Neues Gebührensystem

Nonnweiler. Dass die Abwassergebühr in Nonnweiler angehoben werden muss, darüber herrschte in der jüngsten Gemeinderatssitzung Einigkeit zwischen CDU, SPD und Freier Wählergemeinschaft (FWG). Unterschiedliche Auffassungen gab es aber über das Wie. Bürgermeister Hans-Uwe Schneider, SPD und CDU setzten sich für ein neues Modell der Gebührenerhebung ein

Nonnweiler. Dass die Abwassergebühr in Nonnweiler angehoben werden muss, darüber herrschte in der jüngsten Gemeinderatssitzung Einigkeit zwischen CDU, SPD und Freier Wählergemeinschaft (FWG). Unterschiedliche Auffassungen gab es aber über das Wie. Bürgermeister Hans-Uwe Schneider, SPD und CDU setzten sich für ein neues Modell der Gebührenerhebung ein. Neben der Abwassergebühr wie bisher sprachen sie sich für die Einführung eines Grundbetrages pro Kanalanschluss aus. Und beschlossen dies auch letztlich mit Mehrheit. So bezahlen ab dem kommenden Jahr die Nonweiler 3,50 Euro Grundbetrag im Monat pro Haushaltsanschluss an den Kanal, das sind 42 Euro im Jahr. Hinzu kommt eine Abwassergebühr von 2,86 Euro pro Kubikmeter Frischwasserverbrauch.Die FWG sprach sich dafür aus, wie bisher, nur die Abwassergebühr zu erheben. Die hätte dann ab dem 1. Januar 3,15 Euro pro Kubikmeter betragen. Das Gesamt-Gebührenaufkommen in der Gemeinde ist bei beiden Varianten gleich. "Wir stehen dazu, dass die Gebühr angehoben werden muss", sagte für die FWG Theo Weber. Die Variante mit dem Grundbetrag bevorzuge aber Großverbraucher und sei bis zu einem Verbrauch von 145 Kubikmeter Wasser im Jahr teurer als die Variante ohne Grundbetrag. Weber: "Betroffen sind hier Alleinstehende, ältere Menschen." Das neue Modell gehe zu Lasten der finanziell Schwachen. Er wundere sich, dass gerade die SPD dies vorschlage.Zukunftsfähiges Modell"Wir halten diese Änderung für notwendig, um extreme Gebührensteigerungen in den kommenden Jahren zu vermeiden", sagte für die SPD nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung Kurt Rech. Das neue Modell "begünstigt Familien mit Kindern." Ebenso argumentierte Alexander Schweitzer für die CDU. Die neue Berechnungsvariante diene dazu, dass die Kosten nicht explodieren und Familie mit Kindern bevorzugt würden. Bürgermeister Schneider sprach von einem "zukunftsfähigen Modell", das auch der demographischen Entwicklung Rechnung trage. 80 Prozent der Kosten beim Abwasserwerk seien Fixkosten. Der Grundbetrag sei ein Fixkostenbeitrag, der für alle gelte.Nonnweiler Bürger, die 50 Kubikmeter Wasser im Jahr verbrauchen, zahlen ab 1. Januar 185 Euro im Jahr (50 mal 2,86 Euro pro Kubikmeter Wasser plus den Grundbetrag von 42 Euro). Bei der ursprünglichen Variante wären es nur 157,50 Euro gewesen (50 mal 3,15 Euro).Bis zu einem Verbrauch von 145 Kubikmeter im Jahr ist das neue Gebührenmodell teurer. Bei 145 Kubikmeter Verbrauch zahlen die Nonnweiler nunmehr 456,7 Euro, nach dem alten Modell ohne Grundpreis und einer Gebühr von 3,15 Euro wären es 456,75 Euro. Für den Vorschlag, einen Grundbetrag zu erheben und den Abwassergebühr auf 2,86 Euro festzusetzen, stimmten CDU und SPD, die FWG war dagegen. Linke, FDP und ein CDU-Mitglied enthielten sich.

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