Fusionsvollzug

"Wir melden Vollzug", hieß es gestern in Dillingen. Sprecher der Marienhaus GmbH stellten das fusionierte Krankenhaus an zwei Standorten im Kreis vor, das "Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen".

Dillingen/Saarlouis. Gesellschaftsrechtlich ist es eine Übernahme, nämlich des Caritas-Krankenhauses Dillingen in der Cusanus Trägergesellschaft Trier durch die Marienhaus GmbH, zu der schon die St.-Elisabeth-Klinik Saarlouis gehörte. Das allerdings klingt viel zu sehr nach "geschluckt". Der krankenhausrechtliche Begriff ist Professor Christof Schenkel-Häger, Krankenhaus-Geschäftsführer der Marienhaus GmbH, lieber. Den "Vollzug der Fusion zum einen Krankenhaus an zwei Standorten, zum Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen", verkündete er deshalb gestern auf einer Pressekonferenz im Dillinger Krankenhaus.Damit findet eine etwa zwei Jahre dauernde Vorgeschichte ihr Ende. Ein erfolgreiches, wie Schenkel-Häger und die kaufmännische Direktorin beider Häuser, Ulla Herber-Meier, versichern. Alle 390 Beschäftigten des Dillinger Krankenhauses werden laut Herber-Meier übernommen. Dass die Gesamtzahl der Betten von 539 auf 511 und dabei in Dillingen von 176 auf 120 sinkt, erklären die beiden für "nicht wesentlich". Das sei vielmehr das Leistungsspektrum. Und dieses werde durch Heben von Synergien und viele weitere Vorteile des Konzepts ein Krankenhaus an zwei Standorten verbessert.

Herber-Meier und Schenkel-Häger versicherten, dass der Fusionsprozess von ärztlichem und Pflegepersonal mitgestaltet worden sei. Entsprechend trage die Belegschaft die vereinbarten Maßnahmen mit. Die wichtigsten davon sind die Konzentration der stationären Chirurgie in Saarlouis - das heißt: die wird es in Dillingen nicht mehr geben - sowie der Verbleib der Neurologie und die Stärkung der ambulanten Chirurgie in Dillingen. Weitere der ursprünglich geplanten Schritte müssen mit der neuen Landesregierung geklärt werden. > Weiterer Bericht folgt.

Meinung

Es muss noch etwas mehr sein

Von SZ-RedakteurMathias Winters

Wenigstens etwas. So dürfte es jetzt in Dillingen heißen angesichts der lange Zeit empfundenen grundsätzlichen Bedrohung des Krankenhaus-Standorts. Wenigstens, aber nicht mehr, denn fürs Durchatmen fehlt noch etwas. Tätigkeitsfelder, die die Perspektive für Dillingen verbessern sollten, sind wegen des Regierungswechsels in Saarbrücken noch nicht gesichert oder unwahrscheinlicher geworden.

Für die dauerhafte Sicherung des Standorts Dillingen muss es noch etwas mehr sein. Wahrscheinlich auch mehr an Einsatz der hiesigen und der Landespolitik.