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Lehrer müssen ab und zu in die Werkstatt

Lehrer müssen ab und zu in die Werkstatt

St. Wendel. Die Lernwerkstatt, ein regionales Angebot für Pädagogen, die sich weiterbilden möchten, ist aus dem alten Gebäude der St. Wendeler Nikolaus-Obertreis-Schule in die Räume der ehemaligen Handelsschule in der Julius-Bettingen-Straße 16 umgezogen

St. Wendel. Die Lernwerkstatt, ein regionales Angebot für Pädagogen, die sich weiterbilden möchten, ist aus dem alten Gebäude der St. Wendeler Nikolaus-Obertreis-Schule in die Räume der ehemaligen Handelsschule in der Julius-Bettingen-Straße 16 umgezogen. Während einer kleinen Feier wurde diese Außenstelle, die vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) getragen wird, übergeben. Agilbert Breuer, der Leiter des LPM, das in Dudweiler seinen Hauptsitz und fünf über das Land verteilte Außenstellen hat, hatte zu diesem Termin in St. Wendel die Pädagogen aus der Region und die Verantwortlichen für die Außenstellen eingeladen. In der Lernwerkstatt St. Wendel - sie trug früher den Namen Schulwerkstatt - hätten, so Agilbert Breuer, Pädagogen die Möglichkeit, in einer "materialreichen Umgebung" an zahlreichen Terminen im Jahr zu lernen und sich weiterzubilden. Dadurch sei die Möglichkeit gegeben, ständig auf der Höhe der modernen Pädagogik zu stehen und als Lehrer immer besser zu werden. Die Außenstellen der Schulwerkstatt seien eingerichtet worden, um den Lehrern lange Fahrzeiten nach Dudweiler zu ersparen. Breuer bedankte sich bei der St. Wendeler Verwaltung für die neuen Räume: "Es ist nicht selbstverständlich, dass die Stadt dafür die Kosten übernimmt, obwohl es eine Einrichtung des Landes ist."Günter Jung, der Beigeordnete der Stadt, hatte einen guten Grund für das städtische Engagement parat: "St. Wendel ist eine Schulstadt. Sie tut alles, dass sich die Lehrer hier wohlfühlen." Der Vertreter des Ministeriums für Bildung, Frauen, Familien und Kultur, Michael Ernst, sagte zur Situation der Schulen: "Die kulturelle Vielfalt, die heute in vielen Klassenzimmern herrscht, ist eine immense Herausforderung. Wenn Schulen vor allem schulisches Lernen ideenreich gestalten, entsteht ein neues Schulklima." Die "Pisa"-Studie habe viele Schwierigkeiten der Schüler offengelegt. Nur die Qualität des Unterrichts könne diese Situation verbessern. Dazu zählte Ernst, dass die Schüler individuell gefördert, die Lehrer gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen den Kollegien verbessert werden. "Schüler und Lehrer müssen noch mehr gemeinsame Ziele verfolgen, sich gemeinsam für eine Sache einsetzen und Verantwortung übernehmen. Viele beweisen das bereits tagtäglich."Im Saal mit den vielfältigen Unterrichtsmaterialen zeigte abschließend Shahin Tayebi, Pädagogin an der Nikolaus-Obertreis-Schule in St. Wendel, einige praktische Beispiele, wie der Unterricht interessanter gestaltet werden und was man Lehrern an die Hand geben kann. "Beim Vermitteln von Wissen und Fördern von Kompetenzen", erläuterte die Lehrerin, "muss auch immer der entwicklungspolitische Hintergrund der Schüler bedacht werden, denn jeder Mensch hat individuelle Fähigkeiten." Die St. Wendeler Schulwerkstatt wird von Hildegard Eulenstein geleitet und bietet jährlich rund 40 Termine für je 25 Teilnehmer an. gtr