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Wadgasser Rat knapp für Windkraft-Flächen

Wadgassen. Nur eine Stimme Mehrheit: Jetzt kann Wadgassen ein paar Bedingungen für geplante Windräder im Wald vorschreiben. Johannes Werres

Mit der denkbar knappen Mehrheit von einer Stimme hat der Gemeinderat Wadgassen am Dienstagabend der Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergie zugestimmt. Im gemeindlichen Flächennutzungsplan wird nun eine 21 Hektar große Fläche im Wadgasser Wald für Windräder bestimmt. Für ein Rad liegt ein Antrag vor, weitere zwei könnten theoretisch dazu kommen, nach Lesart der CDU sogar drei. Wadgassen hat nach den Worten von Bürgermeister Sebastian Greiber vom einzigen Steuerungsinstrument Gebrauch gemacht, das eine Gemeinde in Sachen Windkraft-Standorte habe. Ein paar Bedingungen könne die Gemeinde so setzen, zum Vorteil von Wald und Menschen.



Die CDU sieht das anders, sie will gar keine Windräder im Wadgasser Wald. "Wer Konzentrationsflächen sät, wird Windkraft ernten", formulierte CDU-Mann Thomas Seilner. Fraktionschef Jürgen Barth: "Wenn in Überherrn die Windkraftanlagen gebaut werden, dann ist der Beschluss der Konzentrationsfläche auf dem Gebiet der Gemeinde Wadgassen eine Einladung für den Investor, dort bis zu vier weitere Windkraftanlagen aufzustellen."

Aber wie verhindern? Die CDU stellt sich dazu ganz hinter Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die habe "verbindlich gesagt", dass sie keine Windräder in Laubwäldern mehr wolle. Da tue sich was in der künftigen Landesregierung. Das fand auch Erika Neumann von der Linken ("Windkraft ist das Allerletzte ohne Wind"). Also lieber abwarten. Ähnlich äußerte sich Anja Feiler, eine Bürgerin aus der BI-Szene Überherrn in der Sitzung. Wie die CDU sprach sie vom neuen FNP als "einem Signal in die falsche Richtung". Und, konterte Greiber, alles dem Zufall überlassen? Ohne Konzentrationsfläche würde die Veränderungssperre über den Wald sofort aufgehoben, "das beantragte Windrad könnte sofort genehmigt werden". Die geplanten Räder rückten dann näher als die im FNP festgeschriebenen 1000 Meter an den Glockenberg, an Differten und Friedrichweiler. Der Altholzbestand, im FNP geschützt, sei dann weg. SPD-Fraktionschef Jürgen Fäh fasste zusammen: "Komfortabler als im neuen FNP können die Bedingungen für die Windräder in Wadgassen unter keinen Umständen werden."

FDP-Mann Helmut Gier war für den Plan als das kleinere Übel. Die Grünen waren dagegen - aus entgegen gesetzten Gründen. Adriano Pitillo: "Das ist ein Windkraftverhinderungsplan." Es sei lächerlich, die Subventionen für Windenergie anzuprangern - angesichts der vielen Milliarden für Kohle- und Atomkraftwerke.

So stimmten 14 Ratsmitglieder der SPD und zwei der FDP dem Plan zu. Elf Neinstimmen kamen von der CDU, zwei von den Grünen und zwei von der Linken. Ein Linker enthielt sich, ein Ratsmitglied fehlte.



Zum Thema:

Langer Weg zum Beschluss Fünf Wadgasser Ortsräte hatten sich geschlossen für die Änderung des FNP ausgesprochen. Lediglich der Ortsrat Wadgassen mit seiner CDU-Mehrheit hatte sie einstimmig abgelehnt.