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Sparkassen-Dresscode
Wie sollen sie das mit den Kleidern machen?

Selina Ruransiki und Fabio Nagelsky zeigen Beispiele für Business Caual – künftig auch erlaubt bei der Kreissparkasse.
Selina Ruransiki und Fabio Nagelsky zeigen Beispiele für Business Caual – künftig auch erlaubt bei der Kreissparkasse. FOTO: KSK/Michael Schönberger
Kreis Saarlouis. Machen wirklich die Kleider die Leute? Im weiteren Sinne um diese Frage ging es Auszubildenden der Kreissparkasse Saarlouis. Sie haben nachgeforscht, ob es in Sachen Stil etwas legerer zugehen darf.

Vier Auszubildende der Kreissparkasse Saarlouis (KSK) sitzen im Konferenzraum. Zwei junge Damen, zwei junge Herren. Wer macht den besten Eindruck? Würdest du dich lieber vom Schlipsträger im Anzug oder der Frau im hellen Pullover beraten lassen? Passt das Outfit der Auszubildenden im Hosenanzug oder das des Mannes in der Kombination aus Chino und Sakko besser in die Filiale?


Selina Ruranski, Michelle Henz, Fabio Nagelsky und Toni Jakic stellen ein Projekt ihres Ausbildungsjahrgangs bei der KSK vor. Personal- und Marketingchef Robert Steinmeier und Chantal Alt, in der Personalabteilung mit der Ausbildung befasst, sind ebenfalls dabei. Ihnen war es ein besonderes Anliegen, die jungen Leute auf ihre Forschungsreise zu schicken. Die Reise zur Beantwortung der Frage nämlich: „Wie gefällt Business Casual?“ Gestellt wurde die zwei Gruppen, einerseits an 109 Kunden und andererseits den Mitarbeitern der Sparkasse. Von letzteren haben übrigens 573 teilgenommen, mehr als drei Viertel (davon etwa 300, die auf Geschäftsstellen im Einsatz sind). Eine „sehr gute Beteiligungsquote“, freuen sich die vier und bestätigt Steinmeier.

Business Casual? Viel Spaß beim Googeln. Wer sich traut, eine knappe Definition zu geben, betritt dünnes Eis. Am einfachsten ist dieser Kleidungsstil in Abgrenzung zum hochoffiziellen bis herkömmlichen Business- oder auch Geschäfts-Stil zu erklären. Es müssen weder Hosenanzug mit Tuch noch Anzug mit Krawatte sein. „Kombinieren Sie klassische Kleidungsstücke wie Blazer, Anzughosen und Kleider mit legeren Stücken wie Pullover, Polohemden, Blusen und Hemden“, heißt es zum Beispiel auf einer der beiden „Styleguide“-Seiten, die die Auszubildenden für die Kollegen erstellt haben.

Mit unpassenden Kleidungsstücken, als „No-Gos“ gibt es allerdings auch eine Abgrenzung zum übertrieben Legeren. Zerrissene Jeans, selbstverständlich kurze Hosen oder zu enge und zu kurze Röcke, Sport- und Freizeitschuhe oder Sandalen, allzu bunte Farben – das steht unter dem Titel „Darauf sollten Sie bei der Wahl Ihrer Arbeitskleidung lieber verzichten“.

Michelle Henz und Toni Jakic tragen Business-Stil, also das, was in Geldinstituten früher ohne Ausnahme angesagt war.
Michelle Henz und Toni Jakic tragen Business-Stil, also das, was in Geldinstituten früher ohne Ausnahme angesagt war. FOTO: KSK/Michael Schönberger


Und was waren die Antworten? Drei Viertel der Kunden befürworten die Einführung von Business Casual, nur 24 Prozent äußern Bedenken. Dass der Kleidungsstil die Seriosität des Beraters zeigt, meinen 55 Prozent der Kunden. Das deutet darauf hin, dass gepflegter Stil gefragt ist.

Die Mitarbeiter sind zwar zu 90 Prozent zufrieden mit der aktuellen Kleidung (die allerdings schon jetzt nicht in allen Bereichen Business sein muss). 79 Prozent begrüßen Business Casual, nur 14 Prozent fürchten um Seriosität, wenn es den Tick legerer zugehen darf, und fast alle (95 Prozent) gehen von gleichem Wohlbefinden auch ohne Anzug aus. Aber es gilt: Wer lieber immer im Anzug oder im Hosenanzug kommt, darf dabei selbstverständlich bleiben.

Die vier Azubis sind mit dem Prozess und dem Ergebnis zufrieden. Spannend war das knappe Jahr des Projekts, sagen die vier jungen Leute. Sie sind sich ohnehin sicher, dass das geflügelte Wort „Kleider machen Leute“ nicht wirklich stimmt. Es müssen schon die rechten Leute in den Kleidern stecken.

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