Awo eröffnet neues Wohnheim

Wadgassen. Der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat gestern in Wadgassen eine Wohnstätte für 24 Menschen mit geistigen Behinderungen eröffnet. Der Neubau im Ortszentrum kostete 2,5 Millionen Euro. 1,92 Millionen Euro bezahlte das Land, wie Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Eröffnung sagte. Das Land fördere jeden Wohnplatz regulär mit 80 000 Euro

Wadgassen. Der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat gestern in Wadgassen eine Wohnstätte für 24 Menschen mit geistigen Behinderungen eröffnet. Der Neubau im Ortszentrum kostete 2,5 Millionen Euro. 1,92 Millionen Euro bezahlte das Land, wie Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Eröffnung sagte. Das Land fördere jeden Wohnplatz regulär mit 80 000 Euro. Die Awo gehe mit der Einrichtung einen "guten Weg". 350 000 Euro spendete die "Aktion Mensch" des ZDF. Eine Mannschaft mit prominenten ZDF-Mitarbeitern hatte zuvor schon gemeinsam mit Bewohnern von Awo-Einrichtungen einen gemeindlichen Spielplatz saniert. Die neue Einrichtung in Wadgassen ist nach den Worten des Awo-Landesvorsitzenden Paul Quirin bewusst auf die Umsetzung einer UN-Konvention zu Rechten Behinderter von 2006 abgestellt. Die Konvention fordert auf Basis der Menschenrechte eine volle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Umgesetzt heißt das: Die neue Wohnstätte in Wadgassen liegt so, dass die behinderten Menschen zu Fuß etwa Geschäfte und Ärzte erreichen können. Das Haus ist so angelegt, dass seine Bewohner dort selbstständig leben und in dem Maß betreut werden, wie sie es individuell brauchen. Die Bewohner waren laut Awo selbst eng an den Planungen des Hauses beteiligt. Quirin sagte, die Awo werde ein Nachbarhaus anmieten und ebenfalls barrierefrei ausbauen. Hier sollen Menschen mit Behinderungen leben, die sich auf ein eigenständiges Wohnen vorbereiten. Sozialministerin Kramp-Karrenbauer wünschte, dass die Bürgerinnen und Bürger von Wadgassen die Neubürger "gut aufnehmen"."Verbesserung in Dillingen" Sie stellte den Neubau in den Rahmen der "Auflösung und Dezentralisierung von Großeinrichtungen". Die Awo habe mit dem Wadgasser Neubau ihre Einrichtung in Dillingen verkleinert und damit dort "die Wohn- und Lebensbedingungen der Menschen erheblich verbessert". Die meisten Bewohner haben bislang in einer Awo-Einrichtung in Dillingen gelebt. Sie arbeiten dort in den Werkstätten für behinderte Menschen des Verbundes für Integration und Bildung (VIB): in Wäscherei, Montage, Verpackung und Gartenbau. Nirgends in seinem beruflichen Bereich sehe er so viele "zufriedene Gesichter" wie dort, wo behinderte Menschen arbeiteten, unterstrich Quirin, "im Wissen, dass ihre Arbeit gebraucht wird". Landrätin Monika Bachmann wünschte denn auch, "gemeinsam in eine gute Zukunft gehen" zu können.Städtebaulich sei das neue Wohnheim gelungen, befand Wadgassens Bürgermeister Harald Braun. Er wies auch auf die prominente Lage der Einrichtung auf einem Grundstück hin, "für das es viele Interessenten gegeben hat".