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Abitur im Saarland: Theresa Hermes (17) schreibt das beste Abi

Top-Abi am Robert-Schuman-Gymnasium : Theresa Hermes schreibt das beste Abitur des Saarlandes

Die 17-jährige Schülerin aus Wallerfangen hat ihr Abitur am Robert-Schuman-Gymnasium in Saarlouis mit 898 von 900 möglichen Punkten abgeschlossen. Wie sie das geschafft hat und was sie jetzt mit dem Spitzen-Abi vorhat.

Theresa Hermes hat es geschafft: Sie hat nicht nur ihren Schulabschluss in der Tasche, sondern auch das beste Abitur im Saarland geschrieben. 898 von 900 möglichen Punkten hat sie erreicht und damit die Traumnote 1,0.

Dabei hat sie diese gar nicht angestrebt, wie sie im Gespräch mit der SZ erzählt. „Ich habe nicht verbissen am Schreibtisch gesessen und nichts anderes mehr gemacht.“ Zwar hatte sie den Eindruck, dass ihre Prüfungen gut gelaufen seien, aber dass sie so gut ausfielen, „hat mich schon überrascht“, sagt die 17-Jährige, die das Robert-Schuman-Gymnasium in Saarlouis besuchte. „Mein Ziel war es, das Bestmögliche zu erreichen, ohne mir selbst zu viel Druck zu machen.“

Dass sie aber zu der besten Abiturientin des Saarlandes wird, kommt nicht von ungefähr: Schon in der Unterstufe gewann sie erste Preise bei der Mathe-Olympiade, überzeugte in der Mittelstufe bei den Wettbewerben „Biologo“ und bei „Jugend musiziert“ und auch beim „Wortsegel“-Wettbewerb war sie vorne mit dabei. „Das war eine schöne Erfahrung und eine ideale Vorbereitung aufs Abi“, erzählt Theresa. Auch in der Mittelstufe lief es gut für die Wallerfangerin. „Ich hatte nie Probleme in der Schule.“

Das zeigte sich schon früh. Sie ging mit fünfeinhalb Jahren zur Schule und erfuhr zu Hause viel Unterstützung, insbesondere von ihrer Mutter, die selbst Lehrerin ist, aber auch von ihren Lehrern am Gymnasium. Theresa lernte kontinuierlich, machte gewissenhaft ihre Hausaufgaben, fing früh an zu lernen und wiederholte den Stoff regelmäßig. „Dadurch musste ich nie viel aufarbeiten.“

Fleiß und Disziplin zahlten sich aus und spiegelten sich in ihren Noten wider, aber auch in ihrer vierwöchigen Abi-Vorbereitung. „Ich hatte mir einen Lernplan erstellt. Darauf habe ich sehr viel Wert gelegt.“ Für diesen hat sie zunächst die einzelnen Themen herausgeschrieben und sich drei Wochen lang mit diesen beschäftigt, sie auswendig gelernt und am Wochenende wiederholt.

Eine Woche vor den Prüfungen hat sie dann nur noch Übungen durchgearbeitet, darunter auch alte Abituraufgaben oder Trainings vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. Dabei hat sie sich auch immer wieder mit Freundinnen ausgetauscht. „Das schätze ich sehr.“ Und da sie Frühaufsteherin ist, hat sie täglich sechs bis acht Stunden gelernt. „Es war eigentlich wie ein Schulmorgen.“ Abends und am Wochenende blieb dann noch Zeit für Freizeit.

Ihr schriftliches Abitur schrieb Theresa in den Fächern Deutsch und Erdkunde sowie in ihren Lieblingsfächern Mathematik und Musik. In diesem Fach absolvierte sie ihre erste Abi-Prüfung am 26. April. Schon mit fünf und sechs Jahren lernte sie Klavier und Geige, spielte sowohl im Kreis- als auch im Landes-Jugend-Symphonie-Orchester; ihre Eltern und Schwester musizieren ebenfalls. „Musik war immer mein Ausgleich“, sagt sie. Lange hat Theresa überlegt, nach dem Abschluss etwas mit Musik zu machen. „Aber darin sehe ich nicht meine berufliche Zukunft.“

Diese sieht sie seit drei, vier Jahren in der Medizin. „Das passt besser zu mir“, ist Theresa überzeugt. „Ich finde die Kombination aus den naturwissenschaftlichen Fächern mit dem sozialen Aspekt faszinierend.“ Seit sie eine Freundin der Familie, die Kinderärztin ist, mal einen Tag ins Krankenhaus begleitet hat, habe sich diese Einschätzung verfestigt.

Sie hat sich deutschlandweit auf ein Medizinstudium beworben. Trotzdem will sie nicht, wie viele andere, nach dem Abschluss wegziehen oder erst mal ein Jahr ins Ausland gehen. „Ich weiß ja, was ich machen möchte“, sagt Theresa. Sie will in Homburg an der Uni-Klinik studieren. Ihre Zusage für das Wintersemester hat sie am Freitag erhalten, ab Oktober geht es für sie in Homburg los. „Mir gefällt dort die familiäre Umgebung. Ich weiß nicht, ob ich den Konkurrenzkampf, wie es ihn an anderen Universitäten gibt, wollen würde“, sagt die Wallerfangerin. „Außerdem lebe ich gerne im Saarland, meine Familie und meine Freunde sind hier.“

Für welche Fachrichtung sie sich entscheidet, sei noch offen. „Ich könnte mir vorstellen, als Kinderärztin zu arbeiten, weil ich gut mit Kindern zurecht komme. Aber da möchte ich nicht voreingenommen rangehen.“ Im September beginnt sie jetzt in Saarlouis mit dem ersten Teil des Krankenhaus-Pflege-Praktikums.