Nicht-Thema in der Diskussion: Wadgasser Wäldchen nicht gefährdet

Gemeinderat Wadgassen : Jeder will das Wäldchen erhalten

In Wadgassen streitet man sich über Optionen, die vielleicht gar keine sind, in einem Gutachten, das nicht öffentlich ist.

Ein nicht öffentliches Einzelhandelsgutachten der Gemeinde Wadgassen hat Anwohner an einem Wäldchen an der Provinzialstraße aufgeschreckt. Sie befürchten, dass das Wäldchen für einen Einkaufsmarkt geopfert werden könnte, weil dies als eine Option in dem Bericht genannt werde. Anwohner Dr. Frank Morgenthal kündigte in der Bürgerfragestunde vor der jüngsten Ratssitzung eine Bürgerinitiative an. Bürgermeister Sebastian Greiber reagierte gereizt auf diese „Verunsicherung“ durch „illegal an die Öffentlichkeit geratene“ Information. Die sei denn auch noch falsch interpretiert worden. Tatsächlich habe der Gutachter Wünsche des Einzelhandels abgefragt und in diesem Sinne Optionen beschrieben. Baumaßnahmen auf dem Wäldchen-Gelände habe der Gutachter „sehr kritisch“ gesehen. Es sei „nie daran gedacht worden, den Wald zu opfern“. Letztlich gehe es darum, Ansiedlungen des Handels „nicht weiter freien Lauf zu lassen“ und ein abgestimmtes Konzept vorzulegen, das Wadgassen-Ort als Versorgungszentrum fördere. Das Gutachten sei nur Grundlage für spätere Entscheidungen.

Andreas Neumann (Linke) und Adriano Pitillo (Grüne) führten die Rats-Redner in diesem Punkt an, das endete schließlich mit Bekenntnissen jeder einzelnen Fraktion zum Erhalt des Wäldchens. Insbesondere die CDU (Marc Geyer, Hermann Hennrich) beharrten auf einem Zusatz im Protokoll, wonach eine Nutzung des Wäldchens nicht befürwortet werde. Pitillo stützte dies mit dem Hinweis, „man weiß ja, wie das ist“, wenn eine Option erstmal im Gespräch sei mit dem Hinweis, von einer Entscheidung sei man ja noch weit entfernt. Auch SPD-Fraktionschef Jürgen Fäh stellte fest: „Die Bedenken sind absolut berechtigt. Wir sind uns alle einig, dass keiner das Wäldchen gefährden will.“

In ein Gutachten könne man aber nicht hineinregieren, und das Papier brauche eine Zustimmung, weil es Teil des Gemeindeentwicklungskonzeptes (GEKO) sei, sagte Greiber. Das GEKO sollte beim nächsten Tagesordnungspunkt als Ganzes angenommen werden.Pitillo schlug vor, das Gutachten anzunehmen und bei der folgenden Abstimmung über das GEKO eine Protokollnotiz einzubringen. Beides nahm der Rat einstimmig an. In der Notiz taucht nun der Zusatz auf, dass der Rat eine Bebauung des Waldes „nach heutigem Stand nicht befürwortet“.

Große Veränderungen im Rat

Dem Gemeinderat Wadgassen steht ein Einschnitt wie selten bevor. 14 teilweise sehr profilierte der 33 Ratsmitglieder gehören dem neuen Gremium nicht mehr an. Der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende und Fraktionschef Dr. Jürgen Barth nimmt sein Mandat nicht an, unter anderem, weil er die Verantwortung für schlechte Wahlergebnisse der CDU in Wadgassen übernahm. Ausscheiden werden: Jürgen Barth, Martin Emmerich, Marc Geyer, Hans-Jürgen Könen (alle CDU), Erich Collet, Roman Laurent, Herbert Schiffer, Sabine Schiffer, René Schmidt, Roland Spieß (alle SPD), Helmut Gier (FDP), Andreas Neumann, Patric Palowski und Georg Spieß (Fraktion die Linke/FWG).

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