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Auf Parteien wartet harte Arbeit

Auf Parteien wartet harte Arbeit

Die Bürgermeisterwahl in Nonnweiler am 27. März war diese Woche ein Thema. Dass Menschen, die parteipolitisch ungebunden sind, Bürgermeister werden wollen, ist seit der Einführung der Direktwahl an der Tagesordnung. Dass aber alle Kandidaten - wie jetzt in Nonnweiler - kein Parteibuch haben, stimmt nachdenklich

Die Bürgermeisterwahl in Nonnweiler am 27. März war diese Woche ein Thema. Dass Menschen, die parteipolitisch ungebunden sind, Bürgermeister werden wollen, ist seit der Einführung der Direktwahl an der Tagesordnung. Dass aber alle Kandidaten - wie jetzt in Nonnweiler - kein Parteibuch haben, stimmt nachdenklich.Finden die Parteien in ihren Reihen keine geeigneten oder willigen Personen mehr? Oder zweifeln sie ob des allgemeinen Politikerüberdrusses an den Wahlchancen von Parteimitgliedern. Beides ist bedenklich, denn es zeigt, dass Parteien Kontakt zum Volk verloren haben. Dabei haben sie einen Grundgesetzauftrag: Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Diesen Auftrag müssen die Parteien wieder ernst nehmen. Das heißt, sich mit dem Volk, seinen Wünschen, seinen Bedenken, seinen Hoffnungen, seinen Erwartungen auseinanderzusetzen, sie unter einen Hut zu bringen.

Das ist harte Arbeit, heute härter denn je. In einer Gesellschaft, in der das Ich das Wir immer weiter in die Ecke drängt. In einer Welt, geprägt von einer Informationsflut, die klare Vorstellungen immer wieder zu überspülen droht. Aber gerade deshalb ist diese Arbeit für unsere Demokratie wichtig.