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Tagesförderstätte der Lebenshilfe für 1,4 Millionen Euro erweitert und modernisiert

Tagesförderstätte der Lebenshilfe für 1,4 Millionen Euro erweitert und modernisiert

Sie ist ein Kernstück der Lebenshilfe St. Wendel, die Tagesförderstätte. Denn mit der Betreuung von behinderten Menschen tagsüber fing die Arbeit der Lebenshilfe 1966 an. 1,4 Millionen Euro sind in die Erweiterung und Modernisierung der Räume in der Werkstraße geflossen. Seit einigen Monaten sind die Arbeiten abgeschlossen. Ein Rundgang durch die Einrichtung.

Es riecht lecker. Heute gibt es Erbensuppe. In jedem Gruppenraum sitzen behinderte Menschen am Tisch. Wie in einer großen Familie. Einige werden gefüttert, andere essen selbstständig. Wie in einer Familie sollen sich die Behinderten auch fühlen, denn sie verbringen während der Woche Tag für Tag miteinander. Manche schon seit Jahrzehnten.

Die Tagesförderstätte ist die älteste Einrichtung der Lebenshilfe St. Wendel , die im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Als 1966 Eltern von geistig behinderten Kindern den Verein gründeten, ging es ihnen darum, ihren Kindern ein tagesstrukturiertes Programm anzubieten. "Die Nachfrage war groß", blickt Lebenshilfe-Geschäftsführer Hermann Scharf zurück. Sehr schnell seien 50 Behinderte betreut worden. Untergebracht war die Förderstätte in einem Gebäude in der Gymnasialstraße. Anfang der siebziger Jahre zog sie um in die ehemalige Schule von Reitscheid, Mitte der achtziger Jahre in die Urweiler Mühle. Aber auch hier wurde es bald zu eng, 1987 entschied sich die Lebenshilfe für einen Neubau in der Werkstraße auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes.

In dem Haus war neben der Tagesförderstätte auch der integrative Kindergarten untergebracht, der im Sommer 2011 in den direkt angrenzenden Neubau umgezogen ist.

Die frei gewordenen Räume nutzt jetzt die Tagesförderstätte. Dabei ist das zweigeschossige Gebäude für 1,4 Millionen Euro saniert und modernisiert worden. Es gibt mehrere Pflegebäder und behindertengerechte Sanitäranlagen, schön eingerichtete Gruppenräume. Viel Geld ist in die neue Technik und in den Brandschutz geflossen, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Schön. So mussten zum Beispiel im Obergeschoss zwei neue Fluchttreppen eingebaut werden.

86 schwer behinderte Menschen werden in elf Gruppen von knapp 40 Mitarbeitern betreut. Die Betreuten sind so schwer behindert, dass sie nicht in einer Behindertenwerkstatt arbeiten können. Der Jüngste ist 18 Jahre alt, der Älteste wird 80. Die St. Wendeler Einrichtung ist die größte Tagesförderstätte im Saarland.

Die Behinderten werden morgens Zuhause oder im Wohnheim mit dem Bus abgeholt. Dann wird gemeinsam gefrühstückt, später zu Mittag gegessen. Verschiedene Angebote gibt es im Laufe des Tages. Es wird gebastelt oder gemalt, es gibt verschiedene Spiele. Musik wird gehört und Musik wird gemacht. Es gibt verschiedene übergreifende Arbeitsgruppen, Samba, die Holz- und Malwerkstatt, Schwimmen in Oberkirchen. Bei passendem Wetter geht es raus auf den Spielplatz oder in die Stadt. Die Jahreszeiten spielen eine Rolle. Besonders beliebt ist die Adventszeit. Ergotherapie, Krankengymnastik, Physiotherapie werden in den Ablauf integriert. Dem Tag so eine Struktur gegeben. Immer geht es auch darum, den Menschen je nach Behindertengrad angemessen zu betreuen. "Wir versuchen, die behinderten Menschen durch diese Aktivitäten zu fördern," unterstreicht Ruth Maier-Kuhnen. Zum Beispiel macht ein Steckspiel nicht nur Spaß, sondern verbessert auch die Feinmotorik der Finger.

Ruth Maier-Kuhnen leitet die Tagesförderstätte und den Integrativen Kindergarten seit vielen Jahren. Sie hat diese Angebote in 37 Jahren, die sie für die Lebenshilfe arbeitet, maßgeblich mit aufgebaut. Ende des Jahres geht sie in den Ruhestand. Neuer Leiter der Tagesförderstätte wird dann Stefan Gerhart.