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Letztjähriges Kellerkind jetzt überraschend Tabellenführer

Fußball-Bezirksliga : Die SG Peterberg grüßt plötzlich von ganz oben

In ihrer zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Fußball-Bezirksliga St. Wendel steht die SG Peterberg überraschend ganz vorne. Die Rückkehr von verletzten Leistungsträgern sowie eine starke Neuverpflichtung sind ausschlaggebend für den Höhenflug.

Mit 584 Metern ist der Peterberg nicht gerade die höchste Erhebung des Saarlandes. In dieser Kategorie liegt er nur auf Rang sechs – weit hinter dem Dollberg als Spitzenreiter (695 Meter). Die Fußballer der SG Peterberg (bestehend aus dem SV Braunshausen, dem SV Schwarzenbach und dem FC Kastel) stehen dagegen in der Bezirksliga St. Wendel derzeit ganz oben: Mit 15 Punkten aus sechs Begegnungen hat die SG den Platz an der Sonne inne – vor dem SV Baltersweiler und dem FC Niederkirchen (beide je 13 Zähler).

Es ist eine Situation, die so nicht unbedingt abzusehen war. „Wir wussten, dass wir ein gutes Team haben. Aber dass es bislang dermaßen gut lief, ist natürlich schon überraschend“, erklärt der Spielausschuss-Vorsitzende Alexander Wientjes strahlend. Dabei hatte die SG Peterberg vergangene Runde als Aufsteiger noch tief im Tabellenkeller gesteckt. „Da hatten wir Glück, dass wir nicht wieder abgestiegen sind“, gibt Wientjes zu. Zum Zeitpunkt des corona-bedingten Abbruchs der Spielzeit 2019/20 war die SG Drittletzter – und mittendrin im Abstiegsstrudel.

Alexander Wientjes ist Spielausschuss-Vorsitzender und Mittelfeldspieler der SG. Foto: Sabrina Schmitt

Aber was läuft diese Saison besser beim Überraschungs-Spitzenreiter? Wientjes erklärt: „Mit Robin Witzel, Mathis Wittig und Marvin Keller sind drei Spieler zurückgekehrt, die in der vergangenen Saison wegen Knieverletzungen lange pausieren mussten.“ Der 31-jährige Witzel, der gemeinsam mit Peter Fuchs das Spielertrainer-Duo bei Peterberg bildet, ist dabei auf dem Feld eine Schlüssel-Figur in der Offensive. Wittig ist ein Leistungsträger im defensiven Mittelfeld und Keller als Innenverteidiger eine Bank. „Er hält uns hinten den Laden zusammen“, sagt Wientjes.

Dazu konnte der vom SV Lockweiler-Krettnich (Bezirksliga Merzig-Wadern) als Co-Spielertrainer verpflichtete Julien Thome bislang mehr als überzeugen. „Julien ist eingeschlagen wie eine Bombe“ freut sich Wientjes, der auch selbst noch als Spieler aktiv ist. Thome ist mit sechs Treffern in den bislang sechs absolvierten Begegnungen auf Anhieb der Top-Torschütze  des Spitzenreiters.

Volltreffer: Neuzugang Julien Thome schlug bei der SG Peterberg voll ein. Foto: Sabrina Schmitt

Was dem Spielausschuss-Vorsitzenden ebenfalls noch gut gefällt: „Die Jungs haben echt Bock und versuchen auch, die vermittelten Trainingsinhalte direkt im Spiel umzusetzen.“

Dass die aktuelle Runde ausgerechnet zu dem Zeitpunkt wieder ausgesetzt wurde, als Peterberg ganz oben stand, schmerzt die SG natürlich. „Klar hätten wir gerne weitergemacht. Bei uns waren alle heiß. Wir hatten immer um die 25 Leute im Training“, berichtet Wientjes. „Aber die Unterbrechung war absolut gerechtfertigt, aktuell gibt es Wichtigeres als Fußball.“

Dass sein Team durch die Zwangspause aus dem Tritt kommt, befürchtet der Spielausschuss-Vorsitzende aber nicht. „Wir haben einige Läufer in der Mannschaft. Von daher bin ich überzeugt, dass sich die allermeisten fit halten werden“, erklärt der 34-Jährige. Und die überraschende Tabellenführung könnte ja auch eine „Hilfestellung“ sein, dass die Akteure bereit sind, in den kalten Wintermonaten weiter an ihrer Fitness zu arbeiten.

Dass die SG den Platz an der Sonne bis Saison-Ende verteidigen kann, glaubt Wientjes allerdings dennoch nicht. „Es wäre vermessen zu sagen, wir spielen jetzt um die Meisterschaft. Da gibt es andere Favoriten. Ich halte es für realistisch, dass wir am Ende zwischen Platz drei und sechs landen.“ Nach der eher mäßigen Vorsaison wäre aber auch das schon ein großer Erfolg für die SG.