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Müllgebühren ärgern Gemeinderat

Müllgebühren ärgern Gemeinderat

Namborn. Kein Pardon hatte der Namborner Gemeinderat mit seinem Bürgermeister. In der Sitzung am Donnerstagabend wurde Theo Staub (SPD) einstimmig beauftragt, sofort nach Möglichkeiten zu suchen, die Müllgebühren für die Namborner Bürger zu senken

Namborn. Kein Pardon hatte der Namborner Gemeinderat mit seinem Bürgermeister. In der Sitzung am Donnerstagabend wurde Theo Staub (SPD) einstimmig beauftragt, sofort nach Möglichkeiten zu suchen, die Müllgebühren für die Namborner Bürger zu senken. Klar ist den Ratsmitgliedern, das wurde deutlich, dass der Vertrag mit dem EVS, der die Müllabfuhr regelt, erst im Januar 2013 gekündigt werden und die Gemeinde erst ab Mitte 2015 die Müllabfuhr selbst in die Hand nehmen kann. Trotzdem ging der Rat auf den Versuch des Bürgermeisters, Zeit zu gewinnen, nicht ein. Staub hatte vorgeschlagen, dieses Jahr abzuwarten, zu beobachten, wie die Bürger mit dem neuen Einsammelsystem zurechtkommen, und dann zu entscheiden, ob die Suche nach einem neuen Weg noch sinnvoll ist. Staub deutete auch an, dass er für eine kleine Gemeinde Namborn wenig Chancen sehe, allein die Müllabfuhr zu bewältigen. "Weniger auf Geburtstage gehen, mehr in die Akten schauen", wurde sein Ansinnen vom Rat abgeschmettert.Harsche Kritik musste in der Sitzung auch der EVS einstecken. Alle Fraktionen beklagten, dass der Gemeinderat vor der Abstimmung über das neue Abfuhrsystem nicht über die dann anfallenden Gebühren informiert worden sei. "Keiner wusste, was an finanziellen Belastungen auf die Bürger zukommt", sagte SPD-Fraktionschef Michael Schummer.

Windeln brauchen viel Platz in der Mülltonne. Deshalb würde das neue Gebührensystem des EVS Familien mit Kleinkindern und inkontinente Personen besonders hart treffen. So sieht es der Namborner Gemeinderat. Deshalb hat es beschlossen, dass Familien ab dem zweiten Kind und inkontinente Personen von der Gemeinde mit 25 Euro jährlich unterstützt werden. Die Förderung vorerst auf ein Jahr begrenzt, wird auf Antrag gewährt. Ausgehandelt haben die Ratsfraktionen diesen Kompromiss vor der Tür des Tagungssaales. Angesichts der Finanzlage der Gemeinde - "wir stehen nicht mit dem Rücken an der Wand, wir sind durch die Wand" hat Schummer die Situation beschrieben - war der Gemeinderat uneinig, welcher Personenkreis unterstützt werden soll. Die CDU wollte, wie Fraktionschef Thomas Rein erklärte, dass ausschließlich Familien mit Kindern bedacht werden sollen. Die SPD setzte sich nachdrücklich dafür ein, auch inkontinenten Personen den Zuschuss zu gewähren. Nach Längerem hin und her beantragte die CDU eine Sitzungsunterbrechung und beriet sich außerhalb des Saales. Mitglieder der SPD, der FLN und der Linken stießen hinzu und mit dem gemeinsamen, einstimmigen Beschluss wurde die Sitzung fortgesetzt.

Damit war das Thema EVS noch nicht abgehandelt. Nicht verstehen konnten Mitglieder aller Fraktion, dass der EVS nicht in der Lage sei, unbürokratisch zu vergüten, dass wegen Schneefalls Ende des vergangenen Jahres Mülltonnen nicht geleert wurden. Bürgermeister Staub erklärte, dass der EVS Ende des Monats der Gemeinde blaue Säcke zu Verfügung gestellt werden, die dann die betroffenen Haushalte kostenlos erhalten sollen. Der Rat hält es für einfacher und sinnvoller, eine Mülltonnenleerung in diesem Jahr nicht zu berechnen. Staub erhielt den Auftrag, dies in der nächsten EVS-Versammlung zu fordern.