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Bushaltestelle in Walhausen gibt Grund zum Ärgernis

Busse blockieren den Verkehr : Ärger um den Kreisel in Walhausen

Die Situation an der Bushaltestelle bietet reichlich Diskussionsstoff im Dorf. Ortsrat und Gemeinde arbeiten an einer Lösung.

„Wir arbeiten im Orts- und Gemeinderat in Verbindung mit der Gemeinde mit Hochdruck an einer zufriedenstellenden Lösung“, fasst Walhausens Ortsvorsteher Oliver Thome (CDU) den Stand der Dinge knapp zusammen. Es geht um eine Eingabe von Bernd Schweig (Freie Liste) in den Gemeinderat, in der er die Situation an der Bushaltestelle im Kreisel in Walhausen zur Sprache brachte. Insbesondere zu Stoßzeiten, wenn die Schüler morgens zur Schule kommen oder am Nachmittag wieder nach Hause fahren, sei die Situation an der Bushaltestelle vor der evangelischen Kirche äußerst unübersichtlich und gefährlich und führe durch das zeitweise Blockieren der Fahrbahn zu erheblichen Behinderungen.

Das bestätigt auch Ortsvorsteher Thome: „Wenn zum Beispiel in den angrenzenden Seitenstraßen und in der Ortsdurchfahrt durch die Steinberger Straße Autos und Kleinbusse warten, um Schüler abzuholen, und dazu noch in kurzer Folge die Linienbusse die Haltestelle im Kreisverkehr anfahren, dann wird es ziemlich eng, und es kommt zu einem Rückstau. Teilweise stehen bis zu drei Busse im Kreisverkehr und blockieren den gesamten Verkehrsraum“, beschreibt er die Situation. Ein Problem sei auch, dass die wenigsten Busfahrer direkt in die eigentliche Bushaltespur parallel zum Hochbord der Haltestelle einfahren könnten. Das hänge vielfach damit zusammen, dass die Busse mit ihren Außenspiegeln ansonsten gefährlich nahe in den Wartebereich der Fahrgäste schwenken würden. Daher stellten sich die Busse oft etwas schräg versetzt zur Haltestelle und machten so eine Weiterfahrt für andere Fahrzeuge unmöglich. „Ich bin aber der Ansicht, dass man mit etwas Mühe es auch unter diesen Bedingungen schaffen könnte, sich ordnungsgemäß in die Bushaltestelle einzufädeln und den Kreisel frei zu halten“, sagt der Ortsvorsteher

Bei einem normalen Stopp der Busse dauert die Beeinträchtigung allerdings auch nur zwei bis drei Minuten, führt Thome weiter aus. „Das wäre noch vertretbar.“ Viel schlimmer sei es aber, wenn die Busse ihre Tour dort starteten oder eine Pause einlegten. Dann könne der Kreisel auch schnell mal zehn Minuten blockiert sein. Dies führe bei den Anwohnern zu Unmut. „Es kommt auch öfter vor, dass Autofahrer entgegen der normalen Fahrtrichtung dann sozusagen als Geisterfahrer durch den Kreisel fahren.“ In den Augen Thomes eine gefährliche Situation.

Auch die im Bereich der Kirche sich kreuz und quer durch den Verkehr bewegenden Schüler stellten ein erhöhtes Gefahrenpotenzial dar. Hier könne es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommen. „Wir arbeiten seitens des Ortsrates, der Gemeinde und der Verkehrswacht Obere Nahe an einer schnellen Lösung. Die erste Priorität hat hier ganz klar der Schutz der Fahrgäste und vor allem der Schutz unserer Schüler“, erklärt Thome. Gut 300 Kinder frequentieren Tag für Tag die Bushaltestelle in der Dorfmitte, ergänzt Bernd Schweig.

„Die problematische Situation an der Bushaltestelle in Walhausen ist uns bekannt“, erklärt dazu Bürgermeister Andreas Veit (CDU). Das erläuterte er auch während der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Probleme treten nur auf, wenn die Schulbusse dort Station machen, also am Morgen und dann wieder am Mittag. Außerhalb dieser Zeiten fließt der Verkehr uneingeschränkt gut. Die Probleme, die in Walhausen auftreten, haben nur zum Teil mit der baulichen Situation der Haltestelle zu tun“, sagte Veit. Zum anderen Teil resultierten sie auch aus den Schülerströmen vom und zum Bahnhof oder zur und von der Waldorfschule, in deren Zuge die Obereckstraße von den Schülern überquert werde. Auch Eltern, die in der Obereckstraße zum gleichen Zeitpunkt parken, um ihre Kinder von der Schule abzuholen, würden zu der Situation beitragen.

„Wir prüfen derzeit, auf welche Weise wir die Lage vor Ort so verändern können, dass sie übersichtlicher und sicherer wird. Zu den Ergebnissen kann ich allerdings noch keine näheren Auskünfte geben. Es stehen auch noch Ortstermine mit Beteiligten an“, erklärt Veit die weitere Vorgehensweise. Die eigentlichen Haltestelle sei im Zuge des gesetzlich vorgegebenen barrierefreien Ausbaus baulich umgestaltet worden. Da die Haltestelle vorher eine Kurvenform hatte, musste sie gerade ausgerichtet werden. Nur so sei sichergestellt, dass sich zum Ein- und Ausstieg alle Türen des Busses in dem geforderten Abstand von der Bordsteinkante befinden. „In diesem Zusammenhang haben wir einen klassischen Kreisel angelegt, um eine klare und eindeutige Verkehrsführung auch für die Pkw zu schaffen“, schildert der Bürgermeister die Bedingungen.

Wenn ein Bus den Bürgersteig an der Haltestelle bei der Einfahrt nicht überstreichen könne, weil sich dort Fahrgäste oder Fußgänger aufhalten, gelinge es dem Fahrer in der Regel nicht, exakt in der vorgesehenen Position zu halten. Das gleiche gelte für Busse, deren Außenspiegel die Wartehalle streifen würden, wenn der Fahrer nicht eine entsprechende Distanz halte. „In beiden Fällen wird dann durch den haltenden Bus die Einfahrt von Autos in den Kreisel behindert“, bestätigt Veit den Sachverhalt.

„Wir sind im Ortsrat ganz und gar nicht mit der Situation, die sich im Moment darstellt, zufrieden. Derartige gefährliche und unüberschaubare Verkehrsabläufe waren bei der früheren Haltestelle, die vom fließenden Verkehr abgesetzt war, nicht feststellbar“, unterstreicht Ortsvorsteher Oliver Thome noch einmal die Dringlichkeit der Angelegenheit.