucht auf dem Blasiusberg. Im Anbau der heutigen Sakristei richtete er sich eine Wohnung ein und lebte hier als Einsiedler. Er ist heute noch im Dorf unter dem Namen Bruder Lappes bekannt.“

Nach einem Gemeinderatsbeschluss von 1855 habe der Nagelschmied Johann König der Gemeinde die Kapelle für 40 Taler verkauft. 1909 sei sie in den Besitz der Pfarrgemeinde Tholey übergegangen. Vom Blasiusberg führt der Weg wieder zum Ausgangspunkt in der Ortsmitte zurück.

Der Wanderweg ist durchgehend beschildert mit einem eigenen Symbol, das auf die Kapellen hinweist. Die Blasius- und die Erasmus-Kapelle sind täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Das Heiligenhäuschen ist jederzeit öffentlich zugänglich.

Start des Wanderweges ist der Kommunikationsplatz in der Dorfmitte von Bergweiler mit der St. Erasmus-Kapelle. Foto: Wolfgang Recktenwald
Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (links) und Bergweilers Ortsvorsteher Wolfgang Recktenwald präsentierten den  Wanderweg. Foto: Marion Schmidt
Das Heiligenhäuschen soll 1720 von einem französischen Offizier aus Dankbarkeit für seine Genesung errichtet worden sein. Foto: Wolfgang Recktenwald

Weitere Infos zu Führungen gibt es bei der Gemeindeverwaltung Tholey unter der Tel. (0 68 53) 5 08 66.